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Der israelitische Lehrer · 1868-01-09 · 50 (9.1.1868) · p. Seite 303

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
50 (9.1.1868)
Date
1868-01-09
Page
Seite 303 (sequence 7)
Language
German
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303 Rew-Ißork Die hiesige politische Zeitung „Herald" hat sich die detaillirten Nachrichten über die Kasseler Rabbiner-Versammlung sür vieles Geld per 1 Kabel telegraphiren lassen. Wir rühmen das Interesse, welches das einflußreiche Blatt auch für ein derartiges Ereigniß nimmt, um die Theilnahme seiner Leser dafür zu erwecken. — General Grant ist als Präsident erwählt worden. Die Juden haben bekanntlich, wie auch in diesen Blättern erwähnt wurde, wegen seines judenfeindlichen Verfahrens in Tennessee der Erwählung Grant'S vielfach Opposition, gemacht. Die Juden in Memphis hatten in einer Versammlung ausdrücklich beschlossen, ihn nicht zu wählen. Von mancher, selbst jüdischer, Seite ist der General wegen seines damaligen Verfahrens entschuldigt worden. Wir wollen sehen, ob der Präsident juven freundlicher werden wird, als der General gewesen ist. Grant hat . vor seiner Erwählung einem .jüdischen Advokaten in Washington ein jenen juvenfeindlichcn Akt betreffendes Schreiben zukommen lassen, das eine Art Entschuldigung eiitbalten soll, jedoch die Veröffentlichung vor der Wahl unlersagr, weil ersticht auf die Wabl influiren wolle. Wir glauben, daß in einem solchen Falle ein offenes, rücksichtsloses Auftreten geboten gewes^ti wäre. Die Institutionen der nordainerikanischen Republik und die Tendenzen der Partei, der Grant seine Wahl verdankt, schützen hoffentlich das Land vor Handlungen judenfcindlicher Art und lassen wohl intolerante Akte nicht aufkommen. Berichte. Trier, den 8. November >868. l Fortsetzung aus Nr. 48.) »ä'2. *) Aus dem einleitenden Bericht geht hervor, daß in der Anstalt gegenwärtig 21 Knaben uab 11 Mädchen sich befinden, und der Kollekten-Ertrag auf 1105 Tblr. I1'* Sgr. sich belief. Auch haben die Herren I. Rothfels in Hessen-Cassel, und Simon Hers in Dülken, ersterer eine Schenkung, von 1000, letzterer von 000 Tblr. gemacht, unter der Bedingung der Abhaltung von Jahres - Seiten. Die Jahrzeitstiftungen gewöhnlich » 100 Tblr. betragen schon 11!) An Verpflegung»- resp. Kostgelder sind -1 IG!) Tblr. 71/* Sgr. aufgezählt und ans Seite 40 ergiebt sich, daß 3 Waisenkinder jedes lOo, 2 je 120, 1 80, 1 60 und noch andere als „Geschwister" und „Kinder" aufgeführte 100 in 90 Tblr. jährlich zählen. So vortheilhaft diese Pensionäre auch für die Kasse sind, so wurde kcch von mancher Seite diese Pensionär-Aufnahme, und wie ich glaube nicht mit Unrecht getadelt, weil hierdurch aus Mangel an Raum die Aufnahme angemeldetcr armer Waisenkinder vom Curatorium abgelehnt und somit der Hauptzweck eines Waisenhauses, *) Bericht des Waisenhauses zu Paderborn rc. das ja keine Pensions-Anstalt für vermögende, sondern nur eine Erziehnngsstättc für arme Waisenkinder sein soll, wofür allein dw Beiträge gegeben werden, verfehlt ist. Für 120, 100, 80, ja sogar 60 Thlr. können diesd ja auch anderswo untergebracht werden und brauchen wir für solche keine Waisenhäuser, in keznem. Falle dürfen durch diese die armen Kinder beeinträchtigt werden. So läuten die Einwände. " Ans den Vorbemerkungen zu diesem Berichte erfahren wir auch (S. 8), daß am 1. März d. I. die 12. Stiftungsfeier der Anstalt in Zahlreicher Versammlung im festlich geschmückten Betsale stattfand, und daß hierbei der Lehrer Alsbach eine dem Tage angemessene Rede hielt, die auch, dem passenden schönen Wortlaute nach;u:n Besten der Anstalt gedruckt wurde, aus welcher jeder Lehrer die Weibe erkennen wird, welche dem Tage gezollt wurde. Ich gestehe, daß ich auf diese Rede sehr begierig war," da mir bisher keine 12jährige Stiftungsfeier irgend einer anderen Anstalt bekannt wurde. *) Ich kennte mir daher auch keinen Begriff von der Weihe machen, die dem Tage gezollt wurde. Ich weiß nur von 20, 50- und 100jährigen Jubiläen der Anstalten und beamteter und berühmter Persönlichkeiten. Durch die Güte des Herr» Alsbach wurde mir, aber erst iin Juli, ilnd zwar gelegentlich im Bade Ems, wo wir znsammentrafen, diese Rede üddrgeben. Der Redner bemüht sich und zwar in schartsinniger Weise das aLjährige Stiftungsfest.zu deuten oder ihm ein» Bedeutllng zu geben und zwar nach seinem gewählten Texte aus der b - Schrift Josucr, Cap.!, 8 und 0: Die Kinder Israel trugen. 12 Steine aus der Milte des Jordans, 12 Steine errichtete Josua auch" in der Mitte des Jordans. Hieran knüpst der Verfasser mit folgenden Worten an: „Auch wir, meine l. Zuhörer, haben uns heute hier versammelt, um das zwölfte Stiftungsfest dieses Hauses in würdiger Weise zu begehen; -auch wir wollen heute ein aus 12 Jahrsteiüen (•?'?> znsammengefügteS Denkmal errichten , zur Erinnerung daran, daß „-der Herr auch uns sicheren Fußes hier durchgejührt durch die.drohenden Flutben des Ungemaches.und uns glücklich hinüberretketc an baS diesseitige Ufer." ■ Wie lose diese 1.2 Steine mit den 12 Jahren Zusammenhängen, und wie gc-'wungen der Ausdruck 12 Jabree steine diese Brücke aufführen will, bedarf keiner »mleren Auseinandersetzung. Der Vers, kann nicktS hierfür, er that das Seinige, um einem bedeutungslosen Ding einen Namen und. eine Deutung zu geben. Dieses wäremir und auch anderen nicht besser, vielleicht nicht einmal so gut gelungen, da die Deutung. dieser 12 Jahre nicht so leicht ist, als die deö Traumes Pharao *) £0 viel »ns bekannt, hält das Waisenhaus jährlich eine Stiftungsfeier. Redaktion. -

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