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Der israelitische Lehrer · 1869-11-24 · 47 (24.11.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
47 (24.11.1869)
Date
1869-11-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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tx IsmMiscllk Iklirrr. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen V eh r e r st a n d e S. Organ für den Verein „Achawa. ' J(i 47. Den 24 November 18KS 9. Jahrgang. 2U»chen1lich 1 Kummer Bierteljädriicher Abonnementsvrei« 40 fr. 11 Vi Lqr. «njrigm ju -1 Lgr. dir Petst,eile Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. . . Unser Religionsunterricht, mit besonderer Berücksick tigung de« von Herrn Dr. Herxheim er, Landes - Rabbiner auS Bernbürg, der erslrn deutsch-israrl. Svnode vorgelegten Referats. «Fortsetzung-, Herr I)r. Herxheimer spricht in der Fortsetzung seines Referates von den Hemmnissen, d> einem guten Religionsunterrichte entgegenstehen. Er findet diese in den ganz Neinen Gemeinden, deren Mitgliederzahl und peruniäre Mittel sich immer u»ehr verminde-n, und die daher ganz außer Stande sind, überhaupt einen ReligiouSIehrer anzustellen; auch die größeren — inittleren — Gemeinden vermögen nicht, einen qua-! i s i z i r t e n Lehrer aufzunehmen und sind zufrieden, wenn sie für die häufig vacante dreieinige Chasan-, Lehrer- und Schochetstelle überhaupt ein Individuum finden, das nur als Cchochet gut und wohlfeil M. Wir gestehen, daß uns hier docb die Verhältnisse, wie sie sich uns insbesondere in Süddcutschlaud darstellen, nicbt so schwarz erscheinen. Gesetzt aber, eS wäre dies ja der Fall: wie ist t a zu Helsen? Wir vermissen in den: Elaborate die Aufzäh.ung der Heilmittel. Wir finden diese nicht in der Herausgabe eines neue» ReligiruSbucheS, an welchen durchaus kein Mangel ist, sondern einüg und allein in dem Zusammenschluß, in der Vereinigung der einzelnen Gemeindchen, in dem Aufgehen der kleinen Gemeinden in die größer«», in der Bildung von Schulsprengeln. Darin, und nur darin liegt daS Heilmittel, sowohl für die Lehrer als auch für die Schule. Gin Religionsunterricht von 6 Stunden wöchentlich reicht vollständig hin für eine mäßige Kinderzahl, wie sie in solchen Gemeinden, von welchen hier die Rede ist, gewöhnlich ist. Wir selbst können in unseren öffentlichen Volksschulen eine größere Stundenzahl nicht in unseren LektionSplan aufnehmen. Warum sollte lS dem Lehrer also nicht möglich werden, in zwei bis drei und sogar in vier Gimrinden den Religionsunterricht ertheilen, wenn er dafür anständig bezadlt wird? DaS Leben ist kein.Kinderspiel und es fordert Arbeit, Hingabe, Aufopferung von jedem Menschen, der etwa« Ordentliche« in der Welt sein oder werden will. Dem ordentlichen, berufStreuen Menschen wird jede Anstrengung leicht, die im Kreise seiner BerufSaufgabe liegt und die Gränzen der Möglichkeit nicht übersteigt. Warum sollte ei« Lehrer eine Wegstunde oder auch zwei, wöchentlich 2over 3mal scheuen, wenn er weiß, warum er arbeitet? Dahin zu wirken, daß die Neinen Gemeinden da« übertr ebene Selbst- und Absonoerungsgefühl aufgrben, daß sie zum Bewußtsein ihrer Aufgabe und der Erkenntniß der Mittel gelangen, mit welchen allein die Erhaltung uiid Fortbildung deS Judenthum» möglich wird, daß sie sich aneinanderschließen, gemeinsame Jnstitmionen von wirklicher Lebensfähigkeit gründen, ist die Aufgabe der Männer, dir von Gott und der Gesammtheit Israels zur Erhaltung und Fortbildung des ZudenthumS besonders berufen sind. ES ist unser ceterum eenseo l Sorget, daß den Lehrern eine - geeignete Stellung geboren, wird, sorget für ihre gute Aus- und Durchbildung und ihr werdet der Religion am besten gedient haben. DaS kann aber nicht durch Predigten und Schriften, da« muß durch private Einwirkung und in einer Weise geschehen, welche die vielgepriesene Pastorale Klugheit, wenn.iie segensreich sein soll, wohl finden wird. Dann, wenn in solcher Weise geholfen wird, werden sich die Mittel auch finden, um Schulen zu gründen und zu erhallen und für die Bildung der Lehrer zu wirken. Wenn nun der Herr Referent auck ein Hinderniß , für die Bessergestaltung des Religionsunterrichts in! den großen Gemeinden, in der Verschiedenheit der Religionsbücher in den verschiedenen Anstalten erkennt, sc müssen wir dem mit aller Entschiedenheit widersprej chen und zwar ebenso aus religiösen >al» pädagogischen j Gründen. Da in diesen Worten da« Referat über-

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