Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1870-04-13 · 15 (13.4.1870) · p. Seite 116

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
10 (1870)
Issue
15 (13.4.1870)
Date
1870-04-13
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/4896751-5428708-5432111--2871-4899178
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

116 — Hierzu fommt noch ein Anderes. . Wir haben, w-.e erwähnt, eine Anzahl junger Leute in Preußen untergebracht und sind gern bereit, hierin fortzusahren, denn wir sind ja mit dem Central-Comits derselben Ansicht daß nur durch die Vermebrung ser Bildung die Verminderung sieses beisviellosen Elends all-väblig gefunden werden kann. Die Lehrzeit eines solchen Knaben als Schüler oder Handwerkslebrling ist durchschnittlich auf vier Jabre-iurd die für.diese Jeir zu bestreitenden Kosten auf circa. 400 Tblr. Person zu | berechnen. — Die bereits untergebrachten 40 Lehrlinge er-; forde, n demnach schon allein eine summe von I200<) I Thlr., diele wird sich im Laufe weniger Monate schon um das drei und vierfache erhöhen, da beriets viele ähnliche Gesnche^bei uns eingeaangen Werden wir im Stande sdin, solche Ausgaben für die Dauer zuche'treiten^ und was soll, au? den jungen Leuten werden wenn wir »"re vielleicht in einem Jahre schon nicht weiter untkrbalken können! — Können wir es über das Herz bringen, auck nur noch einen einzigen Knabe» unterzuhringl». wenn wir Zweiteln, ob wir auch den ' naegangen-n Perpstichtungen genügen können? — I Königsberg. Das hiesige Grenz-Comite macht bekannt, dal, diejenigen russischen Juden, welche auswandern wollen, ihre Ab icht erst kund geben und dann weitere Nachrichten über den Termin ihres Eintreffens erwarten sollen, weil die Geldmittel für den großen Andrang nicht auSrcichen und die Auswanderung nur in Gemäßheit der vorhandenen Gelder gefördert werden kann. Berlin Den Stein. welchen der Kronprinz vom Tcinpelberg in Jerusalem heimbrachte, bat er zu einem Briefbeschwerer umformen und an Hrn. M. Magnus, Vorsteher der isr. Gemeinde und Stadtrath, schenken lassen. Bukarest Der zurückgetretene und judenfeindliche Minister Eoqalnitcheano arbeitet letzt im Eisenvahnbüreau des Dr. StrouSberg. Auch die Macht des Geschickes. Aus Pole» läßt sich das Erfurter Journal schreiben: Aus Nußland wird berichtet, daß Nabbi Hillel in Omsk, ein in den Kreisen der orthodoxen russischen Judeuschast verehrter Äundermann, der sich für einen Abkömmling des berühmten Nabbi Maino¬ Hiexüver erbitten wir uns von dem Central-Conütv eine besnmmre und beruhigende Erklärung. Es it für uns ucrbig. zu wissen, auf welche Weise das Central->owub r-e Mittel zu »olchen gewaltigen Ausgaben :» beschämen gedenkt und waS dasselbe bis jetzt i« die'er Beziehung gerban bat. — Wir »rächten es für dringend nvlbmensig, "daß das Central- Eemit6 das ganze Gewicht seiner einflußreichen Stimme in de Wag'chale. wirst, um gestützt auf unsere Aufgabe rurch -inen über Europa und Amerika zu verbreitenden Ausruf sie Gemülher von Neuem 'ür diese Sacke zu erwärmen., — Es ist Eile um so mehr geboten als >elbst bei'dem günstigsten-Erfolge des Ausrufes nolbwendige Zwischenzeit unsere Verlegenheiten vergrößern muß, Andererseits bitten wir uns umgebend apzuzeigen, welche Summen für den Augen-' blick uns zur Verfügung' gestellt werken können. Soll bas >'o glücklich begonnene Werk nicht .in's Stocken gera:ben. so bedürfen wir'für die näcbsien drei Monate > März. Avril Ma>) eipe Summe von 1'» bis 20000 Rtblr. Einen Tbeil.dieser Summe bitten wir unS ^cirrt anzuwest'en, doch ist hierin auch die von Memel aus geforderte Subvention miteinbegriffen. — Ein fpecieller Nachweis über seitherige Einnahme und Ausgabe wigd Seiten» unseres Schatzmeisters, de» Herrn Weinberg. Ihnen im-April zugesandt werden. Indem wir nochmals um sofortige Antwort und Ausendung von Geldmitteln bitten, zeichnen wir mit freundschaftlicher Begrüßung Das Hanptgrecrz-Comitö: Gabriel, N. Bamberg, Vorsitzender, Schriftführer. rüdes ausgibl, darauf irunt, stch für unfehlbar erklären zu taffen. Er 'hat auch bereits aus mehreren "neu AusliinmungS-Avressen. ^Scheint blos ein Wiv auf die Unfehlbarkeit des Papstes Pio IX. Ned.) Paris Das Journal des Otbats vom 20. März enibälk sie Autivorr Cremieur's auf den bereit» mitgetheilren Brief Heliade's. Er sagt: Es sind jetzt vier Jahre seit oeu barbarischen Inden-Verfolgungen in Nuinänien: vier Jahre sind eS auch, daß gewisse Numänen frech erkläre» : in Rumänien verfolge man die Juden nicht. Ganz Europa hat durch seine General» Eonsulü gegen die Vertreibungen und Ertränkungen proreskirl. deren Opfer die unglücklichen Juden gewesen und; gewisse Numänen und an deren Spitze die bcchsten Geschäftsträger der Negierung haben fortwährend und hartnäckig Thatsacheu abgeleugnet, welche bei Hellem Sonnenlicht und in Mitte einer darüber unwilligen Bevölkerung geschehen waren. Bratiano iit gefallen; Eogalnitscheano bat diese Handlungen der Barbarei erneuert. Die letzten Tage seiner bedauernS» werthen Amtsführung sind durch eine Verhandlung in der Depulirtenkammer bezeichnet worden, worin die wildesten Vorschläge gegen die Juden vorgebracht wurden, ohne Widerspruch zu finden. Ich habe die Einzelheiten dieser traurigen Verhandlungen nach dem Wortlaut, der auch in anderen Leitungen bekannt gemacht war, veröffentlicht. Hr. Heliade leugnet Alle» entschieden ab und fügte hinzu: Es gibt in Rumänien keine religiösen Judenverfolgungen; Die Inden sinh Fremde und man nimmt gegen sie nur die nothwendigsten Maßregeln. Bleiben wir bei dieser kennzeichnenden Bezeichnung, fremde", sagt ihr. Aber gegen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.