Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 15 (14.4.1869)
- Date
- 1869-04-14
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Vellage zu Nr. 15 des Israelitischen Lehrer." Bericht der Alliance Israllite universelle. (Fortsetzung aus dem Hauptblatte.'» Und unser würdiger Präsident, sollte man. »ach- | dem man ibn gehört hat, glauben, da» er ein Mann von 73 Jahren ist, er, der Mann mit dem sd glänzenden, so feurigen Worte? Gebt, ihr Eltern, o gebt Eueren Kindern eine tüchtige erste Erziehung, daS ist der Grund, welcher bleibt, die Oberfläche ist nur vergänglich, mit de» Jabren kommt man zu den Ge- > fühle» und Eindrücken der frühe» Jugend zurück? — Nun ja, ich habe noch von einem anderen Greise, von Herrn Blumentbal, zu sprechen, der ein zweiter Pater der Einsiedler, für Jerusalem bettelt und weint. Wenn man diesen großen Mann Thränen des Schmerzes und der Rührung vergießen siebt, o dann gibt Jeder, und er, IT auf dieser Freigebigkeit, errichtet ein Waisenhaus. Eo ist also eine wahre, innige Rührung, die das jüdische Herz bewegt, wenn man diese Jcrnsalem- Frage berührt. . Was nun den Plan betrifft, von dem man Ihnen, so eben gesprochen hat, so setzt er den Ideen der Mildthätigkeit die Krone auf. Die Jugend wieder zurück zum Acker zu führen, sie an die Natur fesseln, das heißt sie in ihren eignen Augen und in denen der umgebenden Bevölkerung aus der Niedrigkeit erheben. Denn, erlauben Sie. Herr Präsident, die Erde, die ganze Erde gehört dem Menscken, wie der königliche Sänger sagt:;ru p-nm ‘Tb D'cr Dit« 'a2d „DaS Weltall gehört dem Ewigen, aber die Erde, sie hat er den Menschenkindern gegeben." Das Land Israel, die ganze Erde ist ein gelobtes Land; es wird, sagen unsere Weisen, ein Tag erscheinen, wo der Berg Zion so heilig sein wird, wie des Tempels Allerheiligskes, die Stadt Jerusalem so heilig wie der Berg Zion, daS Land Palästina so heilig wie die Stadt Jerusalem, die ganze Erde so heilig wie Palästina, denn alle Völker werden herzueilen, um Gott im Geiste und in der Wahrheit zu dienen. Hosten wir, meine Herren, und waö mich be trifft, so habe ich die feste Ueberzengung, daß der; Plan gelinge» wird. und -in wenig-n Jahre» wird unser verehrter College, Herr Netter, der nicht nur die Güte hatte, jenen Boden näher zu erforschen, der auch seine Kräfte und einen Theil seines Lebens der Leitung' dieses Unternehmens widmen will, wird er und werden Alle diejenigen, die sich von Paris nach Jaffa begeben wollen (und das wird nur eine sechs- ■ bis siebentägige Reise sein) dorten die Söhne Juda'» finden, lebend von ihrer Hände Arbeit und wohnend! unter ihren- Oel- und Feigenbäumen. j t - .... Gleich mach dieser mit reichem und warinem Beifall aufgenommenen Rede, zeigt Herr Albert Cohn an, daß er so eben von einem »einer Freunde 1000 Franken für die neue Eolonie erkalten habe. Bericht des Herrn Earl R.ttrr über die Lage der Israeliten im Orients erstattet dein Central-Auslchust in der Sitzung vom 11 Januar '1869. Meine Herren und College»! Den geistigen und materiellen Zustand der Jöraeliten in Palästina zu erforschen, festen was schon versucht worden sind untersuchen waö geschehen könnte, »m ihre Lage zu verbeffern — dies war der Zweck der Mission, von der ick Ihnen Rechenschaft— ablegen will Die iSr. Bevölkerung Palästinas beträgt ungefähr 13000 Seelen, 9/i0 derselben bewohnen Jerusalem, Hebron, Sapbet und Liberias, die Gemeinden zu Jaffa, Satda, Katffa, Acke, Naplus und Rameh sind sehr klein. Unter den 2k>00 jungen Männern , welche diese Ziffer einzuschließen scheint, zählt man kaum 15%, die sich einem Handwerke oder dem Handel'widmen; die Zahl derer, die den Talmud lehren oder lernen, ist sehr beträchtlich. Die Handwer«r sind Schneider, Schuhmacher, Blechschmiede, Schreiner, Buchbinder, Goldarbeiter und Uhrmacher. Der Handel besteht in Einfuhr und Verkauf der gewöhnlichen Gegenstände örtlichen Gebrauchs. Das Studium des Gesetzes beschränkt fick auf die der EommenkavSs^der Grundiert wird ganz und gar vernachlässigt Ich.sah in Jerusalem nur eine,i einzigen Israeliten, der sich mit der Bebauung eines Landguts beschäftigt; es befindet sich zu Kulonia, einige Kilometer von der Stadt; er arbeitet "nickst selbst und verwendet auch nicht einen Glaubensgenossen. Zu Jaffa, auf dem ebemaligen Gute des seligen Klassen, eines zum Judenthume übergetretenen, vor einigen Jabren gestorbenen Wiedertäufers, fand ich einen anderen Israeliten, der sich mit dem Ackerbau beschäftigte. Mit 20000 Francs aus Bagdad dahingekommcn, glaubte er von feinem Gelbe keinen bessern Gebrauch machen zu können, als Grund und Boden anzukaufen und selbst zu bebauen. Er hatte die Habsucht deS arabischen Gärtners, den er bei feiner Unkenntniß des Ackerbaues anstelle,, mußte, außer Rechnung gelassen. An Körper erschöpft, in seinen Dermögensverbältnissen zu Grunde gerichtet, beabsichtigte