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Der israelitische Lehrer · 1869-05-05 · 18 (5.5.1869) · p. Seite 254

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
18 (5.5.1869)
Date
1869-05-05
Page
Seite 254 (sequence 2)
Language
German
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254 Ackerbnnfchnle z» Jaffa. . Israeliten! Sie kennen die fortwährenden Anstrengungen der Alliance israelite universelle zizm Zwecke Licht, Bildung und mit ihnen Wohlfahrt in Afrika' und im Morgenlande zu verbreiten. Allenthalben bat sie Schulen gegründet und von Bagdad bis Tanger verbreiten diese Schulen Unterricht unter Tausende von Menschen, die bisher in der Unwissenheit' dahinlebten. Der Unterricht verleiht jenen Bevölkerungen das Bewußtsein' ibrer Menschenwürde, flößt ihnen den Wunsch, sich aus der Niedrigkeit zu erheben sind Liebe zur Arbeit ein; aber in diesen Gegenden fchlt es an Arbeit, die Industrie ist dort unbekannt, der Ackerbau befindet sich noch in. der Kindheit. Besonders herrscht in Palästina ein vollständiger Mangel an aller Arbeit und daS Elend ist auf einen bohen Grad gestiegen. Man hat ein Hellmittel für diesen traurigen-Zustand im Almosen gesucht; aber daS Almosen,. wenn eS ein regelmäßiges Uiiterhaftungsmittel wird, entwürdigt den Menschen und verewigt Elend, anstatt ibm Einhalt zu thun. Und Palästina ist das Vaterland unserer Ahnen, die Wiege unserer Religion, das Land unsrer Pro pheten und Weisen, Palästina hat nnverjährbäre Ansprüche an unsere innigste Theilnahmc. Der Boden Paläftina'S isi fruchtbar, es ist daS Land wo „Milch und Honig fl oft." Seine reichlich vorhandenen Quellen sind nickt verfliegt und Saron's lackende Ebenen werden nicht ewig mit Disteln und Dornen bedeckt bleiben. Es handelt sich darum, diese Quellen wieder zu erschließen, die die Felder bedeckenden Steine zu entfernen, diesen vormals so gesegneten Boden durch fleißige und geschickte Hände wieder zu bebauen. Die Alliance hat. die Errichtung einer Ackerbauschule zu Jaffa, dem Hasen von Jerusalem, beschlossen. Dieser Plan wurde uns eingegeben durch ein aufmerksames Studium der Lage unserer Glaubensgenossen. hauptsächlich aber durch den Bericht eines unsrer Mitbrüder, des Herrn Netter, den er uns nack einer in Palästina und den angrenzenden Ländern von ibm anzestellten äußerst gründlichen Prüfung erstattet hat. Diesen Bericht unterbreiten wir hiermit Ihrer Einsicht: er wird Ihnen, besser als unsere Worte, den höben Ruhen, die ganze Größe dieser Anstalt darlegen, welche.den Namen: Ackerbauschule der israelitischen Allianz führen wird. Darin liegt die Zukunft und da» Heil Palästinas und, durch Palästina das Heil des Orients. Unsere Jünglinge werden daraus hervcrgehen und sich in jenen Länder« zerstreuen, welche heutzutage Wüsten sind und die nur kräftige und verständig angewendete Hände verlangen, um sich, wie der Prophet'verheißt, auS den Trünimern zu erheben und wiederum ei» FelobteS Land zu werden. An die Israeliten der ganzen Welt, an die im Norden wie an die im Süden, richten wir den Aufruf der Mitwirkung zu diesem Werke der Barmherzigkeit, welches das Werk und der Ruhm Aller sein wird. Sind die Ausgaben auch groß, so ist das Werk noch größer und unsere gemeinsamen Anstrengungen werden unS die Ausführung desselben erleichtern. Die Stimme der Alliance wird nicht ungehört verschallen; cö besteht zwischen ihr und den Juden der ganzen Welt ein Austausch deS Mitgefühls, der von Tag zu Tag noch zunimmt. Dank dem Vertrauen, das man ihr entgegentrug, gelang es ihr bereit« lstroßes zu vollbringen, Verfolgungen Einhalt zu thun, Ungerechtigkeiten abzuhelien, Nothstänve abznwenden, von denen unsere Glaubensgenossen bedroht waren. Bis zum heutigen Tage hat sie Glück gehabt in ihren Unternehmungen, sie wird es ferner haben: die Ackerbauschulc wird ins Leben treten. Unsere Rabbinen werden uns die Mitwirkung ihres Wortes verleihen, unsere Reichen werden unser Werk der Barmherzigkeit durch ihre Freigebigkeit, unsere Armen durck ihr Scherfle-n unterstützen; unterstützt durch die wohllhätige Hand der Menschen, wird cs gekrönt werden durch den Segen Gottes, denn Gott hat Wohlgefallen an all den edlen Anstrengungen, die sich das Große, Wahre, Gute zum Ziele se^-n. Die Mitglieder des Central-Ausschusses: (Folgen die Unterschriften.) < Wochenbericht. Heidelberg, 18. April. In Folgergänze »er Einladung haben sich heule etwa 60 israel. Lehrer im hiesigen „Gasthaus zum Roß" eingefunden, woselbst ihnenein großer Saal zur Verfügung gestellt wurde. Schon lange war keine sü große Zahl isr. badiseyer Lehrer zu gemeinsamen Bestrebungen versammelt wozu aber hauptsächlich die gegenwärtig obwalten, e» Verhältnisse gedrängt haben. Dee Eardinalpunktc, die auf der Tagesordnung standen, betrafen 1) die Anstellung der Lehrer und 2) die Festsetzung dxr Be soldung durch den Großh. Oberrath. AlS Vorsitzender wurde Lehrer Scherer aus Karlsruhe gewählt, der zur Versammlung die Anregung gegeben hatte. 1. Anstellung. Gestützt auf die bestehende Verordnung Großh. Ministeriums vom Jahre 1833

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