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Der israelitische Lehrer · 1869-04-21 · 16 (21.4.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
16 (21.4.1869)
Date
1869-04-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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rr IsrsMisrKe IeKrer. Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Iudenthums und insbesondere des israelitischen Lehrer st arides. Organ für den Verein „Achaton." Jfä 16. Den 21. April 1869. «). Jahrgang. WSchentlich I Rummii VieneliShrliä-er Abonnnnent-->vrcib 40 Ir. — kl>,^ Lgr. Lnzeigm zu l Lqr. die Petilzeile. Vcstellungn, . „khinen ale Dostamrrr und Buäihandlunqrn cm. '-LL-^~ - —"4--L')p,w Nüst^ug und Schiffszwieback für des ^ebrers ^rftlingSfahrt auf das erste ^>ahr seiner BerufStbätigteit berecknet. Von M. »rinSerg, Lei,rer zu Loya. Mette: Aus der lange» -i<tfe d.rck.» Lebe« sei Vorsicht dein Ank^r. dein Führer Pflicht. Lang fcir L»g. *alsch isi dlk Welle, fern ist dut ^»el. Emil. il. Nun wer ^selbst einmal eine peinliche Lage dnrchgekäinpft, nur der weiß, wie dem Hülslosen zu Muthe ist. Oft, wenn wir da> Mißliche überwunden Und alle Fatalitäten dieser PrüfungSzeit wie fernes Land hinter uns liegen, denken wir zurück an die Zeit „mit der verlegenen Miene/ und jetzt dient u»S die einstige Fatalität wohl gar zu ergötzlicher Unterhaltung im Freundeskreise. Legt sie uns aber nicht auch die Pflicht auf, zu Nutz und Frominen jüngerer Genossen, die den gleichen Weg zu wandern haben, etwas lauter zu sprechen, einen größeren HörerkreiS zu wählen und dem die „Histörchen auS der Lehrzeit" vorzutragen? Gewiß. Nur so können manche Riffe und Sandbänte vermieden und umgangen und die eigenen Klippen zu Leuchtthürincheu und Leitsternen zugerichtet werden für daS aufblübende Geschlecht. Es ist eine bekannte Thatsache, daß die meisten Unannehmlichkeiten junger Lehrer ihnen nickt daraus erwachsen, daß ihre Kenntnisse für die einnehmende Stellung nicht zureichten, sondern weil sie in, Prjratverkehr mit ihrer Gemeinde — groß wie klein — daS Gleichgewicht nicht herzustellen wissen, weil itr Wissen nicht ^«gestutzt und abgerundet ist. Eö fehlt ihnen die Scheidemünze des Verkehrslebens, ohne welche aber der Verkehr selbst so unendlich erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht wird. Und da hält dann freilich die Erfahrung oft eine theure Schute. Mcht ihre unzureichende wissenschaftliche Bildung, sondern die Ungeschicklichkeit und Unvorsicht in der Handhabung, ihre Unkenntniß mancher Convenienzpfiichten schaffen ihnen ihr meistes Ungemack und mancher Conflivt, der ganz andern Namen führt, hat hier seine Entspiniiungspuiikte. Da aber von dieser Seite ihnen schwer j beizukommcn iit, so muß irgend eine kleine Uebereilung, , ein kleiner Mißgrm, eine kleine Ungeschicklichkeit in I der Ausübung 'einer Dicnstverrichtungen de» Teck- > maiuel dazu hergcbc». Und wer, wie der Lehrer,! ans freier An höbe, in fremdem Lande steht, Fedei» j sichtbar und von Jedem beobachtet, wer dann, harmlos , und nichts Arges ahnend, wie er, von Häschern um- I lauert wird. der kann nickt lange wirthschaften ohne! in« Gar» -- " . v: r.nd Grund zu irgend welcher j nichtssagenden Anklage und Beschwerte zu geben. — I Der junge Kaufmann braucht nur Einem zu gefallen, cct Lehrer jell einer ganze» Gemeinde genehm sein Tao mögen aber die'Herren in Erwägung! ziehen, in deren Hände die Schlichtung oder Entscheidung solcher Eonilicte gelegt wird. Einer der bekanntesten und gebräuchlichsten Mißgriisc junger Lehrer ist der, daß sie sich iu den „Flitterwochen" Gemeinde wie Kindern gegenüber anders geben, als sich dieses für die Tauer mit Ehre und Pflicht vereinbaren läßt. j?U? ob er sich bloS auf kurze Heit, wie zum Verwandtcnbesuck, dort anshalten wollte! Sr kommt es, daß er zu freundlich und liebewarm, zu aufmerksam, gefällig und nachsichtig ist, als daß es lange Stand ballen und nicht wenigstens j einen kleinen Schnupfen bei diesem oder deui seiner Verehrer und Lobredner veranlasien sollte, He mehr er aber Anfangs darin leistet, zu desto größeren Eri Wartungen macht er Hoffnung, desto fühlbarer die ' unausbleibliche gegenseitige Enttäuschung. Al« eben entlassener Zögling dcö Seniinars schlägt er das ihm Seitens mancher Gemeindemitglieder zu Theil werdende Entgegenkommen zu hock an; er übersieht, daß er in den ersten Wochen noch gewissermaßen als Gast behandelt wird, dem man manche kleine Aufmerksamteit erweist, die später von selbst in Wegfall geräth, daß mau bei Hagererem Beisammensein ihm gegenüber

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