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Der israelitische Lehrer · 1869-12-15 · 50 (15.12.1869) · p. Seite 515

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
Seite 515 (sequence 7)
Language
German
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818 I (siehe Zeitg. des Judtnth. vom Mai) vom Kownoer Korrespondenten und von Herrn Rabbiner TreuenfelS.*) Zur Eiuweihungsseier der neuen Bürgerschule zu.Komöurg v. d. Köhe.**) Wohl naben balvstgar ernste Zeiten Für unj're scköne Vaterstadt — Kein ö'lücf ist ohne Bitterkeiten, Kein L'ckt. daS nickt auch Schatten bat — Dock steint es sich nickt, lallt zu klagen, Jviiv die, die Glück und Glanz gesehen; Durch Arbeit nur, nickt durch Vertagen, Bleibt, war errungen, forlbestehn. Durck (Geistesarbeit! — Sebt, eS wallen Der Zukunft Sckaaren hier vorbei; Der neuen Bürgerschule Hallen Die offnen beul' sich weit und frei, Und kaum ist dieser Dom erstanden, ' Di-d auck ein zweiter schon erbaut. Heit denen, die die Höbe fanden, Die in die besi're Zukunft schaut! Dank sei Euch Allen, die Jbv weise An »ni're Jugend babt gedacht! Dock wackt nur fort mit gleichem Fleiße — Sc:: st isi dar Werk nur bald vollbracht — Daß in den schönen lickten Räumen DlelS werd' mit freiem Heist gelehrt Und nicht durch Fabeln und mit Träumen Der Kinder klarer Sinn bethört. *) Eigeuthümtich! -lüu b,greifen tuunt, iui: man so viel ravon 'prechen kann, von uriii Die Idee der Auswanderung hcrrührl. Sobald sich herausstellte, da» die westruisiichen Juden nicht allein an den Folgen der puagerSnolh leiden. sondern dag ihr Unglück viele »ad tieiere Gründe hat, die in der Natur ves Lande», der Gesetze »ad den dauernden Verhältnissen liege , lag die Idee der Auswanderung io nahe, da» Niemand wissen oder sage» kann: mir gehört die Erfindung dieser Idee. Uebrigens dürfen w r nicht ungerecht auch gegen die Orthodoxie sein, die ihren Theil zu diesem wohlthiitigea Werke redlich nnd ehrlich gethan hat und noch thul. Scho» darum ,nässen vor Allem dir Bestrebungen der .Allianc«', die keine relig öse Richtung vertritt, den Vonnz vor allen anderen haben. Redaction. **) Am 18. Novbr. l. I wurde in Homburg v. d. Höhe eine neue Bürgerschule eingeweiht, welches frohe Ereigniß Hrn. Louis Lehmann, den Verfasser der trefflichen „Jüdischen Lebensbilder", die der „Jsr. Lehrer" vorige« Jahr im belletristischen Theile brachte, zu obigem schönen Gedickte begeisterte. Redaktion. Nicht Glaubensformeln, die nur trennen, DaS Wesen lehre man allein: Den Gott, den Alle Vater nennen,; Jm.Tidnst der Menschheit fick ihm wefh'n: Die Kraft veredlen und sie regen Tie Gritt dem Menschen anverlraut: Das gibt den äckten GetleSsegen Auf wahre Bildung sesterbaut. Guck Lqbrer mit den schweren Pflickien — Wärt Jbr entsprechend nur beleb nt! — An Eu<p laßt uns die Bitte richten: Bleibt bei der Treue altgewohnt. Lehrt,n(bt nach neu empfohl'nen Bahnen BloS das formale Wissen hier. (?) : V' crt Ihr der besten Geister Mahnen? l „st b ardkier-M e »sck?n brauchen wfr!" i l Uno nahen dann auch ernste Zelten Für unil'ren Staat, für n n're Stadt, Ein neu Geschleckt wird mäcklig streiten Weil es! die rechten Waffen bat: ). Wird ^ieg erringen ohne Zagen, Durch Bildung, Wist'en, ckcrrlick, schön, Dann iviirk, was wir im Herzen tragen» In reinlvem Glanze aufersteb'n. Homburg^v^o^^ohe^ IS.' Novbr, touis tskhmann. Feuilleton. D 6 r S chaö öas - /> arrs cder: " ' j i Der Zaubcrspiegel. i Ein LcjbcnSbile auS rem Jahre 1848, von S i III c I! K v ä m c r. (Fortsetzung.,,! ei- — ihn bei 1 einem GemclNtiameu u konnte er ans bekan-tem jüdisch re- Hano! ist zu nennen, da ligiösem Beden vn* s sich niemals entschließen. — „Punkt 11 Uhr spann l du ein,, ick fahre beule nach Zungenhausen." Zm besagten Stunde hielt das Fuhrwerk vor der Thür, und als Schabbeshans dem Parneß den .Zügel in üblicher Weise in die Hand gab, sagte dieser, scheinbar'ganz argleS: „Ich fahre;um Rabbiner, der wirb mir sagen, w:r der Dieb ist, welcher meinen Becker gestohlen hat?" Ein Seitenblick auf SchabbeSbans gab ihm die Gewißheit, daß er auf der richtigen Fährte sei, denn er erblaßte und es schien ibm, als zittere die Hand, die Ihm die Peitsche reichte. Rasck, ohne sich weiler umzusehen und ohne einen Manschen eine Svlbe von seinem Verdacht *) Wer seine r Nächsten einen Schimpfnamen gibt, hat kei». nen Antheil am ewigen Leben, lagt der Talmud. i

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