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Der israelitische Lehrer · 1869-04-28 · 17 (28.4.1869) · p. Seite 251

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
17 (28.4.1869)
Date
1869-04-28
Page
Seite 251 (sequence 7)
Language
German
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251 Herr 61 male!, Oberrabbiner zu Mogador, , bezeichnet den großherzigen und fortwährenden Schutz, > welchen Herr B a u m i e r, französischer Eonsul, der dortigen iörael. Gemeinde angedeihen läßt. Man beschließt, seinen Brief übersetzen zu lassen und den iSrael. Zeitschriften mitzutheilen. Gin Glaubensgenosse zu Memel bezeichnet neue Gewalthaten, deren Opfer die russischen Israeliten Seitens der Behörden geworden sind. Eine hochstehende Persönlichkeit in Lt. Petersburg, welcher der Central-Auöschuß die Klagen unserer Glaubensgenossen übermittelt hatte, theilt mit, daß er Schritte gethan habe, von denen er Erfolg hoffen dürfe. Herr I. Loewy auS Nagy-Kanisza, Mitglied der von der Negierung nach Pesth berufenen iSrael. Notabeln-Dcrsamnilung, zeigt an, daß in dieser Der- -sammlung ein bedauernSwerther Zwiespalt»;« Tage getreten sei und bittet den Central-AuSschuß, seinen Einfluß zu gebrauchen, ilm die ungarischen Israeliten zur Eintracht zu mahnen. Man beschließt, Herrn Oberabbiuer I s i!d o r zn bitten, an den in Pesth zusammen tretenden Kongreß einen Aufruf in diesem Sinne zu richten. Herr L. Loew, Oberrabbiuer zu Sgegedin,. theilt den Briefwechsel mit, den er über den Zustand der serbischen Juden mir dem englischen Eonsul zu Belgrad geführt Ihat und bittet den Ausschuß, die Wahl eines Rabbfners für Belgrad vorzunehmen. Der Ausschuß drückt detn Hrn. Oberrabbiner seizien Dank auS. Der Herr Schriftführer gibt Kenutniß von einem Briefe der russischen Gesandtschaft, welche mittheilt, daß, ans die Bitte des Eentral-Äusschufses, der letzte noch lebende JSraelit von den wegen der Geschichte zu Saratow Berurtheilten, begnadigt worden sei. Sitzung vom :>>. Juli Vorsitz des Herrn Ad. Ersmieux. Anwesend i r der Sitzung: Herr Baumier, französischer Corsnl zu Mogador; Herr Saint Ehaffray, stanzösischcr Vice Eonsul zu Nabbat; Herr Leopold Stroß, Sekretär des Local-Auö schuß zu Cairo; Herr Jos. Halevtz, begleitet von einem jungen Falascha. Ein Mitglied zeigt an, daß Herr Graf Rose t ti, ehemaliger Vicepräsident des Senats zu Bucharest, im Begriff stehe, ein Werk über Toleranz herauSzuzeben, worin die Rechte der Rumänischen Juden energisch vertheidizt würden. Der landwirthschaftliche Ausschuß zu Metz sendet den Rechenschaftsbericht seiner Iahresverwaltung ein. 131 Mitglieder werden vorgeschlagen und in die Gesellschaft ausgenommen. Herr Baumier gibt nähere Mittheilungen über die Lage der JSraelitet» zu Mogador. Die Schulen haben eine ziemliche Anzahl von Zöglingen. Die Knabenschule, welche vergangenes Jahr von vielen Sbülern verlassen wurde, die dann vom Bettel leben, zahlt jetzt etwa 100 Zöglinge, die französisch lesen und schreiben. Die Töchterschule hatte eine schwierige Entwickelung; sie zählt Schülerinnen, welche Frau E o h n sorgfältig erzieht und unterrichtet. Leider! erhalten die- Schulen nur Kinder aus dem Mellah, dem von armen Juden bewohnt«; Stadtviertel; die aus der Kasbah benutzen nur selten die ihnen für den Unterricht ihrer Kinder gebetene Gelegenheit. Der Herr Eonsul erwähnt auch rühmend das RettungShauS des Doktors T h 6 v e n i n, welche» seine uneigennützige Sorgfalt auf die ganze Bevölkerung ohne Unterschied des Glaubens ausdehnt. Herr v. Samt-Ehaffran berichtet über die Lage der Israeliten zu Rabbat, die in geistiger und moralischer Beziehung weniger begünstigt sind, als ihre übrigen Glaubensgenossen im Küstengebiet. Nichts leistet ihnen Beistand, um aus der Erniedrigung, in die sie gefallen siitd, bcrauszukommen. Selbst die Mitwirkung der französischen Geschäftsträger ist ihnen von keinem Nutzen mehr, wegen der Schwierigkeiten jeder Art, welche dje Orts.behörde ihnen bereitet. Herr v. Saint-Ehaffray empfiehlt der Alliane« - die Errichtung einer Schule zu Rabbat, das als kaiserliche Residenz besondere Wichtigkeit hat. Der Vorschlag wird dem Schulausschuß zugewiesen. Hdrr Moritz'Marx, HülfSlehrer am Pariser Waisenhaus, wird zum Direktor der Schule zu Bagdad ernannt und ihm ein Gebalt von l>000 F>^. bewilligt. Herr Hilevy verlieft einen Bericht über seine Reise nach Abyssinidn und über die Lage der Falascha's. Ihr^ Anhänglichkeit an die jüdische Religion, ihr unglücklicher Zustand und ihr lebhaftes Verlangen, an dem von der Alliance zum Nutzen der unterdrückten Israeliten unternommenen Werke geistiger Wiedergeburt theilzunehmeu, erscheinem ihm als eben so viele Ansprüche, welche die Falascha'ö an das Mitgefühl der Gesellschaft zu machen berechtigt sind. Die Stadt Matamma, in Aegvpten, deren Markt von einer großen Anzahl Falascha'ö besticht wird, und die drei bis vier Tagereisen von den Mittelpunkten der iörael. Bevölkerung entfernt ist, scheint ihm wohlgelegen, um dort eine Schule zu errichten, in welcher die Falascha's daö ihnen vollkommen unbekannte Hebräisch und die Elemente der Wissenschaften erlernen könnten. Herr Daniel, ein junger, in der Sitzung anwesender Falascha,. erklärt, der Dolmetscher seiner Brüder zu sein, indem er der .Alliance die Dankbarkeit derselben für die ihnen bezeugte Theiluahme auödrückt. Er sei nach Europa geschickt wordey, um hier die heilige Sprache und die Wissenschaften zu erlernen und sich die Fähigkeit zu erwerben, dereinst selbst i

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