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Der israelitische Lehrer · 1869-12-15 · 50 (15.12.1869) · p. Seite 511

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
Seite 511 (sequence 3)
Language
German
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511 Irrenhause entlassenen jüdischen Manne Religionsunterricht zu geben, kund ein evangelischer Geistlicher war eo, der den Irrsinnigen dann aus dem Krankenbette rauste. Gin evangelischer Gtisllickcr war es, k in katholischer; cS würde cs ein solcher auch wohl schwerlich mir feinem Gewiss, n für vereinbar gehalten habe».! (Hö«t!) Nach seiner Taufe wurde der Mann wieder! in dao Irrenhaus gebracht. So treibt man Proselyrenmacherei. Redn«r führt hieraus «ine Neide schreiender I-ätle erfolgter Zurückweisungen und Unterdrückungen jüdischer Schulamtocandidaten an, die er alle mit den Qriginalacte» belegt. Ter Unterrichtoni'n'stcr, fei!ieii* Redner, untergrabe die «Grundlagen unseres Slaalswesens: lfiewissenssreiheit, Recht und Gnechligkeit. tzBravo! links.) Ter C u l t u s m i n i st e r: Gleiches Reckt sür Alle sHciterk'il), ab,r die christl'chen Schulen haben auch! ein Reckt, welches geachtet werden muß. (Heiterkeit! links.) Tac Reckt der jüdischen Lebramts-Eandiraten! findet seine Beschränkung in dem Recht und der Qualität der Untetrickts-Anskalk. (Q! £! links.) .Das Recht der christlichen'Lehranstalten hat sieh vor 'dem Recht rer jüdisck en Lehramts - Eandidaten nickt zu beugen. (Reue Unruhe links.) Es gibt «ücktige jüdische Lehramts- Eandidaten, deren Treust-auck an christlichen ■ Lehranstalten von Borthcil sein kann; aber über daö! Mas; dessen, waS den jüdischen Lehramts-Eandidaten! gewähr' werden darf, kann nicht hinansgegangen werden.! Ter Per»ebner bat nickt wohl daran gctha», seine Klagen in einer Weise rorzubringen, die daö christliche Gefühl verletzen »ins;. ,Q! £.' links; große Unruhe.) v. Gottschewöki: Ter Abg. Kosch sagt, daßdas Regulativ des Eultueministers die Verfassung verletze und dagegen sagt der Kultusminister nichts. Daraus kcnimt es aber an. Rehmen wir daruni den Antrag an und legen wir dadurch"die Verantwortung sür das, was der Cultusminister thut, auf daö gesammte Staatsministerium. Redner erwähnt ebenfalls einen Iall arger Behandlung eines jüdischen Lehrer?. Wanlrup: Ter Antrag des Abg. Kosch ist, gelinde gesagt, nickt opportun: ich.will, weil das Wort möglicherweise verkehrt gedeutet werden könnte, nicht sagen, daß er gegen dad Tecorum verstoße. (Heiterkeit.) Es sind nun einmal alte Vorurtheile da, die mit der Zeit zu Unheilen werden. Die Welt ist nun einmal so.. Ein Jude kann Qffizier werden; aber führen Cie einen jüdischen Lehrer in daS Militär zum Unterrickngeben, man würde das nimmer begreifen können. Ter EulruSminister lhut das Mögliche; darüber kann nickt hinausgcgangen werden. Wir sind ein christlicher Ctaar. Wäre unser Staat ein jüdischer Staat und die Zahl der Ehristen wäre so groß, wie die unserer > Juden — was würden die Jude» wohl ans uns Macken? Wasserträger!*) (Schallende Heiterkeit.)! > Tr. Webr, np'ennig:, In unserer Militärakademie wirk« ein auSgcreick'neier InttzPreii Lazarus) als Lehrer lHört!); die Militärbehörde! geht also von anderen Gcsichtc-punclen aus, als des iEultusminister. < Bravo! > In ocn Besreiungökriegey haben auch Juden sich da > eiserne Kren; verdient und als icklkürzlich ans dem Sckl rcktfelde bei Kisnngen war. da find ich auck den Leichens ein eines für das Vaterland gefallenen jüdischen Om ziere; der t'ultusminister spricht von seinen: christlichen nicht, über den Gefühl; aber wir haben auch daS! iich eins Gefühl der Entrüstung in uns. und dafielbe iiih Luit niachen gegenüber einen: Snitem des Sc und der Sophislfk, wie wir r> vom Eullusm'tzister man Rach ann b-n! ende hören! t Stürmisckcs Bravo! links. > Was iüre! denn von der Anstellung jütischer Lehrer? , rechlS. > Iürcklen Sie etwa, jndaistrt zu werd-n? : muß Ihr Ebrinenttzum aus icklechten Iüßen ft« (Bravo! Sehr gr >!) t'e ist wahrhaftig meine staber a u s l a ck e n daß wir hier über sübren. Ich bin Glück nur würde libein nach Frankreich hinznweg'en; einem Manne wie muß m.'n nnS, wenn man rört, diese Tinae neck solche Disr»ssi>aen auch ein guter Ehrist, aber für ich cs balien. wenn ich meinen dern philologischen Unterricht könnte geben, lassen Prot. Bernans. Man nimmt ein ldinvon den aber be- Die. von Juden die Steuern aus der Tasche,' gibt ihnen ihre Reckte nickt. Alles, was der Minister sagt, srebt nur in Ausflüchten, mit denen er nur noch jenigen tauschen lann, d:e sick überhaupt noch ibm täuschen lassen wollen. «Stürmisches Bravo' lickks.) Der Eultminister beruft fick aus ein« in Erlangen seiner Hl ft stattgesundene Philologenversammlung, welche auck ausgesprochen, daß die Sckule eine christliche Anstalt sein solle. Der Antrag Kosch wurde mit überwiege «der Majorität angenor immen. Berlin» ErdeRov. Meine heutige Corres, enden: leite i«h wohl am schicklichsten — freilich iroi isch — mit dem Kerns orche des Psalmiste» (Ü7, 2i> »gl. die Irommen werden das Land beer daraus Ruhe finden; denn die „Irommen im Lande" und besonders in unserer S adt aus dem jenseitigen sowohl , als dem diesseitigen Lc zer fesseln unsere Auf Wirksamkeit. Dank ihnen albmen il Verliehe sogenannten „Metropole Prov. 2, 21) ein: sitzen und sür imn wir hier, in der m der,,lustige Vary des Hauses' spielt nur» an. Aber der Vergleich hin» stark, »inen Eid, erschlichen, den die Israeliten lkid auf die Verfassung, den die Vertreter ing leisten müssen, und warm den Is- zugesagt ist, haben diese nicht erlistet. Erkullunatitedactian des >8. Ü.“ *) Herr Wantrup hier wohl aus die GibP» Tie Gibeoniren hatten dennoch hielten. Den der preußischen Regu raelitcn „Gleiches Recht Wie steht cs mit desseß Erfüllung - Redaction des „<«. H.

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