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Der israelitische Lehrer · 1869-06-30 · 26 (30.6.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
26 (30.6.1869)
Date
1869-06-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er Ismelitiselw Kein er. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judentums und insbesondere des israelitischen Lehrer st andes. Organ für den Verein „Achawa. " M 26. Den 30 Juni 1869. 9. Jahrgang. Wöchentlich I Nummer Vierteljährlicher Abonneninitspreis 40 kr. — 11'/2 «gr. Anzeigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bestellungen - nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. ' 1 - - 1 ' - '---1 Mit dieser Nummer schließt das zweite Quartal unserer Zeitschrift und ersuchen wir um balur , gefällige Erneuerung der Allonnements, damit die Zusendung keine Unterbrechung erleioe. Nochmals der protestantische Rationalismus und das Judenthum. Wir haben bereits angezeigt, daß Herr Herold aus Frankfurt a. M. in Nr. 22 der „allgemeinen deutschen Lehrerzeitung" sehr scharf, wir möchten fast sagen: mit verbissenem Ingrimm gegen unseren Artikel in Nr. 7 der „allgemeinen d. Lehrerzeitung" und Nr. 13 dieser Zeitung, der bekanntlich seinem abspreckenden Urtheile über Juden- und Judenthum entgegentrat,losgezogen ist. Wir hatten verehr!.Redaktion der „allgemeinen deutschen Lehrerzritung" im BorauS das Versprechen gegeben, daß wir eü zu einer Polemik in jener, großen und allgemein-pädagogischen Zwecken dienenden Zeitschrift nicht kommen lassen. Wir werden unS dort also darauf beschränken müsten, rein sachlich die Streitpunkte zu behandeln, selbst jede polemische Andeutung zu vermeiden, wenn unS die „allgemeine deutsche Lehrcrzeitung" überhaupt für eine solche Arbeit Raum gönnt. Lieb wäre eS unS, wenn eine andere geübte Feder sich des Gegenstandes bemächtigte. Wir sind durch unseren Beruf und durch äußere Umstände für lange Zeit so sehr in Anspruch genommen, daß Hr. Herold, bei dem Umstande noch, daß die „allgem. deutsche Lehrerzeitung" wegen Stost'überfülle die Arbeiten oft .sehr lange zurückschieben muß, am Ende auch dann wieder, wie in seinem „Zur Abwehr und Verstäy- 'digung" sagen könnte, eS sei sein Artikel „längst in den Zustand deS Unbewußtjeins der seelischen Gebilde zurückgetreten," was, beiläufig gesagt, eine sehr falsche Anwendung eines psychologischen Satzes ist, da er sich auf Geistesprodukte, die rein innerlichen Vorgängen, wie Ideen und Ueberzeugungen, entstammen, nicht leicht anwenden läßt. Wir wollen auck hier nickt so eigentlich gegen Hrn. Herold poleinisiren. Der Gegenstand ist wichtig, die Phrasen, die darum gehängt werden, kümmern uns nicht, l Doch können wir nicht umhin, einige der aufgestellten Behauptungen hier vorläufig zu besprechen, weil sie zu oft wiederkehren und in der von uns verheißenen sachlichen Bespreckung keine Berücksichtigung finden können. WaS ist's denn eigentlich, was in neuerer Zeit insbesondere gerade die Anhänger der sog. freisinnigen Richtungen innerhalb deS Ehristentbums zu Gegnern deS Judeythums macht? Wir können dafür nur zwei Gründe aufsinden, die die eigenthümliche Erscheinung, wenn auch noch nickt genügend, erklären., ^ie Atbeisten und Pantheisten, diejenige religiöse Richtung, die besonders in den sogenannten freireligiösen Gemeinschaften ihren Ausdruck findet, kann eS dem Judenthume nicht vergessen, daß es eigentlich die religösen Ideen der Welt gegeben;^ daß die Bekenner deS JudentbumS „mit Hartnäckigkeit", wie sie sagen, mit der der Idee immanenten, darin begründeten Ausdauer, Begeisterung und'Hingebung, wie wir sagen, an der Religion festgehalten. Sie hassen das Judenthum, weil es eigentlich allein nur „Religion" d. i. das Leben erfüllende GotteSgemeinschaft bedeutet, während die anderen Bekenntnisse, die von ihm herrühren, eben doch nur „Bekenntnisse, Confessionen" sind. Sie hassen die Dlüthen und die Früchte, also auch den Stamm.I Daö Judenthum ist der geborne und geschworne Feind des Unglaubens — darum hassen es die Ungläubigen, die ja im Grunde ebenfalls „abergläubisch" sind. ~ . Die freisinnigen Protestanten jedoch, die noch innerhalb ihres Bekenntnisses stehen, bedauern die abergläubischen AuSwückse desselben, die Dogmenherr-

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