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Der israelitische Lehrer · 1869-12-22 · 51 (22.12.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
51 (22.12.1869)
Date
1869-12-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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C Ai'hi'fr. u n d Wochenschrift für die insbesondere allgemeinen Angelegenheiten des Iudenthums des israelitischen L e h r e r ft a n d e S. Lrg«n fiir teu Verein „Achawa." M 51 Den 22. Deccmber 186!). ^atjrgang. Lr ärmlich I ivomn-rr Ditnoljührlicher Abennmicntsrre:» 40 kr. — lli/2 Sgr. Anzeigen ju I ggr. die Petiizeile. Bestellungen " nehmen alle Postämter und Buchyandlungen an. Nnser Rc!r§ions«rrterriek)t, mir td'cntfici Betücisickiignng fco von. Herrn i r H c r - t c: n: c v, von;•:£ ■-?inttij>fv 0110 2;ev'.- I is tü . tfv r.vr» t(mjd':isv'v;:. «rrcltf ^rorqrlrgrkn- Ji e»e r .1 t f Sei! in; > it'V k'.lin mm Sck.nste. tlirolsi n*iv ued' Mnge ■; q: m? tc; vciilf.uiuei! ,'vrcor die wobl nicht eine 'rr.dkrn die Lcb.nsfra.e des ^udeinbums in, völlig atirf liefen können. Tee ivirc übeibauvt nie möglick). TScl ülc; in in 'ein zwöl'tcs Leleiöiabr, in das seä'ne Schuljahr eingelreten. Der Unterricht der nmi crsun Schuljabte Kat ihn vorbereitet, das in fick) ."ufzui-.l nikn, was ihn, wenn er es zu fassen und zu verbinden im Stgnee wäre, zu einem religiös gebildete» Menscben machen würde. Abei nicht 2llle sine hierzw befäbig: (>o gift Men'cKen — ee mag wohl fast die Majorität sein — die überhaupt nicht weiter, als bis '.11 einer gewissen (vrütn.e gelangen, die nie beiähigr werden, ein einheitliches Lehrgebäude zu erkennen. Es gibi drei Entwicklungsstufen deS menschlicben Geistes: die Stufe der Sinrtlidfeit, Stufe der Gewohnheit und Phantasie, die Stufe der (geistigen) Selbfttbätigkeit, d. i. die Stufe der f r e i e n Bildung und Selbstbestimmung. Auch in unserer gebildeten Zeit und in unfern überaus cultivirten Ländern gibt es eine Menge Menschen, die auf der untersten, und noch weit mehr solche, die aus der zweiten Stufe dermenschheitlichen Entwicklung stehen bleiben. Für sie ist die Religion Lippen- und Gewohnheitöwer l; sie sind eS, die jeden inneren Halt verlieren, wenn aus der Maste von Phantasiegebilden, die ihnen die Religion ersetzen, ein Stück hercuögerisien und zerbröckelt wird. WaS folgt daraus? Der Religionsunterricht auf dieser 3 Stufe muß eine Schule des freien Denkens, der Entwicklung der geistigen Kräfte zur Selbstthätigkeit. ..im Dienste des Wahren, teuren und Schönen", zur freien Selvstbestsimmiiig sein. Das Religionsgebäude des Zliden- :l>rims »ins; nach une nach wie ein erhabenes, monumentales. Gebäude vor dem Geistesauge des Kindes erstehen, an dem alle Stücke sich zu einer höheren Einbesi voll Harmonie und Schönheit gestalte». Da sind die einzelnen Stücke längst zusammengetrhgeir, aber sie liegen nevitrnit umher; Pas Material ist mit gutem 'Borbedackne von dem Meister so verlangt, die Sreiiw sind genseiielt und angecrdnet wo.rdcn. Aber der Uneingeweihte k »nt nicht ihre einheitliche Bestimmung; es bedArif des 2luges des Meisters, um aus diesem '^hoo-'i >e!tst diesen imd nun den anderen Stein hervorznsilchcn lind seiner .Bestimmung gemäß einznfügen. Welche Aufgabe fällt bei diesem Unterricht dem Religionsbuche und welche dem Lehrer zu? Wenirman unserem Aufsatze mit Aufmerksamkeit gefolgt ist, so wird man vielleicht erkannt haben, daß wir dem Religionsbuche nur eine nebensächliche Bedeutung zuweisen. Und so ist es auch. Eigentlich sollte eö durchaus entbehrlich sein. Der kunstgewandte Lehrer sollte im Stande sein, das von ihm aufgehjäufte und angesammelte religiöse Material zu sichten und zu ordnen, die passenden Ausdrücke für die einzelnen Lehren und Gebote zu finden und durch tücktigel entwickelnde Thätigkeit dem Kinde diese Begrifie so klar zu machen, daß die richtigen und präcisen Ausdrücke von dem Kinde schließlich selbst gefunden werden! und mit diesen Ausdrücken natürlich auch der Inhalt! sich der Seele des Kindes — nicht gedächtnißmäßig, sondern zu freier, selbstbewußter GeisteSthätigkei: — einprägt. Das ist aber schwer und dies höchste.Ziel dürfte höchst selten erreicht werden; Darum ist eS denn gut für Lebrer und Schüler, wenn diese! ein Buch in der Hanp haben, in welchem die ReligivnSbegrifie, Lehren und Gebote, in kurzen, klaren Worten vräeisirt und festgestellt sind. Auch wir sind nun der Ansicht, daß eS hierzu

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