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Der israelitische Lehrer · 1870-05-11 · 19 (11.5.1870) · p. Seite 152

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
19 (11.5.1870)
Date
1870-05-11
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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152 und Rutzlayd selbstk Aber der Jude ist am Ende auch nur ein Mensch und die menschliche Liebe zollt Liebe nur da, wo sie Liebe begegnet; aus der Erfahrung mit den Polen solltet Ihr wissen, was eine gezwungene Liebe werth ist. Wenn ich die Ehre hätte, dem Kaiser von Rußland oder seinen hochangesehenen Rätben zu nahen, ich würde mtt der vollsten Freiveit meiner Seele zu ihnen sprechen: Wie, Sie haben 2'/r Millionen Juden und anstatt sich derselben zu bedienen, um Leben und Reichttmm in allen Theilen Ihrer weiten Staaten zu verbreiten, nöthigcn, zwingen Sie sie, in den engen Grenzen eines kleinen Gebiets sich einzuschließen: während diese Juden durch chren Verstand und ihre Thätigkeit eine Quelle des Segens für das ganze Land werden könnten, machen Sic sie zu einem Gegenstände des Fluches — ich bedauere Ihre Verblendung." Gehen wir von Rußland zu Runiänien über, so gibt es, wie man uns sagt, auch in diesen: Vorposten griechisch-russischer Politik allzuviele Juden; man übertreibt die Zahl-über alles Maß und gibt sie aus 400000 an, während sie höchstens 200000 bettägt. Es ist wahr, eine große Anzahl von Juden entweicht aus Rußland nach der Moldau/ um dem. Czar nicht zu dienen, weil sie nicht den größten Theil ihrer Lebenszeit hindurch Soldaten sein wollen, weil sie einen Stand nicht lieben, der keinen Reiz für sie hat und in den: sie zu keiner Stelle oder Würde gelangen können. Aber Ihr Rumänen solltet glücklich sein, für Euer so entvölkertes Land eine thätige,- alle Handwerke betteibende Bevölkerung zu finden, die inmitten einer faulen und müßigen Bevölkerung von Edelleuten- und Bauern einen Mittelstand vertritt! Und Ihr behandelt diese armen Rechtlosen, von denen viele, die Mohrzahl vielleicht, das Land seit mehreren Jahrhunderten bewohnen, auf eine eben so feige als schandbare Weise! Dabei zeigt sich Euere Geldgicrde in ihrer ganzen schändlichen Blöße, denn den reichen Juden behandelt ihr ganz anders.' Ich brachte eine» Abend bei dem wohlhabendsten und einflußreichsten Juden Rumäniens zu, welcher der Regierung ein Geschenk von 150,000 Frcs. für die rumänische Universität gcniacht hat. Da wurden mir. die Führer der letzten Revolution vorgestellt, die. den Fürsten Couza verjagten und die Thronbesteigung des jetzigen Fürsten herbeisührten; sie waren, hier wenigstens, natürlich Alle ganz ungeheuer liberal. Aber, die Confuln und diplomatischen Vertreter derverschiedenen europäischen Mächte hatten mich schon gewarnt, nicht Alles zu glauben, was man mir sagen würde; und bei dieser Gelegenheit niuß ich Ihnen eine kleine Anecdote erzählen, die mir eben beifällt. (Fortsetzung folgt.) Verantwortliche Redaktion und Vertag von I ' Für den Buchhandel in Eonirnispon bei Oitar Lein er Anzeigen. Einladung zur Conferenz. des Vereins iSr. Elrmeutarlehrer für Westphalen und Rheinprsvinz. (Zugleich Generalversammlung der ,Unt erst ützungscasse des Vereins) zu Münster am 8. und 9. Juni c. im Lokale des Herrn Schwartz, Altensteinweq. Tagesordnung a. 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Vorstandswahl. 3. Revision der Statuten. d. 1. Gemeinschaftlicher Besuch der Seminarschule. Behu's Anhörung des Unterricht» und daran geknüpfte Besprechung. 2. Freie Besprechungen. Seitens der jüdischen Gemeinde in Münster wird den Besuchern der Conferenz gastireie Aufnahme in Familien zugesichert; doch wollen Reflektanten sich zuvor bei Herrn Seminarlehrer Treu anmelden. Da der Beginn der Auszahlungen der „Unterstützungskafse" nahe bevorsteht, so wird jedem Betheijiglen die Wichtigkeit insbesondere deS Punktes a. 3. der Tagesordnung einleuchten, und dürfen wir hier daher auf zahlreiches Erscheinen mit Bestimmtheit rechnen. Auch Nichtmitglieder der Conferenz, namentlich die Herren Rabbiner und Gemeindevorsteher,^ sind freundlichst eingeladen. Bielefeld, 8. April 1870. Der Vorstand. Für die Schulen der Alliance sind eingegangen von Herrn Weintroub in Neisfe; 20 Sgr. Neu zu den stüberen Beitragenden sind *hirr zugekommen: Rcsalie NaschelSki, Clara Kohn, Marx Münchheimer, Victor Münchheimer, Laura Goldstein, Rosette N'klaS, Henriette Jonas. n unserer Gemeinde ist sofort oder spätestens bis zum 1. Juli die Stelle eines unvrrheirathrten > Elementar-LehrerS, VorbeterS und Schächters zu besetzen. DaS Einkommen beträgt 250 Thlr, nebst freier Wohnung, Feuerung und Licht. Auch chietet sich hier Gelegenheit, durch Privat-Unterricht das Einkommen der Stelle, um mindestens 50 Thlr. zu erhöhen. Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorstande zu melden. Wittmund in OstfrieSland. __P. Bfenmark, L, Donner. »seph Klingenstein, Lehrer zu Jngelherm. in Leipzig. — I Gottileben'S Buchdruckern in Mainz.

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