Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 19 (11.5.1870)
- Date
- 1870-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Her J'irarlitisdif Jelmer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st andes. Organ für den Verein „Achawa/' J/i 19. Den 11. Mai 1870., 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 Rümmer Lierteljährlicher AbonnementSvrei« 40 kr. — 111/2 Sgr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeil«. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Achawa. April-Einnahmen. Spenden: In Alsheim gesammelt von dem Präses Herrn Ferd. David 5 fl. 47 Krz. Durch Herrn K. Marx in Alsheim gesammelt bei dfr Hochzeit des Herrn Wolf in GunterSblum 6 fl: 6 Krzr. Bon Herrn S. Krämer in AnSbach 1 fl. 45 Krzr. Von Herrn Rabb. WittelShöfrr in Floh bei der Verlobung seiner Tochter 2 fl. Don Hrn. Hirsch Kastor in Bamberg durch Hrn. Leon. Müller 20 fl. Don Hrn. Carl und Adolf Lesstng in Alzey zum Andenken an deren jüngst in New-S)ork verstorbene Schwester Fr. Lina Neuberger 5 fl. Don Hrn. Dr.>Rothschild in Alzey bei Verheirathung seiner Nichte Frln. Emma Lengsfeld mit Herrn Carl Meyer in Alzey 5 fl. Don Herrn Philipp Ellinger in Frankfurt a. M. 5 fl. Von.Hrn. Eichengrün in Meinb» essen, Denkmal der Liebe bei Beerdigung seines einzigen Sohnes M.,3 fl,. 30 Krzr. Don Hrn. Arthur May in Frankfurt a. M. 20 fl. Ehrrnmitgliedsbeiträge: Don den Herren Marx David I., Hch. Oppenheimer und Joseph Oppenheimer, sämmtlich in Alsheim. Mitgliederbe iträge:. Von den Hrn. Lebrecht in Bingen, S. Sonnenberger' in Bechtheim, Dr. Alex. Stein in WormS, K. Marx in Alsheim, Jac. Hirsch in Neckarbischofsheim, Braunschweig in MönchSroth, Rabb. Grrinebaum in AnSbach, I. Eckmann in Schotten, Benedict Heine in Herford, MarcuS Cramer in Gleicherwiesen (Nachzahlung 1 fl. 45 Krzr.) Nordhaus in Paderborn, E. Herzberg in Paderborn (Nachzahlung 21 fl.) Frankfurt a./M. 1. Mai 1&70. Leopold Dann, Rechner. - r 1 Der obligatorische Religionsunterricht Vor einiger Zeit ist die Frage, ob an den höheren Unterrichtsanstalten, die von den Schülern verschiedener ReligionSgenossenschaften besucht werden, auch der jüdische ReligionSunterricl't obligatorisch sein soll, vielfach und in der verschiedensten Weise besprochen worben. Niä t allein die jüdischen, sondern auch die nichtjüdischen, die den politischen TageSfragen dienenden Zeitschriften haben sich zumeist in «bsprechender Weise über eine vom Breslauer jüdisch-theologischen Verein auSgegängene Petition in diesem Betreffe geäußert. Wir haben, gerade weil diese Frage so viel unnützen Ctaub allfwirbelte, weil sie von Dielen bloS einseitig parteiiscb — in dieser Weise insbesondere von dev dem jüdisch-theologischen Vereine abholden jüdischen Organen - , von Anderen ohne Derständniß und ohne tiefere Begründung obgeurtheilt wurde, unS bisher ganz still und abwartend verhalten. Wir sind und wa-en immer bestrebt, den sich aufwerfendm Fragen möglichst selbstständig, ohne Parteileidenschaft und Nebenrücknchtrn in'S Auge zu sehen, die Sache von den Personen zu trennen. So wollen wir auch jetzt an diese Frage herantreten, sie vom rechtlichen, religiösen und pädagogischen Standpunkte aubesprechen, unbekümmert um die Gunst oder Ungunst politischer oder religiöser Parteien; nur sachlichen Gründen entsprechend. Vor Allem haben wir di« Frage von ihrer rechtlichen Seite aus zu betrachtm. Die höheren öffentlichen Anstalten — Gymnasien, Real- und Bürgerschulen — werden von den höchsten leitenden Organen immer noch als »christliche" Anstalten betrachtet und behandelt. Der Staat —insbesondere der preußische Staat —, will nur die christliche Religion anerkennen, nur ihren Zwecken seine Macht und seine Mittel leihen. Die Lehrer sollen christliche sein, die christlichen Feste