Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1868-09-16 · 38 (16.9.1868) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
38 (16.9.1868)
Date
1868-09-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4896751-5428714-5431914--2095-4898483
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zeitschrift, für die gesanumen Interessen des Iudenthums und insbesondere des israelitischen e h r e r st a n d r ß. Organ für den Verein „Achawa. " M 38. Den 1(5. September 1868. ' 8. Zahlgang. Wöchentlich 1 Nummer Vierteljährlicher Abonuementspreis 40 kr. II>.2 2-r. Anzeigen zu I Set. die Petilzeile. Bestellungen nclunen alle Postämter und Buchhandlungen an. Oine Betrachtung zur Jahreswicnde. p aijg ■1®i £Y v'rhx nt Raü»r, tü6 das ift da- Gute. die Fjysterniß, dr rqs in das Reich der Sünde und tic deS Böser Macht. •;«idbt träge denn, nicht lässig: die Hand ans L? rk gelegt, versammle du die jünger , cs ragt, die Ltund, schlägt! rvir hänmrern an den Felsen. biS hell der Lrerr erklingt. Unk an dakickrt der Sprudel lcbcnd'gcn Saü,rS klingt. tt hamifso. Abdv Glosk r<cjtka. „Am letzien Tag des Jahres blick ick zurisck aufs Ganze." Eine heilig-ernste Title und die Mjahnung i dcS eignen Herzens legt eS unS nabe, in dieser! Festeszeir — zur Jabreswende^- einen Blick znrückzilscnden auf die Gebiete, die unö zur Pflege von der Porfehung überwiesen. To haben auch wir es gehalten in diesen Blättern, scildcin sie ihre Laus.babn begonnen. Wir babc» ihnen von Jahr zu Jahr ntitgegeben bcr; licke NeujahrSwünscke an unsere Leser, unsere Kollegen und Freunde, und uns zugleich ausgesprochen über das, was unS gerade am ticssken erregte, über „ Zeitsragen zum Seitenwechsel," über Freud und L c i d, Li ch t u. T ch a tt e n, W ü n s ch e und Hoffnungen des Lchrerstandcs, über das geistige Leben in der Menschbell, in'Israel und seinen Gemeinden, in den Tckulen und Lehrerkreisen. To wollen wir'S auch jetzt wieder halten, zur Zcjr wo das Jahr zu Ende geht und ein! neues beraiikommt. ^J» ernster Zeit ziemt nck ein ernstes Wort." Und ernst ist unsere Zeit, nicht nur weil wir! einem Jahre den Scheidegruß geben, slMerN nock mehr, weil so viele .-Zeiifragen uns beschäftigen, di§ einer Lösung harren. '!! Pas Judenthum hat dieser zZeil hine besondere Weihe verliehen, die unleugbar den beldbendsten und segenövollsten Einfluß auSübt auck bis heute! noch. Wo kämen wir hin ohne und 2"’, ohne tii Tage der Erinnerung und Versöhnung! Freuen wis uns dieser geheimnißvollen, heilig ernsten Mahnung, die auch die Entsernlen zur Nnckkebr, die Entfremdeten zur Einkehr auisorderl in dieser Herbsteszeit, wo die fallenden Blätter stumme und doch so beredte Prediger sind. Das Neujabrofest, das wir mit unseren Pater landsgenossen i» siarrer Winterzeit begehen, bat seine Bedeutung als 'Wendepunkt im bürgerlichen Leben. Aber unser Herz feiert jetzt sein Neujahr; und üb erat I, wo noch ein glimmender Funke religiösen Lebens geblieben ift, fühlen israelitische Herzen mit - vgp 2"."!. Tollten wir dieses wärmere Gefühl nickt nützen, ans daß seine Strahlen auch lxbenspeiidend m der übrigen -Zeit des FabreS fortwirten'-' Schaßen wir uns im heutigen Israel. Lenken mir unseren Blick aui die Gemeinden und ihre Schäden, auf die Lehrer, ibre Besircblingen und ibre Bedürfnisse; aus die Bestrebungen der Nabbincn, der Religionslehrer und Leilcr des Volkes, auf die Gesammtheit und ibre -Ziele. Wersen, wir zuerst einen Blick in Die großen unk einflußreicheren Genicinden! Traurig und öde sieht'S da oft ans. Pa ist Parteiung und -Zerklüftung z Fanatismus und Jndist'ercntismus reichen sich die Hände, um Bestrebungen, welcke ans die zeitgemäße Hebung unk Förderung des religiösen LebenS auSgehcn, im Keime zu ersticken. Man bat gkcße berrlicke Tempel gebaut allüberall. Aber die schönste -Zierde des Gotteshauses — das find seine Beter! Und allüberall sind die Golteshänier leer und hört man die Klage über schleckten Synagogcnbesuch. Woher wohl diese erschreckende Üaubeit kommen mag? Der Gründe sind viele! Wir glauben jedoch, daß einer der tiefsten in d<r Unklarheit und Unentschiedenbeil, in dem Bestreben vieler Verstände und Nabbinen liegt, allen Parteien gerecht zu werden. Man stellt Rabbinen und Prediger an, von weichen man erwartet, daß sie dem Gottesdienst Besucher und Beter zufübren. Aber man verlangt von ihnen, daß sie nck auf der breiten Straße der Alltäglichkeit bewegen, d. b. jedes freiere Wort, jede entschiedenere Richtung nack einer der beiden Seiten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.