Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 9 (1869)
- Issue
- 8 (24.2.1869)
- Date
- 1869-02-24
- Page
- Seite 61 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 2× ep/1048155
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licke Fetoussi vollkommen unschuldig an dein Vergehen war, das man ihm zur Last legt. L s war ein Anderer, ckelcker sick in den Vorbof begeben Kälte, um einen Dieb zu verfolgen, der ibin seiner Ebeckia ") beraubt batte. Sie wissen »cbl, das? vor den Tbüren dl r Bkosckeen sick eine Bande verworfener Subjekte anfkält, welcke es sick zum Geickäsle niackt, die annen vorübergehe »den Juden zu berauben und mrt ihrem Raube in das Jnne-e der Mosckee zu entwiscken, von wo sie dann zu einer and wen Tbüre kerauSgeben, ohne betürckten zu inüssey, daß der mglllcklicke Beraubte cS wage, diesen ibin fürckterlicken Weg zu befckreiten. Seit einem Jahre sind an den unglücklicken Israeliten zablreicke Mordlbaten begangen worden. Joickua Fetoussi ist der siebenzebntt (!), dieser Martyrerrcibe. von denen wir mit tiefem Sckmerze die e haben, Zbnen daS genaue Ramensverzeickniß vorzulegeu. Tie Beranlafser dieser MordtKaten sind stetö ungestraft geblieben. Wenn auch einige Arrestationen stattgesunden haben, so wurden dock die Bcscknldigten bald wieder freigegeben, ohne daß die Bebkrie die (Gewogenheit batte, die Beweise und Zeugnisse in Betrackt zu zieben, welcke die Familien der Opier Kerbeiichrsiten, ungeackiet der Hiudernisie aller Art, welcke ihnen bei deren Herbeischaffung begegneten- Ware es auch nickt dies Straflosigkeit für solcke Verbrecken, so würde die Humenität uNd (Zivilisation, welcke stets vor den'Bertretern der c vilisirten Biäckte Gehör finden, so würde ickon die Gerecktigk-st und die pcrsönlrcke Sickerbeit Ihre ernste Aufmerksamkeit nregeu nuissen. In Folge dieser zwingenden Betracktnngen erlauben wir uns, Herren Eousulei. um, Jbre Jniervenlion bei Seiner Hobest Idem Bey zu der Dinge aufböre, dessen Berneinung aller Prineipie die die Gruudlagen aller rc Wollen Sie, geebrie Versickerung unserer ausgeze Das Bezirkscomits fC< Dir Coniuln bitten, damit cndlick ein Stand Aufreckterbaltung die gänzliche l der Gereckligkeit fein würde, gclmäßigen Jcegierungen bilden. Herren General-Eouslilen. die ckneten Hockacklnng genehmigen, mitü regional der Alliauce ieraelit^ universelle. E a rc as s o IIe, aine Präsidenl, I. de I. E.esana, M. AzueloS, . Eimelik, Seeretär. die Gerechtigkeit der Klagen . e o n sahen erlassen, d-S Herr Adol denk der Alliance, der^ gleitschreiben einsendete. Vicepräsidenten. ein und haben ein gemeinsames Schreiben an den Bey ,'h Cremieux, der edle Präss- „Patrie" mit folgendcnr Be- Paris, l. Februgr. Mein Herr! Als Präsident der Aliiance isr. nuiv. bitte ick Sie, in Jbre Spalten die Klage gufzunebinen, welche die Eonsnlen *) Kopfbedeckung. aller europäiscken Mächte in Fonn eines Briefes an den Bey von Tunis rickteten. , Der Brief läßt die schreckliche Hinopferung von 17 tnnesiscken Israeliten ernennen, welcke innerhalb eines Jahres durch tunesische Räuber ausgeführt wurde. Tie Rainen der Opfer und die Rainen der Mörder I wurden veröffentlicht, die MordtKaten kamen zur Anzeige,/aber keine Verfolgung wurde gegen diese veranlaßt, und sie leben ungestraft für solcke fluchwürdige Handlungen. Man fragt sich,, wie weit-sich die Langniutb der europäischen Regierung gegenüber solchen mit einer so monstruösen Barbarei auSgeführtcn Metzeleien erstreckt, welcke Bestand Kit in Mitte der europäischen Civilisarion. Hoffen wir inindestens, daß dieses eiumütbige Vorgehen auf den Beh von Tunis einen entscheidenden Einfluß habe, und daß die Schuldigen exemplarisch gestraft werden, um weiteren Verbrechen vorzubeuge». Bewilligen Sie, inein Herr' :c. A. Eremieux. Text der Klageichrist, welche von den Consuln an den Bey von Tunis gerichtet wurde: ' : Tunis, den 21. Januar 1809. Erlauchter und hoher Herr! Die unterzeickm'len Vertreter der befreundeleu Mächte, obne in irgend welcher Wesse in eine Frage eingreifen zu wollen, welcke die Verwaltung der Justiz betrifft, halten es indessen für ihre Pflicht, Eurer Hoheit bockachtungSvollst eine Abschrift der Adresse zu unterbreiten welche ibnen durch das Coinite regional der Alliance i*r. universelle in Tunis jiifaux, die zum Gegenstände die Erzählung des Mordes von Josua Fetoussi bat, ausgeführt in einem der belebtesten und volkreichsten Quartiere der Stadt, ohne irgend einem anderen sckeinbareit Grund als des Verdachts, den Hof der großen Moschee Djema Zcitoüna überschritten zu halt». So tief die Unterzeichneten alle Mördtbaten beklagen, müssen sie dock noch ganz besonders die Aufmerksamkeit Eurer Hoheit auf-den Mord des unglücklichen Joma lenken, welcher angegriffen wurde, obne irgend welcke Sckuld des Opfers, sondern nur aus Fanatismus. Das was diesen Geist des Fanatismus noch gefährlicher macht, ist die Thatsacke, Laß^r^Tstattzubaben scheint unter Billigung von Beainwii.^eren zweifellose Pflicht war und lst, den Mord zu enlvdckeit und zu bestrafen. Bis jetzt zeigen sie sich zur Erfüllung dieser- Pflicht wenig geeignet, wegen angeblicher oder vorgesckützter Unwissenheit. In den vorzüglichsten Muselmännischen Ländern ist der Eintritt in die Moscheen den Andersgläubigen sticht verboten. Es gibt in dein «besetze der Religion nichts, lvas e§ verbietet- Wenn inan diese RecktSverweigernng einer so beklagenöweril-en Thal zusammenhält init der Tbalsacke, daß in diesem Jabre siebenzehn JSraeliten gemordet wurden/obne daß je ihre Mörder gestraft wurden, obwohl mehrere unter ibnen der Polizei bekannt, so sürcktenLie Unlerzeickiieten die Unruhe ihrer Schutz-