Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 17 (27.4.1870)
- Date
- 1870-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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er IsraMiseKe Jelirer. Wochenschrift für Jbie allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer ft andes. Organ sür den Verein „Achawa." Jl£ 17 Den 27. April 1870. 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 -lummer Vierteljährlicher Sbonnementsvrci» 40 kr — llt/2 Cgr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postärnter und Buchhandlungen «n. - Denjenigen nen eingetretenen Abonnenten unserer Zeitschrift» welche da» vorige Quartal derselben zu haben wünschen, senden wir diese», soweit »der Vorrath reicht, ausnahmsweise franco gegen Einsendung von 21 Kreuzer « Lgr. in Marken. Dor Herausgeber.' Zur Aohawa, 1869. Nachdem mehrere — deutsche wie sranzösische - jüdische Zeillchrilten und einige pädagogische Blätter sich in der günstigsten Weise über den so eben veröffentlichten Rechenschaftsbericht unseres Vereins ausgesprochen haben, scheint eS unS geboten, auch unsererseits denjenigen unserer Le^er, welche nicht Mitglieder de« Vereins sind/einige Deninkungrn und statistische Notizen über derselben zu bieten. Der Perein zählt 190 active Mitglieder, zroron 13 am Schlüsse dcö Rechnungsjahres ihre Beiträge noch nicht gezablt hatten. Es ist dies, gegenüber der preßen Anzahl der zum Beitritt berechtigten jüdischen Lehrer, allerdings eine überraschend geringe Zahl. Wir haben über diese Zurückhaltung ron Seiten vieler unserer College» schon sehr oft Klage geführt und wollen diese hier nicht wiederholen. Wir sind mit dem Leben und Streben eines großen Theil» unserer College» im kaufe der Zeit sc vertraut geworben, daß wir uns, ohne unbescheiden zu sein, wohl ein Unheil erlauben dürfen. Da sehen wir nun leider seit neuester Zeit wieder eine Menge verkommen, r Gestalten sich den Namen „Lehrer" beilege», b?e hierzu in keiner Weise das Recht haben. Obre Bildung, ohne Streben, nur für den Tag und was er bringt lebend, kennen sie keine Zeitschrift, kein Buch, keinen College» und keinen — Charakter. Kcmmt die Noth, so sind sie bereit, eben so leicht den Cchnorrersteck als bisher das Lineal zu handhaben. CS sind die alten, leider neu aufletenden Buchurim, wie sie verschwunden schienen — nur mit anderem Neckschnitt, Ueberziehern, hohen Hüten und Brillen. Daß solche Menschen für höhere Bestrebungen nicht den! geringsten Sinn haben, ist natürlich; eS sind dir Schmarotzer am gesunden Baume des aufstrebendest Lehrerstandcs — saules Gesindel. — Daß die Besseren unter den jungen Lehrern den Eintritt stets auch weiter ihinausschieben, ist sehr zu bedauern. Wir kennen deren noch viele, die wohl noch beizutreten wünschen, aber ßetS abwartrn. Wir möchten sie hierdurch dringend gemahnt haben. Andere — und es sind dies insbesondere die einer durchschnittlich weit höheren, Bildungssphäre angehövgrn Lehrer aus Baden, Württemberg und Bayern, glauben durch Anstalten in ihren reSp. Paterländern für sich und ihre Wittwcn! und Waisen genügend gr-^. schützt zu sein; und da ihnen die Behelligung an den „inländischer," PensicnS- und Wittwenanstalten, zu n eichen sie gezwungen sind, allerdings für eine Lehrrrkasie oft schwere Opfer ouferlegt, so glauben sie ihrer Kasse das kleine Opfer ron jährlich zwei Thalern . als Beitrag zur Achawa nicht auch noch anflegen zu dürfen. Wir sollten allerdings hier, wo wir eS mit bewußter Zurückhaltung ru ibun haben, unsere Mahnungen, weil vergeblich sparen, ebenso wie bei denjenigen unserer College» — und ihre Zahl ist, wie ww genau wissen, leider nicht gering — die ans Furcht vor dem Anathema der Orthodoxie von der „Achawa" nicht wissen wollen, cbwrbl sich sicher die Achawa nie um die religiösen tNicbtungen nnd Differenzen ihrer Mitglieder brkümmdrte. Wir wollen den Herren nur zu bedepken geben, daß wir als Menschen. / und Familienväter nie,ui^d zu keiner Zeit gesichert un»^