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Der israelitische Lehrer · 1870-06-01 · 22 (1.6.1870) · p. Seite 182

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
22 (1.6.1870)
Date
1870-06-01
Page
Seite 182 (sequence 16)
Language
German
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tätische Selbstständigkeit anSgefprocken Da« Weib steht dem Manne ni» parallel, auf rmer Lim«, zur Seite. Sie soll dem Manne einen Tbeil der Ob liegenheiten,. die die große Menschenau'gabe umfaßt, abnedmen, und ihm dadurch die vollkommenere Lösung de« ihm noch Bleibenden ermöglichen. Diese« ist aber nur möglich, wenn da« Wesen, da? ibm iry sein soll, tu«, nicht ioy, nicht an demselben mit ihm arbeitet, sondern ihm gegenüber, an einer anderen, allein auf gleicher Linie ihm gegenüber befindlichen Stelle wirkt. Wäre diese» Wesen ein Mann , so trüge es selbst widbe« die ganze Obliegenheit und bedürfte irlber wieder de« .Beistände«." Darum ist es ein Weib, eine mra. eine andere Art Mann, eine Männin, die nicht mit ihm, nicht über Ihm, nicht unter idm, sondern neben ihm steht» tiar auf einer Linie an einem anderen Punkte, wIrkt, so daß sie jeder ein besondere« (Jebiet erfüllen, sie gegenseitig. sick er. gänzen." — *- (Fortsetzung folgt.) - Necensio«en. P redigte nvon Dr. N. Brüll. Rabbiner in Bisenz. l. Sammlrmg. Leipzig. Verlag von Oskar Lein er 1869. &9 ist sonst unsere. Gewohnheit nicht, die in da» theologische (Jebiet rinschlagrnden Schriften selbst zu recensiren; wir übertragen vietinehr grundsätzlich die Theologie den Theologen. Wir machen jedoch hier, bei Predigten, eine Ausnab,ne. weil wir da» Predtgen mindesten» tbrilweise anch al» eine Aufgabe der Lebrer betrachten und darum gerade Munerpredigen ein Be- > dürfniß für di« nicht sackmäßtg gebildeten Lebrer sein > dürften. Dann aber ist die Beurtbeilnng von Pre digten auck sehr schwierig, schwieriger noch iür den Fachmann al« für den gleichsam außenitebenden Laien, weil dieser den rechten Maßstad in der Befriedigung findet im eigenen («eist und Herzen. während der Fack^.ann den wissenschaWchea Maßstad anlegt und wir wissen — da liebt am Ende jeder seine Art; der Eine siebt medr auf Wesen und Inhalt, der Andere auf kunstgerechte Form; der Eine aus recht brillanten „Druick" von Bibel und Midrajchstellen; wieder-Andere die einfache pbilosophtscke Gedankeoentwickliing, Klarbeil und Rübe: und noch Andere Feuer und Beaeisierung. Betrachten wir diese Predigten in dieser Weise, , so stehen wir nicht an. zu bezeugen, daß uns in densÄhen eine reiche. Fälle schöner und edler Gedanken, glänzend« Geistesfunken, überraschende Erklärungen und Auslegungen von Bibel- und Midraschstellen und ein« blumenreich« Spräche anziebt und erfreut. Der SKidner gekört, wenn wir nickt irren, jenem jüdischen Zweige an, in dem die gediegene Kenntniß der jüdischen Quellen stch - auch in den Predigten«»spricht, die danrm viel de« - Anziehenden - und Ansprechenden -für uns daben. Auch di; Sprache ist rein- und edel. Fragen wir uns: warum scheiden wir dennoch nicht i von diesen Predigten m t dem g'e'ichen Gefühle der j Befriedigung, wie bei vielen anderen, deren Inhalt weit I ärmer, weit weniaer manmchfaltig ist, so können wir «n»! nur die Antwort geben, daß es eben doch eine zu reick «! Fülle ist. um zur Klarbett kommen zu können. E» i ist eine Wiese voller bunter Blumen, ohne Grün, oh« Ruhepunkt für das Auge. Mit der Grdaakenfüü«, die bier geboten wird d. b. mit diesen glitzernden, bunten Gedankenschniyeln könnte mebr als das dreifache Maaß j von Predigten ausgestattet werden Flut folgt auf; Flut, rafdj folgen sich Bibel- und Midraschstell«» und i deren oft überrascbende, sebr oft absonderliche AuS-! legungcn und erinnern dann an den Pilpul; seltner treffen! wir brrvortretende, abgerundete, da» Ganze bewältigende Gedanken. ES sind Predigten in Holdheim'» Art»! dock ohne dcffen Entschiedenheit und ohne die Detail- > zeichnung, die dort die Anschauung fördert, obgleich anch I dort die Abrundung frhft. Anch Sach» gehört zu des«« j Genre. Nimmt der H:rer ans solchen Neben wirklich! ein Ganze« mit, da» er zu Haizic, für sich, wieder zn I verarbeiten vermag? Wir.glauben nicht. Sind also diese Neben für den gebildeten Hörer, I insbesondere für den Kenner anziehend, so b-zweifeln j wir doch, daß sie den Erhebung und Erbauung Suckeni den befriedigen. Hiergegen dürften sie Leb-! rern, wei cke predigen wollen, eine reiche Fülle von Gedanken bieten, die sie dann freilich in idrer Weise zu verarbeiten haben werden. Ein Blatt Geschichte Bilder an» dem Morgenlande. Vc» Dr. M. Letteris. Leipzig Oskar Leiner. Das vorliegende Büchlein enthält Poesien in Prosa und Reim. Die Prosa bietet in zwei Abtheilungen, Eanaan und Egypten, die Geschichte des biblischen Joseph; jedock nur bruchstückweise und mit AuSwcchl derjenigen Partien, wo der poetische Geist der alten Hagada dem Erzähler die Blumen lieferte. womit er das sonst bekannte Poem zu schmücken hatte. Der zweite enthält in gelungenen Reimpoesie« die Behandlung anderweitiger bagadischer^ Stoffe, »el.be zum Tbeil auch schon früher erschienen waren. Die Gedickte sind in SachS'scher Manier (Stimm n vom Euphrat und Jordan), aber das Talent diese» DickrerS bat bier wie anderswo sich als ein stärker hervorragendes bewährt. R. Protokoll« der Rabbinerconferenz, ahgebalte« zu Philadelphia, vom 3. bis zum H. November 1869. Newyork. S. Hecht 1870. Wir erfabren durch die Protokolle sachlich nichts Neue«. Auch hier sind die Reden »ich: in sxterwo mitgetheilt; mdeß erkennen wir bier deutlicher als in den früheren Zeitnnqsbe-

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