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Der israelitische Lehrer · 1869-07-21 · 29 (21.7.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
29 (21.7.1869)
Date
1869-07-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judcnthums und inshesondcre des israelitischen Lehrer st an des. Organ für den Verein „Achawa." M 29. Den 21. Juli 1869. 9. Zaljrgmig. Wöchentlich 1 Nummer Vierteljährlicher Abvnnemenlspreis 40 le. — Wj2 Cgr. Anzeigen ju 1 Egr. di« Petitzcil«. Bestellungen nehnicn alle Postämter und Buchhandlungen an. Die erste Synodalverfammlung. Indem wir uns ansckicken, unseren Lesern ein Bild der Thät gkeit der ersten*) jüdischen Lynodalversammlung vorzuführen, dürfen wir wohl roranösetz^n, datz sie nt.uns übereinstimmeu, das? der Boden, den wir betreten', ein heiliger ist. Die Synode soll den Ritz zwischen Lehre und Leben schlietzen, soll bezeugen, datz des Judenthum mit dem Geiste und den Sitten der Gegenwart im Einklang steht, datz die Bekenner teö JudenthumS in ihren Culturbestrebuugen nicht gehemmt werden durch abgestorbene .Formen. Die Synode ist eine Idee, die als unmittelbare Consequenz deö jüdischen Gedankens oon der „Freiheit des Individuums auch in religiösen Dingen" gelten kann. Nicht was wir erstrebt haben,, was unsere e r st e >üoiiche Synodalversammlung uns Tatsächliches, Fak isches brachte, ist die Hauptsache; sondern, datz sie überhaupt tagte, datz überhaupt fünf Tage hintere, tauber in angestrengter Arbeit Geist¬ *) Wir hallcn die Bezeichnung „erste" jüd. Synodalversammlung fest, obwohl dieselbe nicht ganz historisch richtig ist. Im Herbste jenes denkwürdigen Jahres, das als Sturmj hr den Zeitgenossen noch in < crinncrung lebt, 1648. zu der Zeit, als die „deuljche Nalionalversamn^ung' in F anksurt tagte, waren aus Einladung eines Frankfurter Comitö's daselbst e:wa 7«i—SO Männer, wohl zumeist aus Sübdeutschland, erschienen, um für eine Synode vorzuberathen. L-ir waren selbst Mitglied jener Bertammlung und erinnern uni sehr lebhaft der Dircussionen und Verhandlungen, die sich leider mit Formsachen allzlis hr beschäftigten und dadurch^ wohl der Boden einer weiteren Wirksamkeit verloren. Einige Zeitungsirtikel, ein Flugblatt — das war Alles, was sich von der rimaligen Versammlung erhalten hat und von chr Zeugnib geben kann; nur wenige Israeliten der Gegenwart wissen von jener r Vorgänge; und doch hatten ganz ausgereichnete Männer, von t enen viele jetzt todt sind und der Geschichl« angehüren, Theil genommen: wie, Gabriel 3!res,er, 0r. I. M. Jost, vr. Gosen aus Ma A. m. Von der Lebenden nennen wir nur Dr. Leopol S. Adler z. Z. Gießen u. s. f. Heß, Or. Jacob Well, vr. Adler (Worms), bürg, Ur. Hochstädter (Lrzft aus Karlspuhe^r. in New-Aork, vr. Jacob Auerbach Stern, Lear aus liche und Laien — die Lehrer, und das Volk — über religiöse Gegenstände debatt rten, datz von keiner berechtigten Seite die Compelenz der Synode, über solche Gegenstände^ zu dcbcittiren und zu beschlietzen, angescchten wurde, ist daö bedeutsame, historische Moment derselbe». Die erste Synode hatte, im Vergleiche zu früheren Versammlungen ähnlicher Tendenz, wir möchten sage»: im Vergleiche zu ihren Vorgängern, den Rabbinerversamiiilungen, einen überwiegend konservativen Charakter. Das behindert unö nicht, in ihr das Fundament einer mit dem stets wachsenden Fortschritte im Leben einigen, dem LebenSprinFp der Entwickln rig huldigenden Jahresversammlung zu erblicken. Die vorwiegend censervatiren Tendenzen, die sich geltend machten, geben die beruhigende Ueberzeugung, daß die Synode von Zersiörungesucht frei zu sprechen ist, datz glich die konservative Partei eine Lösung der obschwebenden Lebensfragen des JudenthumS sucht und datz eine solche Versammlung sich nie von dem Beden deS JudenthumS, von seinen heiligen Grundlehren ebensowenig, als von den Grzindgcboten entfernen wird. Aus diesen Gründen haben wir absichtlich die hochgehenden Wellen der Aufregung sich in etwas beruhigen lassen, bevor wir ein Bild der Versammlung entworfen und gehen erst jetzt daran, klar und getreu die Verhandlungen zu zeichnen, indem t^ir uns für einzelne Beschlüsse der Versammlung eine Besprechung für später Vorbehalten. Wir geben vor Allem die Mitgliederliste^ Es waren zugegen die Herren: Direktor S. Szüntü aus Wien. vr. med. M- Engel aus Wien. Emmanuel Biach aus Wien. vr. Kehler auö Fürth. BezirkSrabbiner vr. Hochstädter auS Ems. Prof. Dr. Julius Fürst auS Leipüg. Rabbiner Or. Wiener aus Oppeln. Vorsteher Moritz Kohner aus Leipzig. Landesrabbiner Dr. Adler auö Cassel. Rabbiner Dr. Geiger aus Frankfurt a. M. Rabbiner Dr. Aub auö Berlin. LandeSrabbiner D. Wechsler aus Olden- A

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