Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 25 (23.6.1869)
- Date
- 1869-06-23
- Page
- Seite 310 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlins. Ein Jeder wird befriedigt von hier nach Hause zurückkehren und dankbar besten gedenken, was ihm hier geboten wurde. Die. Versammlung war die größte, die bisher getagt hat, die Zahl ihrer Theilnehmer beträgt, über 4000; niemals ist eine solche Zahl von Jugendbildnern so eng zusammengeschaart 1 gewesen. Es ist dies ein epochemachender Augen- : blick; möge er >«^einst als ein fegenbringendxr be-; zeichnet werde».. , Den Geist, der in dieser Versammlung gewaltet,; müssen wir unumwunden als den rechten anerkennen, wenn auch mancher Sturm die Versammlung durch-! weht hat, und wenn gleich unberechtigte Elemente zur! Geltung zu kommen strebten. Wir haben über die : Gegensätze gesiegt und werden auch darüber siegen in Zukunft. Und wenn sogar derjenige es wagte, der! sich offen als Feind der Versammlung bekannt hat, hier in unserem eigenen Lager für seine Zwecke Propaganda zu machen, so hoffen wir, daß ihm daraus die eine Frucht wenigstens reifen werde: die Scham über das eigene Beginnen. Und wenn auf der an> deren Seite nicht in jsdem Momente die Duldung geherrscht hat, die wir auch dem Gegner schenken müssen, so wollen avir auch daS^ gelernt haben, daß Duldung herrschen muß in einer Versammlung, die^ darauf Anspruch Macht, eine allgemeine zu sein. Hoffen wir,-daß eS uns gelingen werde, Bestrebungen aus unserer Mitte sern zu halten, die nicht lediglich auf Bildung der Jugend gerichtet sind.' Man hat gesagt, daß wir unsere Arbeit nicht, genug mit Gott begonnen haben.. Unsere ganze Arbeit ist ein Gottesdienst gewest», der die heiligsten Dinge zum Gegenstände hatte, welche die Gottheit selbst als solche bezeichnet hat.. Und wer das leugnen will, der trete her und scbäme sich. Unsere Arbeit ist das Opfer gewesen, das wir Gott mit demüthigem Herzen dargebracht haben. Ihm allein die Ehre!" Die Versammlung bricht nach diesen Worten in einen langanhaltenden Beifall aus, der mit eiyem Hoch auf den Präsidenten schließt. — Neben den Hauptversammlungen, über deren Verlauf im Vorstehenden eingehender berichtet worden tu, tagten gleichzeitig 3 iNebenvcrsammlungen; und zwar: eine mathsmätisch-nalurwissensck'aftlicbe Section, eine solche für Fröbel'scbk Kindergärten und eine kür Töcbkerickulen 'und namentlich für die zahlreich -hier anwesenden Lehrerinnen, in welchen Sectionen ebenfalls eine Anzahl.sehr instructiver Vorträge ans den betreffenden. Gebieten den sich dafür inreressirendcn Lebrern gehalten.wurden. auf welcke Vorträge hier näher einzugebeu der Naum nicht gesrattekT^^ Aunercem war in sebr instructiver EWeise eine sedr reicb ausgeftattete Lehrmittel-Ausstellung veranstaltet. in.einem Unnange und in einer Aiwwabl, wie sie viellaicht in D-utfchland keine andere Stadt als Berlin zusammen zubringen im Stande wäre, welche , Ausstellung die Lehrer mit den neueren Erscheinungen im Gebiete der pädagogischen Literatur und namentlich mit den vielfachen Veranschaulichungsmitteln auf den verschiedenen Gebieten des Unterrichts und besonders des naturwissenschaftlichen, sowie für die eigene Fortbildung bekannt zu machen geeignet war, ein Bortheil, der namentlich für Lehrer, die in kleinen Städten oder auf dem Lande leben, nicht hoch genug anzuschlagen ist. War so in den.Haupt- und Nebenversammlungen, wie in der Lehrmittetausstcllung ein reiches Material zur Anregung nach der Seite deS Wissens und Könnens auf den verschiedenen Gebieten der BerufSthätigkeit für die Lehrer gegeben, so war auch durch die BeMhungen deS Ortsausschusses und durch das freundliche Entgegenkommen aller Gesellschaftskreise mannigfache Gelegenheit für geselliges und erheiterndes Zusammensein, für Vergnügen und ästhetische Befriedigung geboten. ■ Der König selber hatte dem Ortsausschuffe für die VersammlungStagr die Königlichen Theater, das Opernhaus und das Schauspielhaus zu freier Benutzung für die Lehrer zur Verfügung gestellt und ihm sogar die Auswahl der aufzuführenden Stücke überlassen. Gemeinsame Festessen, Abendzusammenkünste, gemeinsame Fahrten nach Potsdam und Tegel (Alexander v. Humboldl's zeitweiliger AufenE Halts- und nunmehriger Begräbnißort) Veranstaltungen von gemeinsamen Besichtigungen der zahlreichen und hochinteressanten Sehenswürdigkeiten aller Art in einzelnen Sectionen und unter Leitung von aus Berliner Lehrern auszewählten Führern, wobei Behörden und Private den Lehrern gegenüber sich ungemein entgegenkommend und gastfreundlich erwiesen. Alles das bot auch nach der geselligen und Vergnügen und Genuß gewährenden Leite hin den eingetroffenen zahlreichen auswärtigen Lehrern eine reiche Quelle der erfrischendsten Anregung. So waren den zahlreich herbeigeftrömten Lehrern in der Versammlung und durch diese eine Anzahl nach vielen Richtungen hin genußreicher und Befriedigung gewahrender Tage geworden und wollte man nun die Frage nach dem etwaigen reellen und praktischen Nutzen stellen, den die heimkehrenden Lehrer aus der Versainmlltng und diese selber in ihrer Gesammtheit für die Lehrerwclt und ihr Thun erzielt, so müßte freilick' jeder Einsicbtigc zugeben, daß dergleichen Versammlungen nicht grade dazu angethan sind, unmittelbaren, greifbaren Erfolg sogleich nach sich zu ziehen. Die in der Versammlung gemachten Vorschläge-, alz . richtig verkündete Grundsätze, ausgesprochenen Thesen und gefaßten Re'clutionen werden sicher nicht unmittelbar in die Sckmle unk in die Thätigkeit an der-