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Der israelitische Lehrer · 1870-06-22 · 25 (22.6.1870) · p. Seite 200

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
25 (22.6.1870)
Date
1870-06-22
Page
Seite 200 (sequence 4)
Language
German
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Der neue Verein erstrebt, für das heilige Land die Gründung von Schulen und WohlthätigkeitSanstalten, unterstützt wissenschaftliche Untersuchungen, die Colonisation und jede Art industrieller und commercieller Unternehmungen.. Paris Die Betheiligung an der Konfirmation der Linder bat auch in diesem Jahre wieder zugenommen. Auffällig ist, daß die Gemeinde die Sache mit einer Steuer für ihre Kaffe belegt hat. Der neue Cantor Beer ftudirt eben in höherm Austrage in der portugiesischen Synagoge die hier übliche Aussprache des Hebräischen, welche wahrscheinlich bei der Fusion der beiden Riten adoptirt werden wird. (Wir kommen auf diese Aussprüche zurück. R.) P. i. PariS. Unter den Israeliten von Paris eirculirt gegenwärtig zur Unterschrift folgende Petition an den Kaiser: „Sire! Die Israeliten von Frankreich haben ohne Ueberraschung. aber mit der lebhaftesten Befriedigung vernommen, daß Ew. Majestät einen neuen Beweis ihrer hochherzigen Gesinnungen zu Gunsten der Gleichheit der Bekenntnisse geben will durch Berufung eines Vertreters des israelitischen CultuS in'den Senat. Wir wagen, dem Kaiser.eine Bitte zu unterbreiten, welche seine hohe Weisheit würdigen wird und deren Erhörung von der gesammten israelitischen Bevölkerung mit Freude ausgenommen werden würdet In Frankreich gibt es nur ein Oberhaupt der jüdffchen Religion, daS ist ber Großrabbiner des CentralconsistoriumS. Den Großrabbiner zur Senator »ürde zu berufen, das wäre die schönste Weihe des gegenwärtig io allgemein angenommenen Princips der Gleichheit der Bekenntnisse. Wir glauben Ew. Majestät sagen ztr können, daß ein solche» Decret im Auslande wie in Frankreich mit allgemeinem Beifall ausgenommen werden würde. Der Mann, welcher gegenwärtig die Functionen des GroßrabbinerS bekleidet, verdient das erhabene Wohlwollen Ew. Majestät durch seinen Charakter und durch die Dienste,^ welche er seit nahezu vierzig Jahren der Moral und dem Glauben geleistet hat. Zwanzig Jahre lang stand er als Ober - Rabbiner des DepartementS-ConsiftoriumS an der Spitze der großen Gemeinde von Paris. Do fünf Jahren hat ihn die von Ihrer Regierung bestätigte Wahl zum Obeihaupt des Bekenntnisses ernannt. Seine Erhebung zur Würde eines Senators wäre gleichzeitig die Verkündigung./ines großen Princips und die Belohnung einer langen, edel und erfolgreich zürückgclezten Laufbahn. Wir legen Ew. Majestät die Huldigung unse- \ rer tiefen Ehrfurcht zu Füßen und verbleiben Dero ergebenste u. s. w. Wofhiugtou, 3. Juni.. In Washington sind mehrere Deputationen angesehener Israeliten eingetroffen, um den Präsidenten zum Einschreiten gegen ihre in Rumänien verfolgten StammeSgenoffen aufzufordern. Man glaubt, die Deputationen werden ihren Zweck erreichen. Italien. Garibaldi, der sich jüngst als Romanschriftsteller („der Mönch von Rom) hervorgethan, soll jetzt ein Drama vorbereiten, „der junge Mortara* becitelt. verschiedenes. B a r z i l a i, dessen etymologische Erklärungen über den Sonnenstillstand in Zeiten Josua'S und die Salzsäule aus den Zeiten Lol's unseren Lesern noch erinnerlich sein werden, hat sich j.tzt mit mehr Glück an den Erklärungen der Behemoth in Job versucht, worin er vorsünvfluthliche Thiere: Mammuth rc. erkennt. Die Preffe iSraelite gibt den Versuch einer Erklärung von .Kolrtsch* (eine Art Schewuoth Kuchen). Hiernach soll das Wort ein Corruptel aus (Lev. 23. 14) sein, dessen Genuß ja auch vor Darbringung deS Omer nicht gestattet war, wie derjenige des Koletsch nicht vor pünktlicher Beobachtung und Vollendung der Sefirab (Omer). Wir knüpfen hieran den Versuch einer Erklärung de- Worts „Scholet" (gewärmte Sabbatspeise). Schlot ist die Oeffnung am Feuerheerde, nach oben znr Abiührung des Rauchs, und nach unten zur Aufnahme der Asche. In die heiße Asche des Schlots pflegte man die Sabbatspeise zu setzen. Bericht der Alliance israelite universell e. (Allgemeinen israelitischen Allianz) Lnszug aus de« Sitzuugsprotokore» des Eeutralansschusse». Sitzung vom 4. Oktober 1869. (Fortsetzung.) Bei einer solchen Lage 'der Sache schiebt der Ausschuß dic Sendung von Unterstützungen noch auf. Die Leiden waren groß, schrecklich, haben aber jetzt aufgehört. Doch ist es nicht unmöglich, daß sie sich in Kurzem wieder crneuerir, denir in Polen gibt es keine Statistik; oft glaubt man eine gute Ernte gemacht zu haben und plötzlich fehlt es au Getreide. Man müsse also vorerst — und dieser Ansicht ist der gesammte Ausschuß — über dic, unglückliche Lage der Israeliten jener Provinzen und, über die Mittel zur Abhilfe eine Untersuchung anstellcn. Tie bis jetzt vorgeschlageiren Maßregeln sind ungenügend dafür werden sie von den Vorschlagenden selbst erklärt und in jede«! Falle seien die nöthigen Hilfsquellen, um etwas Großes und wahrhaft Nützliches, welches das Uebel

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