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Der israelitische Lehrer · 1869-03-31 · 13 (31.3.1869) · p. Seite 105

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
13 (31.3.1869)
Date
1869-03-31
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu Nr. 13 des „Israelitischen Lehrer." Bericht Alliance Isra6! (Bulletin) >er ite Universelle. Bezahlung einer Entschädigung für bie'Faniilien der Opfer und es wlirde vor den versanimelteit Eonsuln und in (hegen - wari der arabischen Häuptlinge ein Brief des staifers vorgelesen, der gute Ordnung anbesabl und die Häuptlinge Generalversammlung vom 14. ©ev I8B8. t jvoTtiepung.) In Marokko waren >s liniere (s-lanbensgenoss^rl;» Teluan, die am schwersten geprüft wurden. Ein Ränderbauptmann, der schon mel>:ere Israeliten ennorvet datte, rerübte im Jadre K^tis neue Mordlbaten. Ein Don, das im Berdackk ftand, idm SiKnv und Zufluchr gewährt zu haben, wurde nicvcrgebrani t; das schreckte idn nickt: im Gegentheil, durck mächtige Beschützer küdn gemacht, zeigte er sich vor den. Thoren der Stadl, und übersandte den Israeliten ein Schreiben, nvrin er sie mit dem Tode bedrohte, wenn sie ihm nickt regelmäßig das Geld und die (kleidungsstücke übermachten, die er' forderte. Und seine Drohungen führte er auck ans: im Iannar, Februar, März und Avril fielen Marner und Frauen, die auf's Feld zur Arbeit oder auf den sUnlfbor zum Gebete gingen, unter' den (kugeln deö schrecklichen Räubers und seiner Helfershelfer. Todte und Berwun'eie waren zahlreich, und die Israeliten wagten nickt mehr, die Stadl zu verlassen, die Huiigersnorb brachte sie zur Berzweiflung. Unsere Borftellungeii bei den europäischen Reglerungeu, die der Gesandten dieser Mächte bei dem Minister des Acußern zu Marokko blieben erfolglos. Die Bestrafung der Räuber' wurde versprocken, aber vergebens erwartet: die gegen sic ausgeschicklen S oltaieu verinieten sie sorgfältig. Als die französische Regierung die Erfolglosigkeit ibrer Vorstellungen bemerkte, stellt« sie ibrem Gesandten in Tanger eine Fregatte zur Verfügung, um sich znui Sultan selbst nach Rabat zu begeben. Einige Tage nachher empfing der Pascha von Teluan den Befehl, die Räuber todt oder lebendig einzufangen; er sammelte eine Sckaar von 2<hk) Mann. belagerte die Räuber' in dem Torfe, wobi» sie fick geflüchtet ballen; sie wurden gefangen bingerichtel und txrr Minister des Acußern, der' uns diese Ikackrickt mittbeilte, drückte die Hossniing ans „daß solche Schalen der Unmenscklichkeit und Bersolgnng, welche im Scbooße der jüdischen Bevölkerung von Teluan Schrecken verbreitet baben, sich nie mebr triebet'- bolen würden." In einer andern marikkanischen Stadt, zu Saffy, setzten ebenfalls zahlreiche Berbrccben die jüdische Bevölkerung in große Bestürzung. Sie schickte eine durch Briefe der Eonsuln unterstützte Gesandtschaft an den Sultan. Ein außerordentlicher Eommissär wurde mit einer Untersuchung beauftragt, der die Eonsuln mit großer Wachsamkeit folg-, ten; der Enolg war die Bestrafung der Schuldigen, die für die öffentliche Sicherheit verantwortlich mackle. Im Lande Tunis bat die Straflosigkeit der gegen die Ivraellten verübten Mvrdtbaten eine Bontellung unseres Lokal-Ausschusses bei der Regierung bervorgeruien; der Minister des Aeußern wies sie als eine Einmischnttg in die innere Angelegenheiten des Landes" zurück. Glücklickerrveise ' wird dieser' Borwanv der titnetiftben Regierung irickts helfen den Borstellungen gegenüber, welche durch die t^eneral- Eonsuln gemeinsain gemacht wurden, und' der Schutz des 'ranzösischen und englischen Gesandten ist unfern Glaubensgenossen bereits zugesagt. -Tie türkische Regierung weist die zu Gunsten der Iö>aeliten gemachten Borstellungen niemals, als ihrem Anseben feindlich, zurück.- Sie sind stets der Gegenstand einer aufmerksameu Prüfung, und die Regierung gibt ihnen, diejenige Folge, welche Gerechtigkeit und Menschenliebe erheischt. In der Regenischasl Trivoli, zu Eliten, bauen einige fanatische Araber die Synagoge zerstört. Der , Statthalter der Provinz begnügte sich nicht damit, die! Schuldigen zu bestrafen und die israelitische (Gemeinde zu j entschädigen, er wollte zugleich den Muselmännern ein j glänzendes Beispiel der Achtung für die Glaubensfreiheit gebe» und erklärt: er würde selbst den Plan einer neuen,! Synagoge cnliverfen und die (Grundsteinlegung in Person j vornehme». In Jerusalem ist der General-Gouverneur von Palästina der Beschützer unseres Unternehmens, und als wir ihm dafür dankten, antwortete er uns: „er erfülle eine , wabre Pflickt durch die Besckützung einer Anstalt, die in „dem io edlen Zwecke gegründet winde, durch .Unterricht „die Wiedergeburt eines der wichtigsten Tbeile der ono- „nianiscken Ration berbeizufübre»." Aber dieser Adel der Gesinnung, dieser kreist der Billigkeit beseelt nicht alle Würdenträger des Reiches: Unsere Glaubensgenossen beklagen sich zu Zakn bei Mossel über die Vaii der Steuern, zu Diarbekir in Mesopotamien über die Willkür der Pascha's, zu Baschi-Als, im südlichen Armenien darüber, daß die Aermsten Steuer erpreffende Soldaten ernähren müßten. Alle diese Unbilligkeiteu. wurden von uns der oltomanischen Regierung denuneirl und unser Ausschuß zu stonstantinopel verfolgt die Abbülfe. Eine gegen die Willkür schützende Staatsregierung und freundliche Beziehungen zu den Landesbewobnern verichasien den Israeliten in der Türkei ein friedliches Beben.

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