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Der israelitische Lehrer · 1869-01-06 · 1 (6.1.1869) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
9 (1869)
Issue
1 (6.1.1869)
Date
1869-01-06
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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er Wochenschrift für die allgemeinen Angelegenheiten des Judenthums und insbesondere des israelitischen Lekrerstandes. Organ für den Verein „Achawa." JI& 1. ' ' Den 6. Januar 1869. 9. Jahrgang. WSchrntlich I Nummer Vierteljährlicher Lbonnementsvreis 40 fr. — N'/r Sgr. Anzeigen zu I Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. srMlisclie Lehrer. Die Gründung einer neuen jüdischen Schule. Ein Gulackten. Sie haben mich, hochgeehrter Herr, durch Ihre Anfrage, wie die bei Ihnen projektirte Schule zu be-. ginnen und zu begründen, hochgeehrt und innigst erfreut. Gehört es ja doch heutzutage noch leider zu den Seltenbeiten, daß man diejenigen in Angelegenheiten der! Schule befragt, die wohl am. besten geeignet sein dürften, sich darin fach- und fachgemäße Meinungen zu bilden. Wohl sind die Verhältnisse nicht überall die glücken, und es dürfte vielleicht mir sckwer werden, die eigenthümlichen Anschauungen im Norden zu verstehen. Erlauben Sie mir darum heute nur ganz Allgemeines. Auf Ihre Detailfragen werde ich dann später eingehen, wenn ich über Manches, was diese bedingt, Ihre gefällige Mittheilungen werde erhalten haben. Vor Allem wird hier die bedeutungsvolle Vorfrage zu besprechen sein: w i e soll die Schule gegründet und geschaffen werden? oder mit anderen Werten: Ist es pädagogisch und praktisch rathsam, eine solche sieben- bis achtklassige Schule überhaupt ganz auf einen Schlag zu gründen, d. h. sie alsbald vollständig auszubauen? Die Pädagogik wird diese Frage-verneinend beantworten. Denkende Schulmänner werden eine solche Gründungsart als ein gefährliches Experiment bezeichnen, das init den größten äußeren und inneren Schwierigkeiten zu kämpfen haben würde und das das Gelingen und stetige Fortsckreiten der werdenden Anstalt sehr in Frage stellen, müßte. Ich habe eine solche Gründungsart ein,Experiment genannt. Experimente — mit der Jugend einer ganzen Gemeinde — sind aus dem Gebiete der S^nle verboten Das Gewissen des ehrlichen Lehrers . wird derlei nickt gutheißen. .* Eine Schule ist ein Organismus Ein Organismus wächst und entwickelt sich und wird nicht an einem Tage. Eine' Schule ist kein Bauwerk, zu welchem der Plan im Voraus sestgesiellt wird, und das nun genau nach dem Plane von kundigen Bauwerkern auszuführen ist. Nur die Entwerfung des Planes — nicht, die Ausführung desselben — ist hier eigentlich ein Werk des' selbstständig denkenden und schaffenden Menschengeistes. Weny eine politische (christliche) Gemeinde eine neue Sckule gründet, so ist dies eine gau; andere Sache und mit der vorliegenden Anfgabe in keinem Stücke fast zu vergleichen. Entweder, es liegt hier (in.der politischen Gemeinde) faktisch blos eine Trennung einer bereits vorhandenen, etwa überfüllten Anstalt vor von gleicher Art, gleicher Richtung und Ausdehnung: die Lehrer und die. Schüler der einen Schule gehen in die entsprechende Klasse einer neuen Schule üb«, sie fangen da an, wo dort aufgehört wurde; Oder— und dies ist eigentlich d« ngturgemäßeste pädagogische Vorgang —, man setzt in einer und derselben Schule der. niedrigeren Klasse eine höhere zu und die Schüler werden continuirlich aus d« einen in die andere übergefühn, übergeleitet. DaS sind keine vollständige Neuschöpfüngen, sondern naturgemäße organische Erweiterungen, wobei Lücken, und Sprünge leicht zu bermeiden -sind. Wenn äber eine große jüdische Gemeinde eine Schule gründen will, wie eine solche cnt diesem Orte noch gar nicht vorhanden war, wo sich höchstens ganz anders organisirte^ Elementar-, Religions- oder Privatlehranstalten vorstnden, so ist dies eine ganz neue Schöpfung. Alles ist hier neu: der Schulrath, der Lehrkörper, der Dirigent, bisherunter auf das Lokal, die Swulgeräthe, die Lehrmittel und - - selbstverständlich -s die Schüler. Es steben sich ganz fremde, einander ganz unbekannte Elemente gegenüber , die sich vielleicht bei ier Eröffnung der Anstalt zum erstenmake treffen. Natürlich ist auch der t

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