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Der israelitische Lehrer · 1869-09-01 · 35 (1.9.1869) · p. Seite 394

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
35 (1.9.1869)
Date
1869-09-01
Page
Seite 394 (sequence 6)
Language
German
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sinnigen aus Grundsatz und die Fanatiker aus Haß gern für das Fortkommen der Juden sorgen würden. Wir hören dann aber die freisinnige Ansicht, daß der Talmud -selbst das Prinzip des Fortschritts vertrete und eigentlich daS religiöse Leben Israels nach den Verhältnissen seiner. Zeit regelte, die Rückkehr zum Urprinzipe -des religiösen Lebens bedinge also auch die Rückkehr zum heiligen Lande, da nns die Entfernung vom Lande die Veränderungen oder eigentlich Hinderungen des Lebens bewirkt hat und noch bewirkt. Ist die verbeißene. messianische Zeit auch noch nicht da; wir sehen doch schon die Zeichen ihres Kommens. Freilich! es siebt eben Jeder diese Zeichen mit eigenen Äugen an. Was deni Einen die Verbindung der Menschheit bedeutet, bedeutet dem Andern dir Trennung derselben i» Nationalitäten. Der Kritiker mißt die aüfgeklärtcu Juden unserer Tage noch mit dem Maßstabe des Dichters Heine, dem das Iudenthum keine Religion, sondern ein Uuglück war, wovon nur die Freigeistcrei oder Taufe befreien könne. Er hält indeß.doch g-oße Stücke ans den Freigeist unserer Tage, welcher;nm Umerschüde von den Völkern -des Alterlhüms überall gewaltiger Unterdrückung entgegenlchritt unv freie Entwickelung förd-rte. Somit solle Israel mir mir Ernst und Energie seine 'Rückkehr nach 'Palästina >. streben; man werde und könne ibr nirgends entgegenfein. Wir wissen nicht, ob wir diesem Kritiker aus seinen Irrgängen in den russischen Steppen noch-, folgen werten: wir haben eigentlich schon genug au diesem frommen Wahn - und Unsinn. Dorf chi e d e n e s. Aus der in Graz erscheinenden Zeitung „Freiheit" - theilr Grätz (Monatsch. Juni) tvohl;ur Signatur für unsere vielfach dem Uliramontanismus hultigende Zeit, dieLislemit, worin Papst LeoX. 1514, kurz vor der.Refm maticn, die'apostolischen Taren sür die Ab- , scluticn von allen nur denkbaren Lastern und Verbrechen zuscmmenst.llrn ließ. Dir, nehmen hihr davon nur im rulturhislcrischen und vöcker: sychologischeu Interesse Noliz. Man bezahlte für die Absolution von > Orossi. Unzucht in der Kirche. 6 Blutschande . 5 Jungfrauen-Verführung ... 5 Coneubinat T 7 Falsche ZeugrncuSsag vor Gericht . (i Tksiamentssälsckung 1. Fälschung apostolischer Bücher. 18 Vater-, Mutter-, Linder-, Gatkenmorl . 5—7 Raub B'oudstistuug und Laienmord . j. . 8 Eharakteristijch ist der Schluß: ,Huzu» inoäi gratis« non cvncetvntur pauperibu», quin non habeat, ergo non poeenet coneolari.* Da« heißt: Diese Gnade« werden den Armen nicht gewährt; 'weil sie nicht«' haben und nicht bezahlen können, darum können sie auch nicht, der Tröstung und Freisprechung tbeilhaftig werden. Bericht der Allianc.e israelite universelle. (ttllge nrine israrl. Vereinigung.) I. Nemester 1869. Auszug aus öcn Sitzungs-Protokollen dos Erntral-AuSschuffeS. Sitzung vom I I. Jan. 186!». ^»rätideut: ai,err Äd. «Lremieu». Herr Beau m irr, französischer Eoniiil;» Mogador. wohnt der Sitzung bei. Herr Beanmier übeneicht der Bibliothel ein Eremptar seine: .Ziei'eberichrs Eon Mogador nach Marokko und von Marokko nach Sastu." Hen A. di S Euriel an-:- rrieü uberrcichl der «Gesellschaft lü> Ereuiplare seines ..Israelitischen Iadr- ' buckes von 1868." Der Redacwur. Hr. Moses Schwab in Paris, sendet seine Zeitschritt. ..die Israelitische Presse" (la presse;it-lite> ein. 478 neu Angeineldete uviivn vorgetchlagcn und a!» Geiellichaftsinitglieder ausgenommen. Ein Lokat-Ail-7'chilst hat fick in Pestb gebilk t. Eorrcspondeiiz. — Sir Francis Go-dsmid rbeilr mit. daß auf seine Bitte Lord Clarendon dem Bcrkreter der ciiglnchcii Regierung in Belgrad die Weisung gegeben habe, die Bitte um Emancipatton unserer Glaubensaenossen bei der serbischen Regierung zu unterstützen. Der Präsident hat dieses Schreiben der ftanzösltche. Regierung niitgetheilt und gebeten. auch sie möge i.m Vertreter Frankreichs die Sacke der icrbiMten Israeliten an s Herz legen. Die Ausschüsse zrEBucharest und Jassy theile« mit, daß die offenkundigen Verfolgungen in Rumänien aufgehört haben, daß die WiUkur-Handlungen seltener werden, und daß die Beamten nicht mehr von so parteiischem und feindseligem Geiste gegen unsere Acitbrüder beseelt scheinen. Herr Marx zeigt seine Ankunft zu Bagdad an; die Mitglieder der Gemeinde hatten ihm den freund-

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