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Der israelitische Lehrer · 1869-05-05 · 18 (5.5.1869) · p. Seite 258

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
18 (5.5.1869)
Date
1869-05-05
Page
Seite 258 (sequence 6)
Language
German
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— 858 Hab««, um den ungeheueren Ansprüchen die man von allen Seiten an sie stellte, sich zu entziehen, denHeimathsort verladen. So gibt'L Städte von 6000— 8000 Menschen, jronmtcr kaum noch 20—30 sind, welche noch einige .Hundert Rubel Permögen haben und nicht, wie alle Uebrigkn, von Hanv zu Mund zu leben brauchen; sofern Dämlich nicht die Hand, und in Folge dessen auch der Mund, vollkommen alles Nothwendigen baar sind. Und dennoch kam der Rothstans weder zum Ausspruch »oll) zum Ausbruch, ihrer fast an CommuniSmus gränzenden, erzwungenen oder freien Unterstützung unter einander und ihrer fast an Asretik grän'zeuden Enthaltsamkeit wegen. Mit etwas Weist- oder. Schwarzbrod, Gemüse und einem Häring — welch letzterer, die Gastronomie betreffend, hier eine sehr große Rolle spielt — richtet ein jJude dieser Gegenden ein Festmahl zu. Eine mehrjährige Mißernte mußte' den Nclhstand endlich mit allen seinen schrecklichen Folgen hcrvortreten lassen. Der Verarmung nird vieler' anderer mißlichen Dinge wegen vom großen Weltverkehr längst ausgeschlossen! und lediglich auf den Perlehr mit d?m Landmanne hingewiesen, schwanden ihnen plötzlich alle Nabrungss und Ernährunqsmittel. Sie versorgen »en Landmanii vom größten Gutsbesitzer bis znm klcstisten Cigcnk^tbner und Lcomann mit alle D-dürfnifwn und verwerrhcn ihm allen Ueberflüß. Fcmebr der Ucberfluß schwjndet, destomchr wirdda», Bedürfmß reducirt, und so ist nach keiner Richtung für die Unglücklichen klcineirHandelslente eine Beschäftigung. R»ch viel schlimmeis steht es um die Handwerker. Dfesd^nähen dem Pauer seine Kleider uyd. Schuhe / xerscrtigen ihm alles und jedes Hausgerätbe, baue» ihm sein« Häuser, ja s selbst ansehnliche Kirchen uuc (Prunkgc^iudc-chcrden von jüdischen Handwerkern errichtet, vOnn größten Städten trifft man unter den Hantzwcrrnn weithiii berühmte wahrhaft geniale-Männer; stelle sind brodlck, da sie weder bei Juern noch bei bei Christen.Beschäftigmig finden. Zu den 'sogenannten „Dorfgchcrn" geböten nicht nur die ffeinen Handelsleute, sondern auch Hunderte von lleink» .Handwerkern. . Die Woche über Freitag kommen sic rungsmitteln schwer arbeiten sie aus dem Lande, am mit wenigem Gelde, aber mit Nal beladen nach Hause und bringei den Ihrige» den Unterhalt für die kommende Woche. Tie Äauern haben jetzt kgujn Peod für sich nid die Jhrigeki, die armen Dorszeher sitzen jetzt zu Haus! und — verhuiigerii. Nun meinen vielleicht Viele, in diese >r Gegenden herrsche große Theuernng. - Dem ist nicht so. Brcd ist nicht \ viel theurer als sonst, Fleisch sognr billiger. Wegen! anhaltender Dürre ist im verflossenen Sommer wenig I Viehfutter gewachsen. Das Pieb riuß mit dem Brodgetr-eide ernährt, oder, was viel hä isiger geschieht, verkauft werden. Fleisch ist darum in diesem Jahre billig, für wenige Kopeken wird das Pfund, verkauft; jedoch das ist eben daö Schmerzlichste, selbst diese wenige Kopeken können die Unglücklichen nicht auftreiben. Es ist kaum nothwendig, mehr zur Dar- und Klarlegung anzuführen. Eigentlicher Rothstand herrschte unter den Christen dieser Gegenden weder im vergangenen, noch viel weniger sin diesem Jahre. Selbst die rusiische Regierung anerkennt dieses indem sie ihre Maßnahm m zur Abhülfe, in so fern von solchen, die Rede sein kann, nur den Juden zu wendet. Um weiteste Verbreitung des Vorstehenden durch die Presse, sofern dies nothwendig erscheint, bittet im Interesse der guten Sache das -UnterstütznugS-Comite für die Israeliten an der benachbarte» russischen Grenze." Bericht (Bulletin) 1 der Alliance Isra61ite Universelle. Auszug aus uen Sitznngs-Protokbllen des Ccntral-C'omites. (Fortsetzung.) Tor Ausbroiluilgö - (Propaganda -) Ausschuß, der sich unter dein provisorischen Vorsitz des Herrn Julius Lion coiistiiuirt bat, bat einen neuen Aufruf an die Pariser Israeliten beschlossen; er wird von Haus zu Haus geben, UIN die;n verbreiten. Er schlägt dei.l Ceütrrl- Ausschuß vor, in den israelitischen Schulen monat'iche Subsoriptioneu von ö Centimes für jeden Scküler zu Gunsten der Schulen im Orient zu veranlassen. Der Vorschlag wird angenommen. Israeliten von St. Petersburg beklagen sich über die Austreibung der Israeliten, die sich ohne besondere Cnilä h liguug in dieser Stadt niedergelassen baden. Der Herr- Präsident nimmt fick vor, mit dein Herrn Geschäftsträger der Gesandtschaft in diesem Betreffe zu sprechen. Herr Armand Lev» von Bucharest zeigt a i, daß die Rumänische Regierung im Begriffe stebe, emen Plan für das Bürger-recht der Israeliten auszna..ritzen, daß sie die Israeliten wieder zu den öffentlichen Versteigerungen lasse, daß sie eine Untersuchung angeordner über die Rcchtsverweigerung, deren Opfer Herr Odeffer aris Verlad geworden ist, und daß sie daß von den Gr iechen zn Turn-Scverin cnlfühne israelitische Aind seinen Eltern habe zurückgeben lassen- Der Ausschuß zu Belgrad ball es für nützlich, das zwischen der Regierung und den verschiedenen politischen Parteien in diesem Augenblicke bestehende gute Einvernehmen zu benutzen, uin sich von Reuen» mit der israelitischen Frage zu beschäftigen. Ter Central-Ausschuß beschließt, die freundliche Vermittlung der französischen und englischen Regierungen zu erbitten, um von der' serbischen Regierung i

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