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Der israelitische Lehrer · 1869-03-31 · 13 (31.3.1869) · p. Seite 108

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
13 (31.3.1869)
Date
1869-03-31
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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Schule >u 2 d> u in : a bcfdjäftiflt, Beyrulh will eine oaben, Aleppo erwariel rbit' uns einen Vebrer für seine Kinder. On den meisten' Gemeinden' ging die Errichtung von Knabenschulen der von Mädchenschulen voran. sJiur' in Marokko haben wir zwei Mädchenschulen Om Crkta sind die jungen Mädchen vernrtbeilr, in der beklagenswerllwsten Unwissenbeik dabiuzuleben oder die Schulen anderen Glänbeno zu besuchen: da iedli ihnen jeder Religions-Unterricht und es koininl sogar vor, daß man ihre geistige Schwache mißbraucht, um sie unserer Religion abwendig jn machen.' Wir wünschen, daß in jeder (Gemeinde, neben der Mnabcirschule, auch eine Mädchenschule bestehe; die Sorge sür diese Gründung kommr dein Tirekior der bestehenden Schule zu. Lu Teruau ist die Tochter, zu Mogador die Frau des Knaben-Sckuldüekkort. welche die Mädchenschulen leiten. Ueberall sollen die. Frauen unserer Schulvorstände sich der' Mädcken annel-nieu; fehlt ihnen die Erfahrung sür den Unlerrickl, >o kennen sie ihren Schülerinnen die Gewohnheiten der Ordnung und Arbeitsamkeit beibringen, giue Ratbsckläge erlheilen — eine sittliche Teilung, die wir als den besten Theil ihrer Erziehung anseben. Ter Unterricht bleibt dem knabenschuldiretwr Vorbehalten, und so ist die schwierige.Ausgabe der Gründung von Mädchenschulen rn diesen fermen -ändern gelöst. Tie Ausgabe, welche wir unseren Vernein stellen, ist eine schwere, umfangreiche; aber die meisten nehmen sie gerne auf sich und 'erfüllen sie mit einem Eiker, den wir mit Vergnügen anerkennen. Tieses.Jahr haben mehrere ihren Gemeinden in schweren Tagen edle Beispiele von Mnlb nur Selbstverleugnimg gegeben. Solche Beispiele wiegen in unseren Augen den besten Unterricht auf und geben höben Anspruch am unsere Tanbarkeii. Unsere Sckulen bieten der Hingebung unserer Lehrer einen großen Wirkungskreis und fie können für Männer von Ernst, Bildung imd Begeisterung für' Mensckenwohl viel Berlockenkes haben; wir rufen solche Männer' zu uns. Mögen sie herbei 'kommen aus Frankreich, lenrschlank. Italien, England; wir versprechen ihnen Berwendnng für ihre Thäligkeil, ihr Wisien, und wenn wir auck keinen Reickthum zu.bieten haben:, so verschaffen wir doch einen Wohlstand, der Ehrenmännern genügt. Mil der Borbildung unserer Lehrer sind wir sebst beschäftigt. In unserer jetzt vergrößerten Borbereilungsschule haben wir Ist ans verschiedenen Ländern: Polen, Ungarn, Türkei, Palästina, Syrien, Marokko, Abesiynien herdeigekomm^ne Zöglinge;' die Einen im zweit-, — Andere im erstjährigen Eursus; alle lieben die Arbeit, stndiren die hebräische Sprache und Literatur, die europäischen Sprachen, Naturgeschichte, Matl>emalik, Pliysik, Ebemie, Weltgeschichte. Ihr Geist wandert durch das so ausgedehnte Feld menschlichen Wisieus, sie ziehen ernsten Rutzen aus dem Untsrj. riebt, den sie in der Schule durch ihre Lehrer empfangen, i aus den öffentlichen Borlefungen, die jenen ergänzen, aus! all' dem, was sie sehen und hören; sie sind ganz eingenommen! von der großen geistigen Bewegung und dem unbegrenzten! Eifer ffir den Fortschritt, welche in den Künsten, Wissenschaften, in allen Zweigen menschlicher Thätigkeit so große ■ Wunder wirken, »nd sie bereiten sich vor, sich ihren Glau-; bensgerzosien nützlich zu machen, indem sie ihnen einen! Sckatz von Kenntniffen mitbringen, welche sie der Wvhl- > thaten der Bildung tbeilhaftig macken wird. ' Einige unterer Zöglinge werden bald im Stande sein, Lehrer an den Schulen zu werden, ans denen sie hervorgegangen sind; das von ihnen ihren Mitschülern gegebene Beispiel wird eine ernste Aufmnnternng zur Arbeit sein und die Schulen werden Wintzen daraus ziehen. IV. Wir - und zu Ende um unserem Berichte über die Schulen, aber >o wichtig auch diese Anstalten sind, uns drängt die Pflicht, auch nock Einrichtungen anderer Art zu treffen, um die Lage unserer Brüder zu verbessern. Tas Elend unserer Glaubensgenossen in Palästina ist Ohnen bekannt; man hat es oft geschildert und kann das cs-emälde niemals zu düster' macken. Tie eifrige Mildrhäligkeit unserer Glanbensgenosien in allen Ländern hat nur dazu gedient, es zu erhalten, es vielleicht noch zu vermehren. T ie Glanbensgenosien in Palästina haben kein Mittel, ans ihrem Elend herauszukommen, es fehlt ihnen an Arbeit, sie können solche nur im Ackerbau finden, aber OahrHnndene des Drucks und Elendes, haben sie von demselben abgebracht. Sie wieder daraus znrückznfjihren, das ist ihre Rettung. Ties, meine Herren, ist die Schlußfolgerung eines Berichts, den einer' unserer Eollegen, Herr Retter, nack einer so eben in Palästina angestellleu Untersncknng, an unseren' Eennal-Ausschuß erstattet har. Er hat uns vorgescklagen, zu Jaffa, wo der Ackerbau blüht,-eine Ackerbansckule für Kinder zu gründe»; durch sie, glaubt Herr Retter, wäre es möglich, den Ackerbau den Männern zugänglich zu machen; seine Hoffnung geht dahin, durch eine wohleingerichtete Anstalt einen blühenden Ackerbau in diesem Lande einzuführen und dadurch demselben einen Wohlstand wieder zu verleihe», den es feil so vielen Oahrhunderien verloren hak. Herr Retter hat uns den ganzen Plan, alle Einzelheiten einer solchen Anstalt vorgelegt; wir werden dieselben zum Gegenstand einer aufmersamen Prüfung macken. iFsrt'esimg folgt.) Verantwortliche Redaction-aind Verlag von Joseph Klingenstein, Lehrer zu Odern heim in Rheinhessen. Für den'Buchhandel in Commission bei Oskar Seiner in Leipzig. — I. Gottsleben's Buchdruckerei in Mainz.

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