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Der israelitische Lehrer · 1870-04-20 · 16 (20.4.1870) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
16 (20.4.1870)
Date
1870-04-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er Isrselrtisclie Jelrrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenlhums und insbesondere des israelitischen L'ehrerfiavdeS. Organ sür den Verein „Achawa." Jfä 16. Den 20. April 1870. 10. ZahrgÜNg. llüöchnnlich I Nummer Lierletjährtichrr Lbcnnemenlsvrri» 4t» ir ll>/2 Sgr. Anzeigen zu I Lar. die Prtitzeile. BestelluNgm nehmen alle Postämter uns Buchhandlungen an. > Die tatmudischen und die modernen ßr;ietzungsprincipien vcn br Ädler in HlmsKorn. i. Bei Eonstrultiozien ^'incs wistcnsckastlichen LebribstemS trnml te hauptsächlich darauf an, doS oberste Materiolprincip der Wissenschaft aufzustellen, da der Idee nack keirr Wisstnschast eincS selchen enrdehren kam. Zn der Philosophie habcndie eckt wis- Ur.fdaftüdni Fcrscker immer gestrebt, solche oberste Iundomentalsätze, ans dencn fidi die ganze Wist'cnickaft ableilcn läßt, rrirNich aufzustellen. Auch >'n der Erziehung sind Principe ausgestellt irorden. Hoben dieselben auch im Lowe der Zeit immer eine andere Richtung angenommen, so ist deren Veränderung gerechtfertigt, ja sogar nclbwendig gewesen. Denn, wenn ein Volk sich nach und nach zu! einem gewissen Grade der Cnltur empcrgearbcitet.bat, so macht sich stets die Rothwendigkeit sühlbar, der anssprcsienden Generation eine dem gewonnenen Standpunkte adäquate Erziehung zu geben. <*e ist ei» Naturgesetz, daß ein Geschleckt dem anderen seine Errungenschaften in Eultur und Sitte überliefert; daher entspricht die Erziebung überall und immer den verschiedenen Bildungsperioden, welche die Volker eben durchlaufen. Mit Gegenwärtigem wollen wir einen Versuch anslkllen, zu untersuchen, ob der Talmud ErziehungSprincipien ausgestellt und in wie weit dieselben mit den modernen zu vergleicken.sind. LLenn wir denselben deu geehrten Lesern übergeben, so geschicht es namentlich, um damit zum Gedankenaustausch Anlast;u geben. — Unb somit schreiten wir zur Hauptsache. — Wenn wir und pach Sätzen und Begrist'en umgehen, die un< in der Geschichte und Literatur der Pädagogik rrrgesührt werden, so zeigt es sich, daß die Erziehungö-Wifsenschajt drei Principe zu ihrem Ansangt- und Ausgangspunkte hat, und zwar: eines,! welches de» obersten Zweck, den obersten Grundsatz aller Erziehung ausdrückt; rin zweites, das die Grundanschannng vom Objekte derselben enthält, imd rin drittes, das gleichsam den Angelpunkt sür all« dir Mittel darftellt, die dazu »ngewandt werden sollen, um an und mit dem so' beschaffenen, so ausgesastlen Objekte jenen Zweck zu erreichen. — Hinsichtlich deS ersten PrincipS, über den eigentlichen Zweck, hen obersten Grundsatz der Erziehung, ist namentlich in neuerer Zeit viel gestritten worden und eine Verständigung darüber ist besondcrs deshalb bisher nicht gelungen, weil man Princip und Grundsatz, formalen und materialen .-Zweck oft vermengte. Braubach (in Rossel. Allgemcine Monatsschrift für Erziehung 1829, Bd. 11, S. 511) stellt als obersten Grundsatz der Erziehung ans: „Der Mensch soll zu seinem eigenen Erzieber erzygen werden." Dottel (Snstem der Erziehung, S. 15 ft.) fordert sür die ganze Erziehung des Menschen die gleichzeitige Erfüllung zweier Grundsätze : „1) die Erziehung befördere alle Bewegungen der Seele und lasse sie sc frei als möglich; 2) ne führe alle Bewegungen zur Bescheidcnhcit und Huckt;" die Erfüllung dieser beiden Gesetze sei abernur möglich durch die Beobachtung eines dntten, welches sage: „Der Mensch werde nur erzogen in Liebe und «Glaube." Hoffmeister (Romeo, 3. Bano, S. 154) unterscheidet einen subjektiven und einen objektiven Grundsatz der Erziehung. Den ersteren sieht er in der Selbsttbäligteit, zu welcher der Zögling gebildet werden müsse, den letzteren in der Bildung zu den Ideen 1 des Wahren. Guten und Schönen. Beide faßt er in einem höchsten subjekliv-obsectiven Grundsatz zusammen, welchen er in die Worte sagt: Bildungdes Menschen zum selbstständigen Wirten für die Ideen deS Wahren, Guten und Schönen im öffentlichen Leben feines Volkes. Graser (Divinitäl, 3. Ausgabe, 1836, S. 27) konstruirl die ganze ErziehüngSlehre au» dem! obersten Grundsätze:-„Der werdende Mensch must von den, reisen dahin unterstützt.werden, daß er auch z« r ■

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