Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 35 (26.8.1868)
- Date
- 1868-08-26
- Page
- Seite 181 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage;n Nr. 35 des Israelitischen Lehrer. - ' fDcittbrUiinjtrn (BUlletln) der Alliance Israelite l' niverselle. (Fortsetzung.) Im Schutz der auswärtigen Regierungen bestand die einzige Sicherbeil der Israeliten: er ist ihnen nöthig so lange, als ihnen der Schutz der Landesgesetze und einer für deren Ausführung hinlänglich starke» Regierung fehlen wird. Diese Zeit aber ist für Rumänien noch nickt gekommen-, und wenn die Aufhebung der fremden Gerichtsbarkeit ibr vorangiuge, so wären die Israeliten vielleicht in die Rolbwendigkeil verletzt, das Land um ihrer Rettung willen zu verlassen, woferne sie nickt etwa in Masse aus demselben vertrieben würden. Hätten da nickt die Regierungen der' civilisirten Staaten daS Selbstbestimmungorecht (allto„o,»ic) Rumäniens zu bedauern, und ist es nicht gereckt, daß Rumänien es erst verdiene, bevor es dasselbe erhalte? ES darf ja nur den civilisirten Regierungen, von denen es inngcben ist, folgen und allen seinen Bewohnern ohne Unterschied der Eonsession de» (benutz der bürgerlichen und staatlichen Reckte verleihe». Dann würde die Aendernng des Gesetzes über die fremde Gerichtsbarkeit, berbeigeführt durch eine Reform, welche die Gesetze dieses LauteS mit denen der Großstaatcn in Uebereinstimniung brächte, .von Seilen der Israeliten mit eben so großem Arglisten, wie von den übrigen Bürgern Rumäniens, begrüßt werden. Wir wissen, Herr Minister, wie gerne Ihre Regiening die Religionsfreiheit vertheidigt; und ihr Eifer für Bertheidigung derselben offenbart sich in einer Weise, die uns zu der Hossnung berechtigt, daß-sie daS Ansuchen der rumänischen Regierung benützen wird, um in Berbindung init den europäischen Großstaaten, derselben eine» neuen, glänzenden Dienst dadurch zu erweisen, daß sie die Slaatsverfaffung des kleinen Landes zur Achtung jener großen Grundsätze der Humanität veranlaßt, die es bis jetzt verkennl. Genehmigen Sie, Herr Minister', die Bersickerung unsrer tiefen Hochackkniig. Ter Präsident: Der Secrelair: Ad. Eremieux. ')L Leven. Berlin, de» W. Februar 1868. Herrn Ad. Erömieux, Präsidenten des Central- AusschusscS der Alliance isr. univ. zu Paris. Mein Herr! In Antwort des Schreibens, daS Sie unterm 4 dss. an mich richteten, habe ick die Ehre, Ihnen mitzurbeilen, daß die Regierung des Königs ihren (Gesandten in Bukarest so eben von Reuem aufgefordert hat, seinen ganzen Einfluß dahin zu verwenden, um Ihren Glaubensgenossen in Rumänien den Schutz zu sichern, der ihnen in allen Ländern gebübrl, äderen Gesetzgebung von den (Zündsätzen der Humanität und Eivilisaiion durchdrungen ist.! Ick bin übrigens fest überzeugt, daß die Absichten des Füllten Karl mit unfern Wünschen vollständig übe,einstimmen und daß Seine Hoheit sich nach Entwicklung derjenigen iEinricklungen im Lande sebnt, welche der Regierung eine gleich wohlwollende Beschübung für alle lassen der Bewohner und von besserer Wirksamkeit als in des Per gangenbeil, erleichtern, wird. Empfangen Sie, .mein Herr, die Bersickerung meiner ganz ausgezeichneten Hochachtung 'ge;., von BiSmark. Paris, den lr!. März 1^18. An Seine Ercellenz, den Herrn Minister des Aus markigen, P^ris. Herr Minister! Wir gebe» Ihnen nachstehend die Ergänzung zu den entsetzlichen Morttbaten in Tekuan. .Dieser schreckliche A>ssa, de» die Behörde nicht will sestnelnnen lasse», bat seine abscheulichen Drohungen verwirklicht. Drei Tage nach seinem Bläefe. der, bei Snake neuer Mordlhateu, die den Israeliten aurarlegten Bedingungen festsekle, rettete er zwei Israeliten.. In der Beilage A finden Sie den Auszug eines Brieses vom 1. März, der uns diese schreckliche Rackrickt iintlheilt. Dcr Brief rübri von Hin. Bernhard Levi, Borsteber unsrer Schule zu Tanger her, und man kan» in reine Worte volles Bertraue» setzen. Ei» zweites gewiß sehr merkwürdiges Schreiben Beilage H) wird Ew. Ercellenz »kenulniß geben von de» uuerhörlen Bedingungen, welche der Scheriss den Israeliten aufcrlegl, damit A>ssaUnwillige, keine weitern Spier unter ihnen niederzumetzeln. Aber selbst rxenn diese Bedingungen angenommen würden, wer bürgt den Israeliten für das Aufhören-dieser' Metzeleien? Iclr weiß, Hr. Minister, daß Sie in einem an Hrn. von Rothschild gerichteten Briese die vortrefflichen Worte vollständig wiederhole», die ich selbst aus Ihrem Munde vernommen. Im Angesicht der schreck licken Fortdauer dieser Perbrechen, stebe ich Sic wiederum an, im Rothfalle den ohnedies so bingebenden Eifer unsres Eonsuls durck eine energische Depesche anzuseukrn. Der Sultan von-Maroeco muß volle Ueberzeugung gewinnen, daß die französische Regierung die exemplarische Bestrafung dieses Banditen, dessen Berbrecken ganz unzweifelhaft unter dem Schutze der örtlichen Behörden verübt werden, ernstlich zu fordern entschlossen ist. Ew. Exellenz kennen alle zu Tunis begangenen Abscheulich- - leiten. Der Eentral-Ausschuß der Alliance halte bereits I die Ehre, Ihnen Abschrift der letzten Depesche zu überreichen, j welche die vom Premierminister dein Herrn Earcassonne, ' einem Franzosen, Porsteber unsres Local-Ausschusses zu