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Der israelitische Lehrer · 1869-08-25 · 34 (25.8.1869) · p. Seite 387

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
34 (25.8.1869)
Date
1869-08-25
Page
Seite 387 (sequence 7)
Language
German
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387 frei," sagte Mosche. „Du hast mich gerettet- „Ieboreckechoantwottet« Solde.... Die Verhandlungen dauerten nicht lange mehr. Die beiden Zeugen, überrascht von den fast in wunderbarer Weise ausgesundenen Beweisstücken, gestanden das Verbrechen. Die Geschwornen sprachen für Mosche das »Richtschuldigaus. Als jetzt Mosche mit Salme und Golde durch die Reihen oe« Volits zog, wichen die Anwesenden in fast ehrfurchtsvoller Scheu vor ihnen aus. Alles beglückwünschte sie. Alles wollte ihnen die Hand drücken. Herr von der Linde geleittte die Drei in sein Haus „Meine Cilla,- sagte er zu seiner harrenden Frau, die schon bei dem Anblicke Mosche's und dem freudevollen Ansehen ihres Adolf den glücklichen Ausgang ahnte. , „Die Liebe hat ein Minder vollbracht, sie hat ihn frei gemacht.' S ch l U K. Hr. v. d Linde. legte dem Könige ein Gnadengesuch sür die von s einer früheren Berurtheilung herrührend« Strafe Mosche's vor und begründete dasselbe in humaner Weile. Er bat zugleich um die Aufnahme Mosche's in den Bürgerverband in derselben Stadt, in der er wohnte und in der seither kein Jude wohnm durste. Bald traf das Handschreiben deS Königs ein, das dem Mosche die Strafe in Gnaden erließ und auch das Bürgergesuch genehmigte. Der jtönig schrieb darunter: ^Jch will Frieden haben mit meinem Volk«. Meine Unterthanen sind die Judm wie die Christen; die Juden sind mir treu und lieb. Wir haben vielgut zu machen an den Juden. Nicht wir können ihnen — sondern sie muffen uns vergeben. Auf der Stätte, wo Mosche unschuldig gelstten, soll er künftig wohnen und die Stadt wird gesegnet sein, wenn di« grausige That, für die ein Unschuldiger litt, sie zugleich hinübersührt zu den Pforten der Humanität und den edleren Anschauungen einer neum Zeit.- Zwei Jahre sind verflossen. Bon dem Berge herab, wo num hineinblicken kann in den Geburtsort Mosche's, kommt ein lnchtrr Wagen. Ein junger kräftiger Mann, ein junges hübsches Weib. und zwei Kinder sitzen darin. Ernst ruht der Blick des Mannes auf der Gegend. Jetzt halten sie vor einem niedrigen Hause. »Schmäh JSrael,- ruft Chasim, „das ist ja der Sattler Mosche.« „Ja, ich bins. kommt, gebt mir den Schlüssel zum „guten Lrt. Ich will di« Gräber meiner Lieben besuchen, mit meiner Frau Golde und mst meinen Kindern.« Äcknd in Hand gehen sie hin zur Stätte des Friedens; dort sicht sie jetzt auf dem Grabe der anderen frühverschiedenrn Golde. „Golde," ruft Mosche endlich unter Thränen; „wenn uns jetzt die da unten sieht, deren Herz in dir lttt, wie Du ihren Ramm hast, so ist sie glücklicher, als sie je im Lebm war; Du hast mich frei gemacht; Du bist die rechte Mutter ihres Kindes geworden. Durch Dich bin ich gesegnet in meinem Berufe, ernähre mich glücklich durch meiner Hände Xrbett. „Molche,- spricht Solde, indem sie ein« Thräne trocknet: .„Jeborechecho.' Alliance isr. universelle. Aerzeichniß der Schulkinder der isr. Gemeinde Alsheim, welche monatliche Beiträge st 1 kr. zur Alliance isr. universelle beitragen. Die Sammlung begann am 1. Juni 1869. 1) Wilhelm Adler, 2) Helene David, 3) Frida- David, 4) Anna Feitel, 5) Bertha Feitel, 6) Simon Hirsch, 7s Adolf Hirsch, 8) Karl Joseph, 9) Karl Kahn, 10) Jakobine Loeb, 11) Leopold Levi, 12) Sigmund Levi, 13) Friederike Liebmaitn. 14) Albert Marx, 15) Joseph Marx, 16) Emil Mayer, 17) August Oppenbeimer, 18) Regine Oppenheimer, 19) Friedrich Oppenheimer. Einladung zur Conferenz des Vereins israel. Elementar-Lehrer für Westphalen u. Rheinprovinz, Zugleich KkMslMssmmlong öfrgnffrfttitinngsfcaflföM gwinß am 22. u. 2». Lept. c. zu Ruhrort, im Lokale der Frau Wwe. Kielmann (Tonhalle.) Erste Sitzung : Nachmittags 2*/-> llbr. Tagesordnung. A. ' ’ ' 1. Die neue Geschäftsordnung, nach dem Entwürfe von Kronenberg u. Gen. 2. Jahresbericht des Vorstandes, 3. Vorstandswahl. R. 1. Der Unterricht im Pentateuch?c-, nach dem Oppenheimer'schen Lehrplan A 4 (Isr. Lebrer Nr. 23 von 1867), 2. Das jüdisch-deutsche Lesen und Schreiben, 3. Freie Besprechungen. Die Gemeinde in Ruhrort ofserirt allen Besuchern der' Conferenz bereitwilligst gastliche Aufnahme am Familientische und Logis, soweit dje Räumlichkeiten es gestatten. Es dürfte sich empfehlen, dass Reflektanten sich zuvor bei Herrn Lehrer ^ichtenberg in Ruhrort anmeldeten. ' . Auch Nichtmitglieder der Conferenz, namentlich die Herren Rabbinen uud Gemeirtdevorfteber, sind freundlichft eingeladen, j Bielefeld, 4. August 1869. 1 Der Vorstand.

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