Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 21 (25.5.1870)
- Date
- 1870-05-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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er IsiAeülWelie jekrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten dsss Judenthums nnd insbesondere des israelilis che n Lehrer st andes. Organ für den Verein „Achatoa.' M. 21. Den 25 Mai 1870. 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 Rümmer Vierteljährlicher AbonnernentSpreiS 40 h? H'/r Egr. Lnzergen zu 1 Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und. Buchhandlungen an. Zum deutsch-israelitischen Gemetndebund. Leipzig, Es ist mir eine wahr« Herzensfreude, Ihnen über die neueren Bestrebungen hinsichtlich des Gemeindebundes berichten zu können. Für Donnerstag den 28. April und Sonntag den 1. Mai hatte , der Vorsitzende des Ausschusses für den Gemeindetag, der unermüdliche Herr Moritz Kohner, die hier zur Messe anwesenden deutschen Glaubensgenosten zu gemeinsamer Besprechung eingeladen. Er begrüßte zunächst die Anwesenden und setzte dann in länge,er Rede die Zwecke deS zu gründenden Gemeindebundes auseinander. Heilig und ernst wie der Ort (eS fand die Versammlung in der Synagoge statt) sei die Veranlagung, welche die Versammelten heute hierher geführt. Dem an Bildung und Wissen bedeutendsten Theile der europäischen Juden — den deutschen — sehle ein gemeinsamer Bund, eine Centralbehörde; es seien Ideen auszutauschen, wie das Jnteresie am Grmeindeleben gehoben und gefördert werden könnte. Unreine solche Behörde zu schaffen, habe man im vorigen Jahre von Leipz'g aus die Idee angeregt, einen Gemeindebund zu gründen, zu welchem periodisch V rtreter der Gemeinden eiUsendet würden, um über Fragen, welche alle Gemeinden angingen, sich klar zu werden. ES seien 1500 Gemeinden mittelst Rundschreibens zum Beitritt aufgefordert worden, und nur folgende 46 haben geantwortet: Nürnberg, Nienburg a/Weser, Aachen, Dresden, HildeSbeim, Alsfeld, Hildburghausen, Eisleden, Lyck, Schwerin i/M., Postelberg i/Böhmen, Pr. Rhoden, Oppeln, Emden, Prag, Teltsch i/Mähren, Leobschütz, Schönebeck, Linz a/R., Erfurt, Leipzig, Reubrandenburg, PoiSdam, Barchfeld, Glah, Frankenstein, Braunschweig, Görlitz, Bleicherode, P eschen, Schweidnitz, Cassel, AscherSlrbrn, Breslau, Hirschberg i/Schl., Hannover, Hamburg, Walldorf, Glogau, Magdeburg, Bayersdorf, in Bayern, Zirndorf i/Bayern, Grünberg i/Schl., Mengeiinghausen, Bernstadt i/Schl. Und doch könne der Bund erst noch Erklärung von 10>> Gemeinden sich constituiren. Noch seien die intelligenten, wohlhabenden süddeutschen Glaubensgenossen fast gar nicht vertreten. Don den größeren norddeutschen Gemeinden fehlen nnr Berlin und Königsberg noch, deren baldiger Beitrilt jedoch in sicherer Aussicht steht. Dringend zu lösende Ausgaben harren de» Bundes. Es krankt das jüdische Gemeindeleben am Schnorrerthum. Das sei ein Uebel, dem zu steuern jeder Gemeinde nicht genug aüs Herz gelegt werden könne. Schwierig sei die Aufgabe, aber vereinten Kräft-n müfie ihre Lösung gelingen. Man müsse zunächst darauf bedacht sein, so zu geben, daß die Gaben dem Empfänger zu wirklichem Nutzen seien. Vor allem entstehe die Pflicht, den noch in socialer Noth lebenden östlichen Glaubensbrüdern Hilfe zu ersinnen. Hierbei h>be allerdings da- Streben der verehrnngewür digen Alliance Isreu-Ii'v universelle bereits energisch uno viel gewirkt; nicht unbedeutend haben auch die deutschen Juden geholfen, aber erst jetzt sei im Verein mit dem Ausschuß deS GeineindetagS die allurnoe organisatorisch eingeschritten. Sodann wäre beispielsweise der Gedanke zur That zu bringen, w e dem Beamtenthum rin wohlorganisirter P«, sionSionds zu schaffen sei. Da müsse, man von volköwirthschaftlichen Gesichtspunkten ausgehen. Nicht minder hgbe man die Frage der Wissenschaft einer Gemeindevertretung zu erörtern, die noch gänzlich fehle. Denn jede VerwältungStüchtigkeit müsse schulmäßig hepangezogen werden; nicht dürfe man das Herauefinden einer solchen, wie bisher, dem blinden Zufall überlasten!. »Groß und erhaben" , fährt der Redner so>t, „wie der Gedanke der Alliance, ist der eines „Ugemeinen deutschen Bunde»; wirken Sie daher, m. >>., i» .V ren Gemeinden für den Anschluß an denselben, seien Sie jwahre Sendbotest für unseren gewiß edeln Zweck und zeigen Sie seihst Ihre Zur