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Der israelitische Lehrer · 1869-10-27 · 43 (27.10.1869) · p. Seite 460

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
43 (27.10.1869)
Date
1869-10-27
Page
Seite 460 (sequence 8)
Language
German
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Aber noch weit mehr sündigt unserer Ansicht nack Jbit Familie. Wir wollen'S ihr heute nicht einmal als Sünde anrecknen, daß sie — vbwobl in erster Reihe dazu auf Grund eines' heiligsten Men schenrecktS berufen ~ ihren Kindern in der Schule nur geringe Beachtung zuwenbet und sich fast gar nicht mn die sittliche und körperliche Entwickelung daselbst kümmert. -Wir wollen nur daran denken, was sie unmittelbar., was sie im Hause an den eigenen „lieben Kindern" verschuldet, llm sich hiervon einen Begrifi machen zu können, muß man die Erziehung der Kinder' von der Geburt an bis nun 12' oder — bester -- 15. Lebens'jäbre forgfältigst bei allen nur denkbaren Gelegenbeiten beobachtet haben, oder mindestens doch eine größere Anzahl von Kindern >n verschiedene» Lebensaltern und unter ver schiedenen äußeren Verhältnissen. Auf Grund solcher Beobachtungen vermögen wir eins nicht zu begreifen. nämlich, daß im,Ganzen nicht noch viel mehr Kinder an den F.kblcrii leiden oder denselben erliegen, welche Herr Virckow ansiählt: nnd aur Grund derselben Beobachtungen will cs uns scheinen, daß alle die Gesundheit bcnachtbciligendcn Einflüsse der Schulen eine verhältnis-mäßig geringe Wirkung haben gegenüber' den schädlichen Ginflüssen, welchen die .Kinder in der eigenen F-amilic schutzlos Tag und Rächt ausgeieyt sink, link woblgemerkt: wir mindestens haben keinen nennenswertben Unterschied in dieser Beziehung zwischen den Famsiien wahrgeuommen, in w-elcken die Eltern „ungebildet", und solchen, in welchen sie '„gebildet" sind. Tabei wird nnd muß ja abgesehen werden woti kein Unterschied, welchen Armuth und Reichthum bedingen. Wir meinen-daher, daß eine.Kommission, wie sie Herr Pirchow vorscklägr, auch gan: ausdrücklich der Behandlung der Kinder.in den Familien ihr Augenmerk zuwenden müßte, wenn sie ckre Ausgabe mit einiger Aussicht auf Erfolg lösen wollte. Tiefe Kommission — ja. wir sink unschlüssig, cd wir sie mit Rücksicht aus den siweck wirttick annebmen dürfen. Tie soll „amtlich" sein. Aber wir baden zu den „amtlichen" Kommissionen überhaupt nicht großes Berlrauen und gegen die des preußischen Üilteirichts Ministeriums haben wir entschiedenes Mißtrauen. Wir sind mit Herrn Birchow vollkommen damit piliverstanden. daß eine gründliche Untersuchung der KrantbeitS-Erscheinungen in den Schulen' nur durch solche Kommissionen ansgefübrt werden könne; aber wir hätten mehr Vertrauen zu solchen, welche keinerlei amtlicher Beeinflussung auSgefeht wäre». Eine freie Vereinigung von Äerzten und Pädagogen, welche nach einem sorgfältig angelegten Plane ihre Untersuchungen selbstständig auSführte, ist nach unserer innersten Ueberzeugung nicht nur'möglich, sondern auch zuverlässiger, als eine „amtliche". Der letzteren würde auch die Familie nur schwer zugänglich sein.! Das wäre unsere Meinung über die Sache, und Herr Profrsior Virchow mag sie als einen Dank sich gefallen lassen, welchen wir ihm für seine wichtige Schrift - wohl die einzige orie.ntirende aus dem Gebiete der Schul-Gesnndheilepflegr^ — schuldig sind. Gleichzeitig machen wir auf die. kurz und klar , gehaltene „Belehrung über ansteckende Kinder- Krankheiten zum Gebrauch für Dck»lieh rer" aufme'ksam. Dieselbe ist von Deputirten der Berliner Lehrervercine und der Hnfeland'schen medizinischchirurgischei, Grsrllschasi beräusgegeben l Berlin, O. Löwensiein). Sic entspricht den Erwartungen/ z» welck en man ihrer Herausgeber wegen berechtigt ist. (Aus dem „Wegweiser" von Ed. S.s SubscriptionS-Liste, ,'ür die von der Allianc? isr. nniversille gegründeten Schule», in der ik-r. Schule zu Sleinback b. Gießen: 0 Hermann Kar I., 2) Löb Katz II., 3> Jfider Katz, 4) Liebmann Katz, 5) Hermann Katz II, 6) Siegmund Kan, 7) Lob Katz lll., N) Abraham Katz, ft) Bertha Katz. IM Rikchen Katz. II» Fannn Katz, 12) Dorcken Katz 13) Settcken. Jedes Kind zahlt monatlich einen Kreuzer. Go ldsckmidt, Lehrer. Vom l. Januar 187U an wird die ReligionSlehrer, Vorsänger- und Schächlerstelle, verbunden mit der Be-; gräbniß-Verwaltung von Euerbach Geldersb^ei at erledigt werden. Rack der Fassion trägt die Stell? fl. 387. 30 kr. Es sind jedoch noch bedeutende Ne ben-Einkünite mir der Ltelle verbunden. Religiösberähigte Bewerber wollen sick persönlich an den Unterzeichneten wenden mit Beibringung ihrn : Zeugnissen. Verbeirathete Bewerber werben bevorzugt. Reisekosten werben nicht vergütet. Gverback b. Sckweinfirt, 10. Oktober 186!). Juda Schloß,! Eultusvorstand. /Lin isr. Loh||;erberK«Melle, unverheirathet, j nL 29 Jahre alt, sucht einen Dienst. Franco-Ofser- ‘ ten unter Ehissre 8. A. # p befördert die Expeb. d. Bl. Briefkasten. Freund Bl in H.: das Büchlein ist nicht , der Red« werth. — Hrn. Dr. M. St—, vormals in Breslau, I jetzt in verlin, wird um freundliche Angabe seiner Adresse ersucht. Berantwortliche Redaktion und Verlag von Joseph Klingen st rin, Lehrer ,u Ingelheim. Für den Buchhandel in Sommission bei c« kor Seiner in Leipzig. — I Gottslrben'i Buchdruckerri in Main,.

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