Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 35 (26.8.1868)
- Date
- 1868-08-26
- Page
- Seite 179 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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179 stand stößt." Wie angenehm und wie collegialisch, die Geheimnisse der Facultät n^der Zeitung für das Judenthum auszuplaudern! Ich habe darauf eine sehr einfache Antwort: Zu allen Zeiten habe ich den statutenmäßigen Grundsatz vertheidigt, daß die Ordinariate Stellen uiid nicht Titel sind, und daß, wenn kein Ordinariat vacant und kein neues gegründet ist, auch kein Ordinarius zu ernennen ist. Geht man davon ab, so geräth man auf das Gebiet der Willkür, welches vielleicht der einen oder andern Persönlichkeit zum Bortheil, dem Ganzen aber stets zuni Nachtheil ausschlägt. Dieser Auffassung habe ich als Professor wie als Abgeordneter öffentlich und privatim Geltung zu verschaffen gesilcht, und Herr 1)r. Meilitz kann darnach im Voraus in vielen Fällen wissen, wohin meine Voten gehen werden. Sollte er es jedoch vorziehen, seine „zuverlässige Quelle" wester zu benutzen, so möchte ich ihn doch ersuchen, sich und dem Publikum darüber Gewißheit zu verschaffen, wie ich mich in denjenigen Fällen, wo es sich um Abstimmungen über die Anstellung von Juden gehandelt hat, verhalten habe. Vielleicht würden er und die „Nationalliberale Correjpondenz" dann finden, daß es nicht nöthig war, in der vorliegenden Angelegenheit Spinoza und David Strauß, Lazarus und Lasker gegen mich ins Feld zu fühlen. Soweit Professor Virchow. (F.I.> (Wir finden diese Nechtferligung sehr schwach. Wir wollen und können bei einem Manne von solch anerkannter Bedeutung und Liberalität, nicht Intoleranz voraussetzen; aber etwas, vielleicht angeborncS oder ancrzogenes Vcrurtheil scheint denn doch mit unterzulaufen, wenn auch weniger nachweisbar in dem Falle mit Prof. Traube als in den anderen gerügten Fällen, wo Virchow die sich als Assistenten meldenden Juden zurückwies, indem er sagte: sie könnten später als Juden doch nichts lverden. Es hat eben jeder Mensch fein gut Theil Schwachheiten und — die Schwachheit des Vorurtheilö gegen die Juden scheint eine erbliche, schwer auszuroltende zu sein. Red.) Aus dem Kreise Wittgensteiri. Die Angelegenheit des Herrn Simon, Lehrer in Laasphe, das Tragen eines Chor ockes betreffend, hat vor der dritten Instanz erst jetzt ihre Erledigung gefunden. Derselbe ist von dem Obertribunal von der gegen ihn erhobenen Klage des widerrechtlichen Tragens eines Kleides, das angeblich ein Vorrecht der evangelischen Geistlichkeit sein soll, freigesprochen worden. Es gebührt Herrn Simon allerdings alle Anerkennu, g für die energische Vertretung einer Angelegenheit, wodurch die Selbständigkeit der jüdischen Gemeinde ausgesprochen worden. Berlin. 11. Aug. Eine sehr bedeutungsvolle Ernennung ist die eines Juden, des Professors Lazarus, früher Docent in. Bonn zum Lebrer an eine hiesige höhere MilitärbildungSanstalt. . Er soll Vorträge über Philosophie halten. Au» Weftphalen. Der Bericht über die Wah^deS vr. Rvsenstock aus Posen zum Direktor dcS Marks Heindorf'scke» Seminars in Münster bedarf einer Berichtigung. Die erste Wahl fiel zwar aus vr. R., aber die Annahme derselben scheiterte an »-cn gestellten Bedingungen. An die Stelle des ,urückgetrctenen I)r. R. tritt jetzt Hr. Marx aus Trier >. zur Zeit Lebrer am jüd. Gymnasium in Gleiwitz. Weitere Anmeldungen zur ^.llinnee isr. universelle bei der Redaktion d. Zeitschrift: Gemeinde Storndors (4 fl.) Ritter und Sladtratkr .fterr Benny Burcbardtin Landsberg ä. W.' l fl. Z. 30. ) (In Paris dierekt sind eine namhafte Zahl Mitglieder aus Main; u. a. Hess. Orten eingetroffcn. MitthcilungeN (Bulletin) der Alliance Israelite Universelle^ I. 2cnic)icv 1H»V\ Auszug aus den SitzungSprotokolleu des Ceutral-Ausscbuffes (Comite central). (Forlseoung. Documente, Tie a» die Großmächte gericbiele Adressg. An Se. Exce'lenz den Herrn Minister deS Aeußern. Herr Minister! .! Ter woblwoUende Sckiuv, den V)l«v Regierung den ntmämfdKn Israeliten gewährt dal, ernundigt uns, die Aufnierksamkeir Ew. Ereile»; von Neuem auf die nnglücklicbc Lage derselben zu lenken. Durch die Zeiinngen baden die rumänischen Israeli len Nachricht von den Schrillen erbalte», welche ibre zdie rumänische) Regierung gerban bar, »in die Aufbebnng der confularischen Gerichtsbarkeit;n erlangen. Sie bäuen die Biue uni eine neue Sickerbeic für Rumäniens Selbstständigkeil n>tl.»i»,»>« mit ibren wärmsten Wünschen begrüßt, wenn sie darin irgend ein Pfand der Sicherbeit ihrer Person und lbres Eigenlhuins finden könnten. Aber bis zu diesem Augenblicke wurde die von der rumänischen Regierung erlangle tR'wall nur gegen sie gerickilel. .lieine einzige der in den feierlichsten Verträgen niedergeschriebeneu Berspreckungen wurde geballen.