Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 10 (1870)
- Issue
- 13 (30.3.1870)
- Date
- 1870-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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er Israelitische Lehrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st andes. Organ für den Verein „Achawa." M 13. _____ Den 30. März 1870. 10. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer, vierteljährlicher LbonnementSpreiö 40 kr. — 111/2 Sgr. Anzeigen zu 1 Lgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Mit der nächsten Rümmer beginnt rin neues Quartal unserer Zeitschrift und bitten wir die Abonnements zur Post gefällig ft ungesäumt ausgeben zu wollen, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintrete. Neueintret enden Abonnenten sind wir gerne be-eit, das vorige Quartal, das die Anfänge unseres LeitartikeS und der Novelle enthält, soweit der Vorrath reicht, gegen Einsendnng von G Groschen in Marken, nachzuliefern. Wir bitten zu entschuldigen, daß Mangel an Raum eS uns unmöglich machte, mit diesen Artikeln bis zum Schluffe zu gelangen, und werden wir mit dest^nachsten Nummern 2 Bogen geben, um v it dem vorliegenden Mareria^ aufzuräumen. [) Die Treannilg der Schule vud Kirche vom Slaud > punkte des Judenthums. (Schluß). ' Hiernach suchte Moses das Haus-, Volks- und Staatsleben Jstael'S zu gestalten. Das Princip deS Sitten-' gefetzes, »reiches er hierfür geltend machte und zur Herrschaft erhob, ist nicht etwas äußerlich Aufgezwungenes, sondern innerlich Erkanntes, nichts Wan- : delbareS, sondern göttlich-Ewiges. Seine kehre stellt j sich darum irr einzelnen Gesetzen, nicht Martinen, in! gesetzlichen Bestimmungen nach dem Principe dieses > Sittengesetzes dar, um danach die speciellen Verhältnisse des israelitischen Lebens in Haus und Staat zu ordnen und zu beherrschen. Wir wiesen kürzlich in diesen Blättern nach, daß nicht einmal das ronw *)idd daS Gebot der Nächstenliebe als allgemeines i Priurip ausgesprochen und hingestellt worden ist, sondern in seiner politischen Anwendung aus Feindesuud Fremdenliebe. Dennoch unterließ Moses nicht,' auch eine Kirche zu gründen, um diePrincipien dieser GittengesetzeS als solche zur Erkenntniß und zum Be-; »ußtsein zu bringen; denn nur so war eS möglich, j sie mit dem Wechsel deS formalen, praktischen Gesetzes vor Untergang zu bewahrm und deren Anwendung auch unter anderen Zeit- und Orts-Verhältnissen zu! ermöglichen. Zhm war aber rrn Aegypten her. die j Der Kerausgeöer. Ausartung der Kirche in eine Priesterherrschast zu genau bekannt u»d in zu lebhafter Erinnerung, als daß er nicht bemüht gewesen sein sollte, diesen Fehler zu verhüten. Denn daS göttliche Gesetz bÄ Kirche, welches herrschen soll, wird nur gar zu leicht zur Handhabe der Machtentfaltung und Herrschast für diejenigen, welche eS lehren und auslegen, läßt diejenigen glauben, daß sie zu herrschen berufen leie«, welche e« vertreten. So werden die Lehrer »md Diener der Kirche herrschsüchtige Prjester. Moses suchte dies dadurch zu verhindern, daß er die Priester besitzlos und für ihren Unterhalt abhängig machte von den Gaben des Volk«. Aber durch die Abgeschlossenheit eines gesonderten Priesterstammes, welchen Moses einsetzte, bildeten sich wider Willen auch Sonderinteresien ouS, welche den Priesterstamm vom Volke trennten und durch die Uebermacht, wenn auch nicht das Vorrecht, l er Bildung, welche jenem eigen war, auch über dasselbe ^rhrb. Die Anfänge zur Pviesterherrschast waren hiermit gemacht, der Grund zum Gebäude der Hierarchie war hiermit gelegt. Es lag dies in der aristokratischen Bevorzugung des PriesterthumeS, welche MoieS zwar nicht gewollt, aber möglich gemocht har. Daß das Gebäude der Hierarchie dennoch nicht zur Vollendung kam, daß keine vollendete Priesterherrschast. sich ausbildete, lag in dem Princip deS demokratischen Prioi