Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 46 (11.11.1868)
- Date
- 1868-11-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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er Jaraclitiüchc Jelirer Zeitschrift für die gesummten Interessen des Iudenthums und insbesondere des israelitischen ^ehrcrstandes. Organ für den Verein „Achawa.. ■ JUs. 46. Den 11. November 1888. 8. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer Lierteljährlicher Abonnementspreis 48 kr. — 111,2 Lgr. Anzeigen zu 1 «gr. di« Petitzeile. Bestrllungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Gottes Offenbarung in der Geschickte. Festrede am ersten Tage Surcoth. geholte» u» Letlo^I, der Zmm»au-^l-8lk»1»nd-hinion u /»nklarl Ä?on Dr. Leopold Stein. r«n. »salm t>7, 11! «Licht ift Qfiät für tont Gerechten uns AreuSr i0r die geraden Herren.* Meine'geliebten Zuhörer! Der große Tag der Versöhnung ist erhebend und heiligend an unS vcrübergegangen und wir alle fühlen, wie unser Geist noch deS Lichtes voll ist, das wir als eine Gottessaat in unS ausgenommen und wie unser Herz noch freudig erbebt von den beseligenden Gindrücken, die wir so reichlich empfangen. Und ein neues Fest begrüßt unS wonnig, das Fest der Freude, daS Fest der Ernte, das Fest der Hütten, und wie Neujahr und Versöhnungstag in unseren gottgeweihten Bettachtungen die höhere Bedeutung für uns gewonnen dadurch, daß im Spiegel des besonders Israelitischen uns das allgemein Menschliche, ja allgemein Menschbeitliche erhebend entgezentrat und über Jenes seine höhere Verklärung ergoß: ebenso ist es mit unserem beiteren, frohen Hüttenfeste; seine besondere Bedeutung ist wie bei allen Festen eine israelitische, aber in dem Zuge Israels durch die Wüste von Osten nach Westen, einem bestimmten, erhabenen Ziele zu, dem verheißenen Lande, daS Gott den Vätern zugefchworen, spiegelt sich der Zug des Menschengeschlechts von Osten nach Westen, einem erhabenen Ziele zu, dem verbeißenen Lande jener glorreichen Zukunft der in Gott geeinigtenMenschheit, worüber wir heute in 8 Tagen mit Gott sprechen wellen. *) Gleichsam wie jener größte Eroberer der Neuzeit, als er auf später rer- *) Dieser Vortrag am Beschlußfest« ist in besonderem Abdrucke erschienen. <E. Annonce in dieser Nr.) - unglücktem Zuge Feine siegreichen Sckaaren ins Nilgebiet führte und im. Anblicke der mächtigen Pyramiden ihren Mutb mit den Worten entstammte: „vierzig Jahrhunderte schauen auf eurf> hernieder," so in merk würdigem Gegensaye können wir zu den llnsrigen beim Anblicke der fchwa.ben Hütte sagen: „vierzig Jahrhunderte blicken auf euch." denn wie Israel in der Wüste, von Lagerstatt, zu Lagerstätte, von Stande punct zu Standpunkte,ziehet das Menschengeschlecht, aber in einem am Ziele beglückten und siegreichen Zuge; denn immer weiter voran schreiten die Ge ist er, die immer klarer denken, und mehr und mehr läutern sich die Herzen, die immer inniger lieben lernen. Gott, unser geistiger Urheber, Gott, unser himmlischer Vater, offenbart fick in der Geschichte der Völker. Und ein anderes merkwürdiges ^ujammentrrffeii begegnet uns hier, wo wir unser» Hauptsau: „Fm manu-El," Gott in Allem, kundgeben in dem berührten Säße: Gort in der Geschickte, daß was wir eigentlich Geschichte nennen, Uämlich der Bericht von!dem, was unter, von und durch Menschen in der Welt gescheben ist, in Israel wie in der Menschbeilz zu gleicher Zeit einnat. In der vorge ickichtlichen Zeit, in der noch unmündigen Menschbeil, da geschieht "de! den Völkern Alles durch die («etter oder balbgSttliche Menschen, in Israel Alles unmittelbar durch Gott. Wie aber und wo die Geschichte eintriit, da zieht fick die Gottheit gleichsam zurück und überläßt der mündig gewordenen Menschheit die Tbätigkeit, während die höchste Weisheit nickt aufheri. nach ihrem, großen EinbeitSplaiic das Mensckengeschlecht-zu.führen und sich dem denkenden Geiste als Herrn und dem fühlenden Herzen als Vater der Menschen zu offenbaren. Dieses Eintreten^der wirk licken Geschichte, welche an die. Stelle der Sage tritt, beginnt unter den Völkern vor nun 2Ü00 Fahren mit Cyrus, dem großen Perserkönige, und ganz zu derselben Zeit in Israel mit Esra »nd Nechemja