Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 48 (1.12.1869)
- Date
- 1869-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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er Kmelttiselle IeKrer. - Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st ande«. Organ für den Verein „Achnva." M 48. Den 1. Deeember 1869. j 9. Jahrgang. Wöchentlich 1 Wutmnn Bierteljährlicher AbonnementspreiS 40 lr. — 11 Vj Sgr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petttzeile Bestellungni nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. " Unser Religionsunterricht, mit besonderer Berücksichtigung des von Herrn Dr. Herrkieimer, Landes Rabbiner aus Bernbur-g, der ersten deutsch-iSrael Synode vorgelegten dieser als iFortsktzuag). Ehe wir unsere pädagogischen Gründe gegen das p'cjekliric obligatorische CynodalreligionSbuck auS fprechen, wollen wir zngestehen, daß wir im Allgemeinen mil den Ideen, welrbe Herr Dr. Herxdeimer über Inhalt und Form desselben äußert, einverstanden sind. Warum auch nicht? Wir sind überzeugt, daß jeder Autor, der rin solche» Luch schreiben wird oder geschrieben bat, behaupten wirk, daß ihm bei seiner Ausarbeitung dieselben Ideen vorschwebten, wenn er sie auch nicht mit so guten und schönen Worten auszudrücken vermag. Und da wir diese Worte mit Interesse gehört und gelesen haben, so wollen wir nicht anstehen einzelne derselben hier mirzutheilen. Rach Herrn Tr. H. ist „ein Religionsbuch für unsere Schulen gut, zweckmäßig unk der allgemeinen Einführung würdig, wenn es nach Inhalt und Form geeignet ist, im erhabenen Licht und Geist des echten IudenlhumS eine erleuchtete Frömmigkeit, j reine Sittlichkeit, edle Humanität und ein warmes jüdischeSHerz bei dem Heranwachsenden Geschlechte zu begründen. Es soll im Licht sind Geist des echten Judrnthums versaßt sein, daS ist: ein Geist der Erkenntniß und Furcht Gottes, ein heiliger Geist sittlicher Vollendung und allgemeinei Menschenliebe, ein Geist des Fortschritts und der Entwickelung, wie er in der ewigen Strömung im Geistesleben der Menschheit sich entfaltet und im Leben und Schriftthum Israels vom ersten Buch Mose an. wie in dessen Geboten und Einrichtungen seinen Ausdruck gefunden. „Ein Religionsbuch, welches diesen Geist des wahren und wahrhaftigen Judenthums treu abspiegelt, j bat damit einen Ireien, aber fromme»., einen vermittelnden. abS» entschiedenen Standpunkt, weder einem kable» TesSmus oder schalen Rationalismus huldigend, noch eistem kalte» Moralsystem Raum gewährend, vielmedii eine» positiv jüdisedrn, religiös aufgeklärten Eharaktet und vas Jul und Bestreben an der Stirne tragenh, den jungen israelitischen Schüler fromm und gut zu machen, ihn zu einem echt-jüdischen Me lischest - zu einem echt menschlichen Iuoen zu bilden?' „lieber Inhält und Maß sagt der geehrteRefereill: „Ties ist denn auch maßgebend für den Inhalt des ReligiostsbncheS und seine Grenzen. E» darf diese weder zst weit, noch zu enge ziehen, um nicht in das eine oder dah andere Extrem verfallend, entweder einer bodenlosen kosmopolitischen, der Individualität der angestammten Religion sich schämenden und ent-' äußernden Richtuntz Bahn zu brechen, oder das Judenthum, seinem bezeichneten Geist zuwider, in ein von mögt chst vielen Mauern confessioneller Dogmen ümgebenes und durch zahllose Umzäumungen von hergebrachten und zum Theil eingeschlichenen fremdartigen Gebräuchen abgesperrtes Gebiet einzuengen." „In letzterer: Beziehung hat das Buch ja auch schon als Schulbuch die möglichste Kürze doppelt zu berücksichtigen. Esj darf nicht in einer Ausführlichkeit! erscheinen, wie sie nur dem Lehrer und dem Theologen | erforderlich, und sdll äußerst wohl keil und darum! so kurz als möglich sein." „Enthalten muß eS daher die nach Älbo (I. 4. 15.) als die drei Grundwahrheiten der jüdischen Religion anzuseb enden Lehren über Gott, ewiges Lebe» und Offenbarung; seiner die Hinweisung auf die weltgeschichtliche Bedeutung und Missionars Judcnthums, sowie chutch seine Lehre, Geschichte und Bestimmung begründeten Sabbath- und Festtage und religiösen Gehräuche; dann b»ie Verpflichtung, Gott zu verehren und zu liehen und als fein Ebenbild sich selbst und den Reben-