Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 27 (7.7.1869)
- Date
- 1869-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ünu'litijidtc Jestrer.! ochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenlhnms und insbesondere des i s r a c l i 1 i f ch c n c k r e r st a n d c s. Organ für den Verein „Achawa.' M 27. Den 7 Juli 1869, i). Jahrgang. chöchnitlich 1 SJuimnft Bierteljährticher AbonnimentSvreis 40 fr — 111/2 Sgr. Slnjrtgfn zu 1 Sgr. dir PrUirrilr Bestellungen nehmen alle Postöniter und Buchhandlungen an. D^r Redakteur dieser Zeitschrift, im Begriffe eben zur Synode nach Leipzig abzureisrn, wird dir Verhandlungen daselbst in diesen Blättern in authentischer Weise zur Veröffentlichung bringen. Literarisches.*) Zweiter Beiricht über die Thalmnd-Thorab Schule;u Prag, abgestaltet von deren Commission. Vcrberge! t T h a I m n d i s & r Terminologie, zusammengestellt und alpbabrtisch geordnet von Stein, l^bil. l)r., Rabbiner und Prediger an , der Meisel Synagoge, Lehrer an der Thalmud-! Thorah-Anstalt der Prager Israel. EilltuSgemeinde. Nebst einein Borworte: Die Aufgabe einer Prä- . parandie für Studirende der jüdischen Tbeelogie. Prag Wir übe gehen den CommissicnSberichl und bemerken nur im Allgemeinen, dass die Thalmud-Tbvrah- Sä'ule nach nicht, ausreichend fundirt ist. Wichtiger ist das die Präparandie bctrefsende Vorwort. Die Tbalmud-Thrriah-Cchulc ist zur Zeit neck nichts anderes als ein^ solche VoibereiteungS-Anstalt, welche ihre Vollendung in c nein Rabbiner-Seminar oder einer jüdisch-theologischen Fakultät hak. Seminar wie Fakultät setzen die allgemein wissenschaftlichen, jpecifisch jüdischen TiSciplinen der Präparandie voraus, oder müssen sie, wie dies in BreSlau der Fall ist, in den Kreis ihres Unterrichts hineinzirhen. Auch die Elemente «r allgemeinen, wie jüdisch-theolrgischen Wissenschaft, welche die Präparandie als Fundament ihres Ausbaues vorauSsetzcn sollte, findet sie nicht immer vor. Das Unterrichten und Lernen wird dadurch sehr erschwert. Wir erkennen an diesem, wie dem früheren Programm dcS geschätzten und gelehr- *) Au» Man jtl an Raum bringen wir heute feinen Leitartikel. ten Verfassers, dast er wissenschaftliche Methode in den tbalmudischen Unterricht zu bringen bestrebt ist. die ihm bisher noch durchgängig fehlt. Mehr oder weniger hängen alle Lehrer des ThalmudS noch der alten naturwüchsigen und nichts weniger als durch Kunst und Einsicht veredelten Methode an. Es wird mit Recht hergehoben, dast die thalmudische Discip! n zu heterogener Art ist, um mit der alt-clasiischen gleichmästiq behandelt und aus dieser r erstanden zu werden. Beide DiSciplinrn mit gleichxr Ausdehnung zu behandeln, dazu sehldeS aber an Zeit. Der Weg, den der Verfasser einand verschlägt, kann bahnbrechend werden und ist darum der Beachrung und Unterstützung werth. Eine »besondere Hebung des thalmudischcn Studiums erwartet der Verfasser von der Verallgcnieincrung und Germanisirnng desielben, gleich wie die wissenschaftliche Behandlung der Bibel auch damit ihren Anfang genommen. - Es wird auf die griechische Ucbersetznng der Bibel durch die LXX hingewiesen, weil der damalige Zcitgelt von der griechischen Bildung beherrscht wurde, wie er jetzt von der deutschen beherrscht w:rd. Gegen die Verallgemeinerung und Germanisirung des thalm. Studiums haben wir Nichts einzuwenden; nur geben wir nicht zu, dast von der Theilnahme nicht jüdischer Gelehrten die w'ssenschafliche Behandlung des ThalmudS abhängig sei. Da» klingt ja fast unwillkürlich wie auS Richard Wagner's Mund, dast Juden kein wissenschaftliches , organisatorisches Talent besitzen sollen. Darin jedoch stimmen wir vollkommen zu, dast, wie für die alt-classiscl'en Studien die Kenntnis; des griechi* schon und römischen VolkS'- und Staalstebens erforderlich ist und gelehrt werden must,-so für das Verständnis; des Thalmuds Geschichte, Leben und Sitte der Zuden in und austerhalb Palästina's. Daher ist Abkürzung der Studienzeit für classische Bildung^ilnd Sprachen ein unbedingtes Erfordernis; für die Studirende der jüd. Theologie. An unsere Gymnasien ast wegen des allgemeinen Lehrgangs ein solches Ansyrnen nicht zu stellen; desthalb ist die Pflege der klassischen