Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 22 (2.6.1869)
- Date
- 1869-06-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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er IsrneMseKe Jehrer Wochenschrift für die allgemeinen Nnge!egen!:cilen des Iudenlhums und i n s b e f o n d e r e d e s israelitischen c! r c r st a n d e S. Organ für den Verein „Achawa. ";.f£ TI. v Den 2 Juni 186!). " ■!). ZütirgMg. WöchenUich 1 Kummer SierteljiUirlidier Kbonnfmentei'reis 40 Ir — 111/2 Lqr. Anzeigen zu I Cgr. die Pctiizcile Destcllungen nehmen alle Ponämtec und Buchhandlungen an. Zur Acbawa.! 1N«h. Wir haben, alc (^efchäftSfübrer der Achawa, in! den jüngsten Tagen den Jahresbericht pro 1806 »er- > sendet. Es wird und nun wohl vergönnt sein, mit I einigen Worten und Bemeikungen desielbeu auch in diesen Blättern ju gedenken. Vor allem wird sich jedem vorurtheilsfreien Be urtheiler oes Berichts und des ganzen Instituts überhaupt die Ueberzeugung ausdrängen, das; der dauerndes Liesl and unseres Heiligen und wohlthätigeu Werkes unzweifelhaft gesichert ist, obwohl die Entwicklung nur! einen regelmäßigen Verlaus nimmt, und, obwohl etwa zwei i Fälle ausgenommen, noch nicht von eigentlich hebenl tenden und ausnahmsweise besonders großen Zuflüssen! gesprochen werden kann, wie sie iu Anstalten ähnlicher; Art;uweilen Vorkommen und wohl auch bei uns > »och Vorkommen werden. Wir können jetzt schon j sagen, daß der Verein, im Großen und Ganzen seine \ Pflicht erfüllt, daß er Segen und Hülse bringt, henen! die ihm anempsohlen sind. Las zeigen schon die ' Zahlen, welche das Vorwort aussührk. Wir werden 1 diese statistische Notizen einiger Betrachtung unterziehen. ' Wohl hat sich unsere Hoffnung, die wir bei der Gründung auSsprachen, noch lauge nicht ganz. ' erfüllt. Noch ist der ideale Zweck des Vereins un \ erreicht. Von den paar Taufend jüdischen Lehrern, die Deutschland zählt, gehören, nur einige Hundert j unserem Vereine an. Nachdem wir jedoch die lieber-- ' zeugung haben, daß die Aufnahme weiterer Mitglieder mehr im Interesse der Aufzunehmenden als in dem; des Vereins liegt, der dur^h.die jetzige Zahl feiner j Mitglieder in fick selbst genügende Kraft zum gesicherten Fortbestände und zur segensreichen Entwicklung hat, fühlen wir uns, auS materiellen Gründen, nicht mehr verpflichtet, den Eintritt anderer, als ganz junger Mitglieder zu erstreben. Vom idealen Standpunkte . aus stellt sich natürlich die Sachlage anders. Wir hegen als Gründer auch heute noch den wohlberechtigten Wunsch, eo wöge der kreist der Owineiusainkeit, der. Geist der Zusammengehörigkeit, der aufopfernden Bruderliebe tnirihÖ mehr und mehr wirksam werden unter den Lehrern des deutschen Israels und in diesem Geiste mögen sie Alle, Alle sich betheiligeu on_ dem herrlichen Werke, das wir gegründet haben im Vertrauen auf die Strebsa mkeit, aus den Charaeter, aus die rege?be>lnahme aller jüdischen Lehrer. Wir haben oben eine Aeußeruug gekhau, die einer Erklärung bedarf. Wir sagen, daß wir nur mehr noch ganz junge Mitglieder aufzuiiebmen auS bestrebe n, wodurch selbstverständlich ältere Mitglieder, wenn sie den statutarischen Anforderungen, entsprechen, dmchaus nicht ausgeschlesfeu sein sollen. Man könnte dar als eine Abweichung von unserer ursprünglichen Tendenz ansehen, die bei unserm Vorhaben in seinem ersten Anfkeimen vielfach bestritten wurde. Unsere Ansicht in dieser Beziehung ist sich jedoch gleich geblieben. Wir vertreten in dem, was wir hier jagen, natürlich, wie' immer, nur unsere persönliche Meinnng. Aber ein eingehendes Slndium der betreffenden Frage Hat uns die UeHerzeugung verschafft, daß, vom Utilitätöstandpunkte aus betrachtet, dic älteren, ja die ganz alten Lehrer unserem und ähnlichen Vereine weniger gefährlich sind wie die jungen Ein alter Lehrer hat gewöhnlich erwachsene Kinder, eine alte Frau aber steht allein. Die Last, die durch seine Dienstunfähigkeit oder seinen Tod dem Vereine erwachsen kann, ist gar nicht zu vergleichen^ mit den schweren Verpflichtungen, die wir oft bei Züngeren zu übernehmen haben, mit den grä.ßlichen Lagen in einzelnen Fällen, in welchen dienstunfähige Lehrer mit zahlreicher Familie, Witlwen mit-3 bis 6 Kindern unter 16 Zähren kommen, wie solche Fälle in unserem jungen Vereine schon zum festeren vorkamen Ev ist also unser Priucip: Alle aufzunehmen, welche kommen, auch vom rein materiellen und praktischen