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Der israelitische Lehrer · 1869-12-08 · 49 (8.12.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
49 (8.12.1869)
Date
1869-12-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er KmemMke Jedrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st and es. Organ für den Verein „Achawa/ 44 M 49. Den 8. December 186N. 9. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer Vierteljährlicher Abonnnnentspreis 40 kr. — 111/2 Sgr. Anzeigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Unser Religionsunterricht, mit besonderer Berücksichtigung des von Herrn 0r. Herxheim ew, Landes - Rabbiner aus B ernburg, der ersten deutsch-israel. Synode vorgelcgten Referats. lFortsetzung). Ehe wir unsere eigene» Ideen über Religionslehre aussprechen, wollen wir noch die Ansicht des Herrn "Dr. H. über die „Anordnung", die er dem Religionsbucke zu geben gedenkt, hier vorführen. „Es beginne mit einer Einleitung, welche den Glauben an Gott an die Spitze stellt, wie auch die heilige Schrift von ihm ausgebt und alle Religion und Sittlichkeit darauf beruht. Sie muh diesen Glau-, den vor allem in dem unmittelbaren sittlichen Bewußtsein, in dem Gewissen, dann in der sichtbaren Weltz sowie in der biblischen Geschichte und der biblischen Offenbarung begründet zeigen und der letzteren die nöthigsten Bemerkungen über den Werlh und das Lesen der heiligen Schrift anschliehen. „ES folgt darauf die Glaubenslehre nach der Eintheilung von Albo in 6 Abschnitten über Gott, ewiges Leben und Offenbarung, schließend mit Erklärungen über das mündliche Gesetz und die zehn Gebote, welche letztere zu der Sittenlthre überleiten, die den zweiten Theil des Religionsbuches bildet und wiederum in 3 Abschnitten die Pflichten behandelt, und zwar zuerst' die Pflichten gegen Gott aus den Gesinnungen der Ehrfurcht und Liebe gegen Gott (ronsn nxi’) entwickelt und daher auch das Gebet, die Festtage und religiösen Gebräuche, weil diese jene Gesinnungen ausdtücken und anregen sollen, in dem ersten Abschnitte aufnimmt, dann im zweiten Abschnitt die Pflichten gegen sich selbst und im dritten diePfiichten gegen den Nächsten umfaßt, welche beide Kreise von Pflichten gegen den Menschen als Ebenbild Gottes aus jener Furcht und Liebe Gottes hergeleitet werden. So wird das Ganze in natürlicherlOrdnuffg und innerer Consequenz zusammenbängenv aus Einem Gusse und in gewisser Symmetrie sich darstellen, von Einem Princip und Geist — von ’nx nsn’ durchwehet und getragen; mit einem Blick der gastze Le-' bensbaum der ReligionSlehre mit seiner Wurzel, ßtamm und Krone überschaut. » Keineswegs soll jedoch der Religionsunterricht beim ersten Cursus dieser Ordnung folgen. Bielmehr mögen da die angehenden Schüler nächst der Einleitung mit den concreten, ihren Gesichts- und Lebenskreis berührenden Punkten stufenweise bekannt gemacht werden, zuerst also die Pflichten gegen Eltern, Geschwister und Lehrer, dann die der Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Liebe gegen Andere, sowie dieSabbatb- und Festtage, dabei überall die Belegvcrse und bezüglichen geschichtlichen Beispiele auS der Biyel kennen und jene Verse, sowie die zehn Gebote auswendig lernen. Hiermit würden die Kinder bis zu dcns Alter von etwa 11 Jahren genügend vorbereitet zu dqm nun folgenden systematischen Unterricht nach der Ordnung des Religionsbuches. —"! Nachdem wir so weit die Ansichten dcS Herrn Referenten der Synodalversammlung hier ausführlich mitgetheilt, kommen wir wiederholt auf unsere Behauptung zurück, daß die Ausführung, des Vorhabens, ein obligatorisches Religionsbuch einzusühren, affs pädagogischen Gründen durchaus verwerflich erscheint, und müssen nun auch, um klar zu werden, in Einigen Zügen — in engem Rahmen — unsere Ansicht von dem Religionsunterrichte in der jüdischen Schuls auSfprechen. Wir müssen kurz sein, weil der Raüm in diesem Jahrgang unserer Zeitschrift nicht mchp hinreichen würde, eine umfassende Arbeit zu lieferst, wir uns aber Vorbehalten wollen, so Gott uns Zeit und Kraft schenkt, im nächsten Jahre das Bild auSzusnalen, ein abgerundetes Ganze dessen zu geben, was wir uns als israelitischen Religionsunterricht denken. l Wir haben in den nun bald verflossenen! neun

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