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Der israelitische Lehrer · 1869-04-07 · 14 (7.4.1869) · p. Seite 220

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
14 (7.4.1869)
Date
1869-04-07
Page
Seite 220 (sequence 12)
Language
German
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220 Aufgabe unseres Schatzmeisters erleichtern, so gibt es wieder andere, die in der Erfüllung ihrer Mission vielleicht nicht den genügenden Eifer entfalten. Damit der Schatzmeister sein Amt mit gehöriger Regelmästigkeit versehen könne, müßten die Eingänge im Monat des Verfalles stattfinden, und da alle Subscriptionen vom 1. Januar öder 1. Juli datiren, so müßten alle Gelder spätestens im Laufe des Monats August eingezahlt und zum Schluß des Rechnungsjahres in Paris eingetroffen sein. Trotz unserer viel- und vielfach wiederholten Mahnungen, trotz unseres mehr und mehr drängenden Briefe konnten wir bis jetzt dies Resultat nicht erzielen. Se würden mir kaum glauben, m. H., wenn ich Ihnen die Zahl unserer Ausschüsse mittheilte, die im Januar 1869 noch im Rückstände sind mit' ihren Beiträgen vom Januar 1868, derer vom vergangenen Juli gar nickt yl gedenken; Sie würden mir noch schwerer glauben, wenn ick ^»^l^nen diejenigen anfübrte, die uns ihre Beiträge votti Jabre 1867 noch.nickt abgeliefert haben; Sie würden besondere Mühe haben, mir zu glaubey, wenn ich Ihnen alle bezeichnete, die, natürlich anderweit nützlicher beschäftigt,' nicht einmal Muße hatten, die Briefe zu beantworten, die wir uns doch die Zeit nahmen, zu drei oder vier Malen an sie zu richten. Ties ist, ich sage es. laut und hoffe, meine Stimme werde gehört werden, dies ist eine traurige Lage, gus der wir herauskvmmen müssen. Ohne Regelmäßigkeit in den Einzahlungen — wie sollen wir regelmäßig unsere eingegangenen Verbindlichkeiten erfüllen? Wir wenden uns ckaherwiederholt an alle die Säumigen, einzelne Mitglieder oder Lokal-AuSscküsse, und beschwören sie, unseren Bitten ya entsprechen. Nur dadurch können wir den Erfolg unseres Werkes, sichern; alle Anstrengungen des Eentral-Aus- > schuffes werden fruchtlos bleiben, wenn er nicht Seitens der Mitglieder Eifer, Hingebung, strengste Pünktlichkeit findet. Jedem seine Aufgabe, seine Pflicht: Wir glauben,- die unserige gethan zu haben, an den Mitgliedern liegt es, die ihrige zu thun. (Lebhafter Beifallr) Herr Adolph Erömirux: Meine Damen und Herren! Indem ich das Wort ergreife, kann ich Ihnen nicht verhehlen, daß ich ein sehr lebhaftes Bedauern empfinde, lebhafter als ick es Ihnen ausdrücken kann: das Bedauern, nicht zwanzig Jahre jünger zu sein (Allgemeine Heiterkeit). Und es ist unser lieber Verein,. der mir, durch seine rasche Entwicklung und seine so glänzenden Fortschritte das Bedauern einflößt, schon I so weit im Alter vorgerückt zu sein, daß ich mich nicht | der freudigen Hoffnung hingeben kann, ihn an das! Ziel gelangen zu sehen, das er sich vorgesetzt und das er erreichen wird, wenn ich nicht mehr sein werde, wenn ich . ihn nicht mehr werde beglückwünschen können zu seiner Verbreitung über alle Punkte des Erdenrunds und zum Schutze, den er in allen Welttbeilen unseren Brüdern spendet. Wie munter schreitet er vdran, wie rasch vergrößert er sich! Welch' herrliche . Zukunft verheißen uns die Früchte, die' er bis heute schon getragen! Bedenken Sie: In zwanzig Jahren, abgesehen davon, daß der Fortschritt der Aufklärung jene aberwitzigen, ewig beklagenswerthen Vormtheile des Fanatismus, die Quelle aller religiöse» Verfolungen, wird vernichtet haben in zwanzig Jahren werden, Dank unseren Schulen, Dank unserer wahrhaft väterlichen Fürsorge, unsere Juden allcrwärts den Elementar-Unterricht empfangen haben, der die Aggen und den Verstand öffnet, und werden den Vortheil erkennen,- sich einem besiiinnitem Geiverb und Beruf zu widmen. Im Orient, wo so viele gehässige Vorurtbeile gegen sie bestehen, werden die Armen, die wir unterrichten, »nd die Reichen, welche die Wichtigkeit der Erziehung einsehen, sich den Bekenner» anderer Confessionen, denen sic dann mindestens glrichstehen, nähern, werdenauf der Bahn der Eivilisation, wozu wir ihnen den' Eingang öffnen, fortschreiten, und werhen um sich her den Jahrhunderte lang dauernden Haß erlöschen sehen, dessen Ursprung in der Religicnswuth liegt und den man in unseremÄbendland kaum mehr begreift, wo er gleichwohl einst so viel Blut vergoffen, so viele Verfolgungen erregt hat. Juvenblut, in Strömen vergösse,i, Judenverfolgungen, so oft vollbracht, was haben sie vermocht gegen die Ewigkeit unseres Stammes? Nichts; noch lebt er in voller Judendkraft! (Beifall). Ja, meine Herren, es. ist ein großes Geschlecht, dies jüdische, und großartig ist seine Geschichte, die mit der Schöpfung der Welt beginnt: Wohl hat die Wissenschaft behauptet, die Welt sei eine gergume Zahl von Jahrhunderten mehr oder weniger alt. Was kümmert das uns? Wir find doch immer die ältesten, und die Aodition oder Subtraktion von einigen Jahrtausenden hat in unserer Geschichte nichts zu sagen. (Man lacht). Die Bibel ist immer da, unsterblich! Die Bibel, diese«, unermeßbare Buch, in dem sich als erstes Mort Gottes an sein Volk eingeschrieben findet: „Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine andere Götter haben vor meinem Angesichte." Nein, nein, keinen anderen Gott, einen einzigen Gott, ,A.douas echad“; ein Gott, einig und einzig, das ist's, was dies Völkchen errettet und erhalten hat, dessen fortwährendes Dasein ein fortwährendes Wunder zu sein scheint. Der Monotheismus, das ist sein Talisman. Erinnern Sie Sich der Namen aller jener mächtigen Völker, gegen welche unsere Vorfahren gekämpft, von denen sie, ach! so oft besiegt, so oft unter das Sklavenjoch gebeugt wurden? Affvrer, Egypter, Meder, Perser, Römer, waS ist aus Euch geworden? Euere barbarischen

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