Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1869-12-15 · 50 (15.12.1869) · p. Seite 510

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
50 (15.12.1869)
Date
1869-12-15
Page
Seite 510 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/4896751-5428712-5432076--2707-4899033
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 i 0 lernt werten kann, vorausgesetzt, daß die Kinder bis \ jum 14. Lebensjahre, bis zur Entlassung aus der; Volksschule, dcm-Religicnsnnterrichte verbleiben. Aber gerade darin besteht der-Krebsschaden des ReligionS- : untmii'tcim? jüdischen Schulwesens überbaupc. Die Kinder werden ^llzuirübe den jüdischen Schulen und dem Religiottsun:errich:e enrrincn und keu söge- ' nannten . oberen Schule» auf Gnade und Ungnade . überliefert, ü, dieses Iimillllawescn, diese ivgenanuren » höheren Sclnilcn für Kinder vom schnlpslichrigen Älter sind nicht allein das verderben der jüdischen Schule, , sondern au > das Unglück/der Krebsschaden unserer! Jeit unr ..nieres geiammren Schulwesens Diese ' Dressur- und Ueberfütteruiigsaiisralten haben allerdings : für Religion und Hebräisch weder Jen noch Luit, noch! Muffe. /m betten /alle wird in zwei wöchentlichen j Schulstunden von eiuc'.n recht vornehmen Zehrer, in ' grcstcu Srädren ve.n Rabbiner, ein Karechisnius lratrirt, um es, wie in allen anderen Stücken, 'o auch in diesem den Ebristen gteick'culbuu. Verstünden es die Herren, den Katechismus ni beleben, ihn durch praktische Andeutungen 'recht klar und lebendig werden zu lassen: rernüneen ne, mit . uieui Aste ne, zu entwickeln. zu latechi'ircn: io tönnl.'n wir uns ichlicfflich noch mit demselben be'rcünten. Aber >o, wie wir ihn gewöhnlich' uaklirl 'eben,-:': er ein Gräuel für die gesunden. nah lräüiger Gcistesnabruiig strebenden K::.:er. ganz eazue angclhan. reu: Kinde rgs religiöse Gcfübl. djc Lust an der Religion selbst und natü''lich am gelammten.Religionsunterrichte zu bencbmen. Nichts .sie P. .aien. n/ckns a:S Dunst. nichts als Bombast, nick t-:- als Worte. Ellenlange'Perioden ebne Saft und buc Krast:. iiii'änibörliches Vordocircu im gelehrten Prckigcrstvl. — das ins. was als Religiogisniilcrriebt in diesen Ann.-.lien verkansl wird. Spricht ja auck Herr,Sr. H. vom uinnrlich „V e r g et r a g en c n" — und wir baten dielen Ausdruck zu bemerken; kömmt ja uineres. Wiiicns auch in diesem bervorra'gcnden Reierars-eiues Mannes.' der viel inr die Schule gcsckricben *> nicht ein cinzigmal das Worr „ielbitthärige Etttnickning religiöser Bcgrin.-", vor: und bezcicbiier er ausdrücklich als Aufgabe des Religionslehrbuchcs die „Mstrbeilüng" Kessciben, weswegen er auw der „friUauscnken" ,Icnn ras Wenn irrick'l. Es'in „zum fror rl au fe n". — Der hebräische Unterricht wird dadurch lebendig und.sruchkbringenk gemacht, daff der Inhalt eines jeden Leienückes erklärt, entwickelt, Sinn und Bedeutung dem Kinde klar gemacht wird. Se erfahren die Kinler jiach »nk nach, wenn t Uno vcr jrtzl der'Lors>Se>'dk der Ilnicrrichlecoiliiinision für die ave,re Synodalversavimlung geworden ist, einer llalerrichts eommifston, von der selbstverständlich „N u r Lehrer" ausgeschlos« >en bleiben wußten, in der sich nicht rin Einziger einfach: .Lehrer" merirt. Ade l — Redaktion. auch nicht in systematischer Ordnung, was ihnen von Lehre und Geschichte deS Judenthums vor-Allem zu wissen nölhig ist. Sie erkennen Golt in seiner lebendigen Offenbarung, in Natur und Geschichte. Sie lernen das praktische, religiöse Leben deSJudenthums kennen und lieben, die Gebete sind ihnen keine inhaltlosen Kiänze. §abbath- und Ieftistage, die religiösen Bräuche gewinnniLeben, Sinn und Bedeutung. Erst setzt mag der sozenannie systematische, der ordnende und abschließende Religionsunterricht nach einem Katechismus, einem Religionslehrbnche kommen; die Besprechung darüber :\i der Gegenstand nn'eres nächsten, unseres SchlnffartikelS. i Schlus; folgt.) 38 o ch e n b e r i ch t. 7 Berlin, 27. .steo. ' Das KönizSbcrger Hanptgrcuzromitc! si'ir die Ans Wanderung westrufsitstcher Israeliten bat nck definitiv consiituirt, an der Spitze desselben steht als Präsident ocr Abgeordnete I>r. Koich. Auch an cinzelneu anderen Orten! der Grenze iind berests Evmilc's eonstilnirt. Bedeüi lende Geldmittel stehen diesen Eomilsts zu «sKbote. . Hoiftn wir aui einen gesegneten ifrrolg. j Berlin» l. Dezbr." Im 'Hanie der Abgecrv-! nelcn stellte der Abgeordnete l)v. Koich den Antrag, l die Auszcrkrametzung des7 des Reglcnients für die; Prüsniigcn der Eandidalcn des höheren Sck'nlamteö vom 12 Sec.' zu verlangen. Serfelbe lautet: „Jüdische Schnlaiiilscanti-ratsn, wclcke 'ich über ihre Befähigung zum höheren Lehramt das ^engniß einer; wissenschaftlichen Prüfungceommiiston z.i erwerben wün- ' ichen. können unter den vorichrisrsmäszigen Beeingnngen zur Prüfung zngeiasien werten ls'S ist il-nen aber zu eröffnen, tan iie : urch 'lbEgung der Prüfung einen Anspruch aus I ckaiinng zum Probejahr oder auf Annellung im Lebrsache an den dem christlichen Bekenntnisse angehrrigen öffentlichen höheren Lehranstalten der Monarchie nicht erwerben. Sie RcligionSlehre i wird bei jüdischen Eraulinanden nicht in den Kreis der Prü'ungsgegenstänbe gezogen." — Er motivirt denselben folgender Artr Alle'Ministerien haben die 7 verscmnngsmäffigen Rechte der jüdischen SsäcklSbürger anerkannt, nur das EliltuSmini.erium nicht. Dieses bleibt die alte Jwingbnrg des Unrechts. Das geschieht in der Metropole des norddeutschen Bundes, wo man unter dem heutigen sttegime von der Kanzel herab auch sagen konnte, daß die Erde stille stebe und die Lonne sich bewege. hO! O! rechts.» Ja, es bar sich unter dieieni Regime sogar ein neuer Morlara /all ereignen können: es war nt Rensal^. in Schlesien, wo eine Diakonisnn es übernahm, einem als unheilbar ailS dem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.