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Der israelitische Lehrer · 1868-11-18 · 47 (18.11.1868) · p. Seite 278

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
47 (18.11.1868)
Date
1868-11-18
Page
Seite 278 (sequence 6)
Language
German
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278 bedeutenden Leserkreiserwcrbsn. TitteS ist der Mann der pädagogischen Confequenz, vielleicht der schärfste Denker unter den Pädagogen der Gegenwart. Wird Oesterreich, Wien, wohin er berufen, ihm der geeignete Wirkungskreis fein? Tie vorliegende Schrift ist aus seiner Praxis im Schnllehrerseminar in Gotha erwachsen. Wir möchten sie die „Theorie" der erziehlichen Wirksamkeit' des Lehrers nennen. Sic bcbandelt die physische Erziehung, Ucbersicht des geistigen Lebens, intellektuelle Erziebung, gemükhliche und ästhetische Erziehung, moralische Erziehung, religiöse Erziebung, die Erziehung als Ganzes. Das Ganze ist durchgeistigt von.dem Hauche eines gediegenen Menschen. Nr. .4 bietet zu allen diesen Schriften die Praxis. An der bis ins Einzelne gehenden Brfchreibung des Unterrichts und der Führung der Seminarschule in Gotha lernt der Lehrer, wie eine Schule sein must, wie er erziehen und unlernchrcu must; die Deschreibung des Lebens und. Wirkens in jener Anstalt gibt ibm ein;u vergleichendes Bild für seine lebramtliche Thätigkeit. Und das ist eine Schule, in der mau wohl was lernen kann, die Seminarschule zu Gorha, in der Dittcs Direkter und Kehr Inspektor ist. Wer find diese beiden Männer? Sie find beide nicht „Studirte" im gewöhnlichen Sinne ecs Wortes. Tie sind bervorgegangen aus den, Seminar, aus dem Kreise der Volksschullehrcr. Wir würden uns entfernen von unfcrm Thema, wollten wir die Folgerungen iveitcr führen, die 'fick daraus ergeben. Aber, es .'gibt zu denken! Leiter! die Aussichten, dast auch rinma! eine jist dische Lehrerbildungs-Anstalt ihre Aufgabeerfülle, mindern sich; unsere Hoffnungen werden immer schwächer: Man bat inunser« Kreisen leider kein Verständnist für das Wesen der Volksschule. Wir »rüsten eine weitere Besprechung dieser Schriften Unterlasten. Wir wünschten nur. dast endlich einmal eine jüdische Lehrerbildungsanstalt erschiene. wo in den 3 IahreSkurseii vier 3 ersten Schriften sich in naturgemaster Weife folgen, Nr. 4 vom 2. ^abre an deigchend praktisch den Weg anteute, den ein Seminar und eine Seminarschule einzufchlagen bat. Bis dahin aber wünschen wir, dast jeder Lcbrer der noch in den den Lcbxkeruf begründenden Wisienschaflcn Lücken bat, sich durch diese 4 Schriften von Nr. l bis 4 durcharbeue.-chren Inhalt fick' zu eigen niache. Er wird damit kein fertiger Lebrcr, im Gcgeukheil: das sollen unk wollen drese Schriften nicht. Aber — er wird einen guten Boden haben für sein Thun. Er wird ein Lehrer sein! Er wird einen Schah haben von hohem Wcrthe, und: teufen und sich frei bewegen lernen! — — Bilder aus dem altjüdischen Familienleben. Nach Origiualgemälden von Prof. M. Oppenheim. Photographirt von I. Schäfer. Mit i einführender Erläuterring von vr. Leopold Stein. Hwe i te Abtheilun g.*) 7. Freitagabend. 8. Das Verhören. 9. SabbathauSgang. lO. Tie Laubhütte. 11. Der Gevatter erwartet das Kind. 12. Tie Rückkehr des Freiwilligen. Preis (jeder Abrheilung» in Cartoir-Ausgabe 1.30 fl. Zb. 21 fl. II. 9 fl. <> kr. III. 4 fl. kr. Preis pro Blast Ausgabe I st fl. Zb.'4 fl. 30 kr. II l st. 49 kr. HI 54 fr. ES gereicht uns zur lebhaften Befriedigung, dast cs der Bcrlagshandlung gelungen, die 2. Abtbcilung dieser herrlichen Bilder ebenfalls dem Publikum ZN übergeben. Wir dürfen daraus fcbtiefzen, dgst die erste Abtheilung derselben die gewünschte lohnende .Verbreitung gefunden, die sie, sowohl wegen ihres KunstwertheS als auch uni ihrer erweckenden Bedeutung für die jüdische Familie willen, verdienen. Es liegt ein eigener Zauber ausgegcsicn über diese, dein jüdischen Leben entnommenen Bilder, die iür uns zum gröstten Theil gemütberhebcute, selige Erinnerungen auS der Vergangenheit, aus unserem .Fugendleben, erwecken. Wir srageii uns oft: Wer bringt uns jene herrlichen Stunden und Momente wieder? Aber wir müssen uns doch auch gestehen, dast, io wenig dem Manne das Spiel selbst wirklich Freude machen würde, an dem er als Kind sich böcklichst ergrzuc, während dock die Erinnerung daran fein Herz mit Wonne erfüllt, so wenig würden wir die gcmüibliche Erhebung wiescr-- finden, die wir und unsere Väter in der Uebung dieser Gebräuche fanden, wenn'wir selbst ganz dazu zurnckkehren rvollten. TaS reigt sich besonders da. wo sich noch jeyt die Uebung der Gebräuche fast ganz in der I alten Gestalt vorsindc:. Es ist durchaus nicht selten, j dast gerade dorr die strengste Formübiing mir fast sccxtischer Uugläubigkcir verbunden ist.— Es iehlt bei der Uebung selbst fast stets.die gemülhliche Erhebung, die uns -- ';me zwar vielleicht gerade darum, weil wir den meisten dieser Uebungen, mindeste»» in der hier wieder gegebenen ursprünglichen Form, entwachsen i sind — die Rücker inuening verschaff:, die durch diese I Bilder angeregt, verstärkt und fcstaebcilteii wird. Möge! nur die Idee auch in der neuen Form der Festgcbräuchc sich erhalten, die :urck' die Svmbole zog.! die diese 2Ei!der verkörpern — das gemüthlick einige, sittliche, ächtjüdiichc Familienleben. Unk das > werden unsere Feste und -gottesdienstlichen Gebräuche, i denn wahre Geistesbildung kräftigt auch das Herz.! *) Tie erste Abteilung wurde bereits in Nr. 8 d. Z.! recensirt. Tic enthält I. Labbatbaniang. 2. Tev Legen de«! Rabbi. 3. Sabbathnachniütag. -i. Labbathruhc. 0. Seoerabend.! t. Hochzeit.

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