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Der israelitische Lehrer · 1868-09-30 · 40 (30.9.1868) · p. Seite 223

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
40 (30.9.1868)
Date
1868-09-30
Page
Seite 223 (sequence 7)
Language
German
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223 bensjahre. Der alt« Kuranda war eine wegen seines reichen jüdischen Wissens, seiner ausgezeichneten, ungeheuchelten Frömmigkeit und seiner Liebenswürdigkeit allgemein hochgeschätzte Persönlichkeit. Er gehörte zu jenen edlen Alten, die einer großen Kehilla gleichsam ihre Physiognomie geben, die mit den religiösen Institutionen innigst verwachsen sind. So hat der alte Kuranda beispielsweise, so lange er nicht etwa durch Krankheit abgehalten war, nie bei einer Beerdigung in der großen Gemeinde Prag gefehlt. Und wenn ein Armer und Unglücklicher gar keinen Freund hatte, der ihm die letzte Ehre erwies — er konnte sicher sein, daß Kuranda seinem Leichenbegängnisie folgen würde. Eine zahlreiche Leichenbegleitung folgte denn auch dem geehrten Todten, und sein Sohn, der berühmte und geistreiche Redner und Journalist erfüllte mit kindlicher Pietät die religiösen Pflichten am Grabe de» frommen Mannes, der noch so sehr in der alten Zeit lebte. So sehen wir, wie die alte und die neue Zeit über den Gräbern hin sich die Hände reichen. London. Hier erregt der Fall einer Verlockung eines Judenmädchens aus dem elterlichen Hause, um in aller Heimlichkeit von Baptisten getauft zu werden, viel Aussehen. — Heute 15. August erscheint als „Eingesendet" in den Blättern ein Brief der „versteckt Gehaltenen," die Esther Lyons heißt, in welchem sie alle Verinuthungen, als werde sie mit Gewalt oder gegen ihren Willen ihren Eltern vorenthalten, zurückweist. Sie habe aus eigenem Entschluß chr Vaterhaus verlassen, um in die allein seligmachende Kirche einzutreten. Ihr Bruder setzt in der Presse noch seine Bemühung fort, die Umtriebe offen zu legen, die „zur Zerstörung eines Familienglücks" geführt hätten. Er veröffentlicht briefliche Belege dafür, daß einer andern jüdischen Familie in Wales „mit Hilfe ähnlicher Schliche" vor Kurzem dasselbe Unglück pasfirt sei. Zlenitleton Der Jordan und das tobte 3Rcet. Materialien zu einem Lesebuche für israelitische Schulen' B»n 3* I Skosenmeyer, Muster-Oberlehrer in S. a. Ujhelv. l. Eine Reise nach dem todten Meere ist e»n gefährliches Unternehmen, denn dort gibt es Höhlen und Schlupfwinkel aller Art. Die jetzigen Einwohner des Ghor und de« Jordanthale« sind Diebe und Räuber, zahlreiche Defferteure und Flüchtlinge, die dorthin sich ziehen, auf Raub angewiesen und die Araberstämme jenseits des Jordans mach dem Euphrat zu, treiben den Raub mit gelegentlichem Morde an Fremden aus Neigung, Gewohnheit, Sitte und Natur. Unter dem Schutze eines Führers wandten wir uns südöstlich und 800 Fuß über der Sohle des Wady«, an seinem Fuße ragt der sogenannte Frankenberg empor. Die jetzigen Mauerruinen auf diesem Berge stammen aber aus neuerer Zeit. Der Frankenberg erhebt sich steil und rund wie ein vulkanischer aber abgestumpfter Kegel 400 Fuß über das hohe Tafelland, der Gipfel des Berges bildet einen Kreis von 750 Fuß im Umfange. Er ist in seiner ganzen Ausdehnung von den zertrümmerten Mauern einer kreisförmigen Festung eingeschloffen, welche aus gehauenen Steinen von bedeutender Größe mit vier maffiven runden Thürmen erbaut war. Der mittlere Raum liegt bedeutend tiefer, als der Umkreis. Wahrscheinlich ist dies die Stelle der von HerodeS dem Großen erbauten Festung der Stadt Herodium. Von letzterer finden sich Spuren unten am Fuße des Berges an der nordöstlichen Seite desselben. . Nachdem wir eine halbe Stunde etwa durch esu Wady geritten, kamen wir zur' Höhle Adullam. Südlich von hier finden wir Thekra auf einem Berge, welcher nicht steil, aber auf dem Gipfel breit und in der Ausdehnung von 4 Morgen mit Ruinen bedeckt ist. Diese bestehen hauptsächlich aus den Grundmauern von Häusern,'aus viereckigen Steinen erbaut, unter denen einige geändert sind. Es gibt hier viele in den Felsen gehauene Cisternen und nicht weit nach unten eine lebendige Quelle mit schönem Wasser. Die hohe Lage des Ortes gewährt eine weite Aussicht. Von Thekra nehmen wir unfern Weg nach Süd-7 westen auf der Sttaße nach Hebron, wo wir in dem kleinen Wady Arul, zwei Stunden von Thekra, auf ein Dorf Sair stoßen. (Forts, folgt.) Alliance Israelite universelle. Beitrittserklärungen. Hr. M. Bloch, vr. wsä. in Emmendingen; Hr. Liebmann Haas daselbst (mit je 10 FrcS. jährl. Beittag). Von einem warmen Freunde jeder guten Sache wurde uns ein außerordentlicher Beitrag von 100 FrcS. für die Zwecke der Alliance übergeben. Anter-ühungskasse des Vereins iSr. Elementarlehrer für Weftphalen und Rheinprovinz. An außerordentliche» Beittägen find ferner eingegangen: Von den Gemeinden: Esten pro 1868 15 Thlr.;

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