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Der israelitische Lehrer · 1869-01-20 · 3 (20.1.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
3 (20.1.1869)
Date
1869-01-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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er Wochenschrift für die allgemeinen-Angelegenheiten des JudenrhumS und insbesondere des israelitischen Lehrer st andes. Organ für den Verein „Achawa. ' Jo 3. Den 20. Januar 1860. 9. Aahrgang. Wöchentlich l Nummer vierteljährlicher Abonnkmrntsvrcis «0!r' — ll'/2 Egr. Anzeigen ju I Egr die Petitzeile. Bestellung» nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Was man heutigen Tages von einem Tcdullehrer verlangt. Replik an den Herrn Bcrfasser de« Entwurfs über Leitung jüd. Lehrer-, besonders Religionslehrer - Ceminarien in Nr. <3—51 dieses Blattes. So» M. 2S. in L. A. Beger sagt in seiner Schrift (Philosophie und Pädagogik): „Kein Lehrer wird ohne philosophische Bildung im Stande sein, die wissenschaftliche Kraft, den frei um sich blickenden Geist, die innige Durchdringung des Stoffes und der Form jeder Erkenntniß, überhaupt das höhere und freiere Leben der Gedanken und Ideen zu gewinnen, ohne welches ein wahrhaftes Wissen . . . durchaus unerreichbar ist. — Dlesterweg wünscht den Lehrern die Kraft und Ausdauer des Germanen, den Scharfsinn eines Lesiing, das Gemüth eines Hebel, die Begeisterung eines Pestalozzi, die Klarheit eines Tillich, die Beredsamkeit eines Salzmann, die Kenntniffe eines Leibnitz, die Weisheit eine« SocrateS und endlich -» di« Liebe seines Reli- -ionsstiftcrs. Ich verkenne nicht, Diesterweg will dem Lehrerstande in diesen Worten leuchtende Vorbilder hinstellen; er wird selbst die Wirklichkeit zu gut gekannt haben, als daß eS ihm einfiele, hier, mehr als fromme Wünsche zu äußern. Dieses Letztere ist aber bei dem Herrn Derfaffcr deS oben benannten Entwurfs nicht der Fall, und doch sind auch seine Anforderungen ziemlich, unerfüllbar. Man lese beispielsweise nur die Nr. 47. Es gehört in der That mehr als Lammesgeduld dazu, um diesen Ausführungen zu folgen, ohne unruhig, mißvergnügt, ja selbst unwillig zu werden. Ich bezweifle keinen Augenblick, daß diese Auslassungen in der besten Absicht ausgezeichnet sind. Aber, Hand aufS Herz, Collegen! ist daS erreichbar und durchweg so nothwendig, um e» den Leitern der benannten Anstalten als Norm anzuempfehlen? Nein, und dreimal nein. Wo sich aber io das WünschenSwerthe mit dem Möglichen, mit dem Erreichbaren und Anzustrebenden vermisckt, da scheint es mir an der Zeit zu sein, dem verebrlichen Ratbgeber — nicht zu folgen. Wo auch in aller Welt dazu die Zeit hernehmen? Denn um sich all daS von Herrn T. K. als unablässig hingestellte Wisseiz zu verschaffen, reichen doch wabrhaftig vier Jahre nicht aus, namentlich wenn man in Erwägung zieht, daß die Vorbildung der Präparanden bei Aufnabme in die Seminarien oft in mehr als einer Beziehung lückenhaft ist. Der Herr Correspondent scheint mir. ein bischen zu, subjektiv zu. Werke zu gehen und das Wissen und' Können der Gefammtheit mit dem des Gnzelnen, Tüchtigeren identisiciren zu wollen, und das wird nimmermehr erreicht weroen können. Wenn aber jemand von dem Gedanken ausgebt: ick oder mein Freund H. können alle in. den nu'p nrs’ und nn'^D enihaltenen synagogalen Gesänge und Gebete mit Geläufigkeit und Sicherheit in schöne Formen bringen, unsere Gedanken mit Wissenschaft und Anmuth in hebr. Spracke ausdrücken rc. ec. rc., folglich, ihr Collegen in Krumbach und Krähwinkel, ist es für Euch Alle nothwsndig: so weiß ich nicht, bis zu welcher schwindelnden Höhe der wohlmeinende Rathgeber sich noch vrrfteigl. Ich verkenne nicht, daß es eine schöne Sache ist, wenn man das All^ kann, und gewiß wünsche auch ich dem ganzen 1 Stande von ganzem Herzen eine gediegene, in jeder Beziehung gründliche, wissensckaftliche Bildung, die der strebsame Lehrer jedenfalls zu erlangen trachten wird; aber es als unabläßliche Anforderung aufzustellen f scheint mir doch zu viel verlangt. Fast nöthigt es mir ein Lächeln ab, wenn ich mir die mit einzelnen kühnen Pinselstrichen hingeworfenen Lehrziele in Prosa übersetze. Voraussetzung: Gute Vorbereitung Behuf Aufnahme ins Seminar — vierjähriger Cursus — und der wird kaum ausreichen, um ein so grundgelahrter Religionslehrer zu werden, — und dann? nach solcher Anstrengung, nach so vielen Opfern an Zeit und

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