Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 33 (18.8.1869)
- Date
- 1869-08-18
- Page
- Seite 379 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ilfo diejenige Israel's allein unmöglich sein? Warm» wollen wir das Schwen der Vernichtung an uns selbst legen, selbst Israel ausstreichen and der Reihe der Völker? Warum soll Israel seine Ansprüche auf nationale Wiederherstellung aufgeben, die eS so lange bewahrt hat, auf die eS in der Geschichte ein Recht bat? Glauben die Reformer die-Welt durck Ent-! weihung und Vernicklung des ZudenthumS zu den Lehren de» IuveiltbumS zu bekehren? Denn dies ist; es, was sie durck ihre Vestrebiingen bewirken, wenn auch nickt bezwecken. Israel lebt durch die Lunden I seiner Väter in der Zerstreuung. Wenn deren Schuld j an den Kindern gebüsjt sein wird, werden diese in ihr Land zurnckkrhren. Selbst die anderen Völker werden j nicht eher zu ihrem Frieden gelängen, bi» sie gebüßc haben werden, wa« sie an Israel verschuldet baden.! Die Erlösung der 'Welt ist bedingt durch die Erlösung Israel's. — Selbstredend ist dem Kritiker diese Erlösung Israel's nur die politische, eine religiöse erscheint ihin nicht nöthig. Diese ganze Kritik ricktet ' sich durch sick selbst, sie bedarf wohl keiner Widerlegung. Die selbstständige Rationalität Israel's ist kein specifisck religiöses Bedürfnis?, kein Erfordernis? des Iudentbums; sie war nur.Ein Mal ein Bedürfnis? der Zeit, ibre Wiederkehr ist aber weder ein Erforderniß der Zeit, noch der Religion, sondern steht im Gegentbeil mit der universalen Bestimmung de» IudenthumS und der welthistorischen Aufgabe in Widerspruch. ^Fonseyung folgt.) Kemtleton. i Der Schmuggler. ■ (VOVtfeeutli?.; Die Entdees«»» _ Währen» oier da« Bott vor den Thorm v«S Gerichtshause« lubilirte und rat Haus» selbst mit großem Behagen die Last »er; Jnvizin» und Zeugnisse vernahm, die den angeklagien Juden;u Boden drückte, waren nur eine Stunde von dem Städtchen, m dem kleinen Gebirgsorle an der Grenz« eine liebende Mutter und ein zärtliches Schwestrrherz beküminerl, um dir noch de lümmeriere Golde. Da» sonst io ruhig klare itzemulh Goldes war von einer fast verzehrenden Aufregung beherrscht. Wußte ne ja den «veliebteu heute seinen Richtern gegenüber und in derm Hand die Wagschale über Leben und Tod. Ein unfaßbares Gefühl hielt fie zwischen Furcht und Hoffnung. Immer schaute sie auf zu deni Orte, wo sie ihn zum lebten Male gesehen hatte, hinauf zu dem Gipfel de» Berges, von wo man in die benachbarte Grenzstadt hiituberblicken konnte, wo eben die Gerichts Verhandlung war. ..Muttir,' sagte ste endlich. „Mutter, laß mich hinaus, nnr erneu Augenblick hinaus in's Freie. Ich kann hier nicht mehr rühm. Laß mich m G ottes 'rere Luft. Mich trer >i eme Un ruh«, ich kann nicht mehr dieibm. Lengstige Dich nicht Mutterherz, :ch komme wieder; o-est eicht bringe ich gute Botfchak!.' .Aber. Kind . . . »Laß mich. Mutter. Du weißt, ich folge Dir immer? darum tritt mir nicht mtgeqm. Mir ist'S, als häng von diesem Gange daS Leben und die Seligkeit ab. „So g he. mein Kind." Golde ging. Al» sie an die statte tam, wo f e zu Mosche hingeschaut hatte, blieb ne einen Augmblick stehet. Es war ihr, als stände jetzt Molche an der Schwell« ihres i auies, und winke ihr zu, weüer zu gehen, c» war, als U< ple ihr Wind „Jeborechecho" zu. Und immer weiter stieg »« aufwärts, in dm Wald! sie hone nicht da» dumpfe Grollen I es Donners, »er iminer vernehmbarer wurde; sie sah nicht das grelleLmchtm de» Blitze«, das ,uweilm dm Wald durchleuchte«, dm oor wenigen Minuten noch da» Helle Licht der Sonn« vurazstüthet hatte. Da — auf inmai ein Helles Lmchtm, ai» stünde der ganze Wald in Flammen, ein beläubmver Tonn irschlag; ein' strömender Regen, ergoß sich über die Erde un, weckte die Träummde auS ihrer Betäubung. Angstvoll bl. Ne sie nach einer fchützmdm Stelle umher. Was war da» i Dott — o« Köhlerhütte, von der chr -Vater als dm On de l ersten Zusammentreffen« mit Mosche gesvrochm — und hie , ist da der Bodm nicht wie mit »rischem Blute gefärbt f Dwpeltes Entletzm ergreift sie; st« will stiehm. Da stößt chr uß auf ei am hattm, scharfm Geamstand, sie bückt sich und rvtz de« strü menden :>tegm» und oer Dunkelheit de»' Walve» erkannt« sie ein kleine» Päckchen, ein'Taschentuch, einige Lumpn, ein Messer und einige Papiere. Sie hob es auf. Ihr Auge fiel trotz de« strömmdm Regen» auf dl.e Schri'tzuge, die eine schwer« Hans au> da« Papier gebracht likibrn mußte, und dann o af da« Messer. Sie las; es waren nur w.mige Zeilen. Und «ie von einem elekttischm Schlage durchzuckt, rothete sich ihre Gesichtsfarbe g nochmals und nochnal» durchlieft ste diese Zeilen, dann packt sie das mit Blut besudelte Tuch und Nester mt dein Papiere zusammen und als wäre ein Verfolger hinter il r, stürmts fie den Berg hinan, ohne umzuichauen, »ei» Glich rsstävtcheir zu. Boa om Bäumm rallm dicke Tropfen, ihre ga g durchnäßtm Kleider triefen und wollm sie hindern. Sie deichtet e» nicht. Die Dhiere des Waldes, dir da» stewiiter in i,re Höhlen ge- 'chreckt, schauen verdutzt am die Flüchtige, dii Sonne bricht wieder aus dm Wolken hervot und ivirst struhlei de Streiflichter am dm Waldberg. Die Baume sind wie "mit gl »ernden Perlm bestied und die Bügel beginnm wieder ihcm G:sang. Dort scheucht der eilmde Gang der Dahinschreilenden ei re Drossel auf, di« in ihrem Schlag aufhört, um wie verwundert aus die freindartige Gestalt ausiulchaum; der Berg ist rsti, gm. in hehre, pracht liegt die Gegmd net hrm Blickm a -«gebreitet, sie steht alle« nicht. nur hinunter auf die kleine ' lrmzstadt. wo jetzt dort in dem großm mit Schiefer gedecklm -s uuie cm Mmsch in banger. Angst v»r om Richtem steht undke nm Annehmer, keinen mtiästmdm Beweis hat, schaut ste. Sie »emißt die fyt- °ernuug mit den Augen, ste zahlt im Geiste on Schritte, »ie