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Der israelitische Lehrer · 1868-08-12 · 33 (12.8.1868) · p. Seite 161

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
33 (12.8.1868)
Date
1868-08-12
Page
Seite 161 (sequence 5)
Language
German
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161 einer den Israeliten zu Zliten gewährten Entschädigung und von Befehlen, erlassen zu Gunsten der Israeliten zu Benghazh, die sich über gewaltsame und willkürliche Behandlung Seitens der Ortsbehörden ju beklagen hatten. Die Gemeinde zu Zaku in Kurdistan beklagt sich über erhöhte Steuerlast, die der Statthalter den Israeliten auferlegt, und bittet um die Unterstützung der Alliance, damit sie eine Verminderung erlange. Es soll in diesem Betreff an den Großvezier Aali-Pascha geschrieben werden. Hr. Isidor (Iahen zeigt an, daß die letzte Stummer der „Archives" (franz. israel. Zeitsckrist) mit Beschlag belegt worden sei, weil sie durch Mittheilung der Adresse an die Großmächte und durch Ansschreiben der an den Schulen der Alliance vacanten Stellen eine Preßverletzung begangen habe. Hr Gogman, Direktor der israelitischen Sckule zu Tetuan zeigt an, daß der Räuber Aiffa gefangen genommen und enthauptet worden sei. Der Herr Minister tbeilt eine Depesche des Herrn von Aquin, französischem Gesandten in Marocco, mit, aus welcher hervorgebt, daß man diesen Akt der Gerechtigkeit, der den Israeli en von Tetuan wieder Sicherheit verleiht, seiner Vermittlung zu verdanken habe. Hr. vr. Schmiedl, österreichischer Eonsul zu Tanger, bittet die Alliance um Erstattung der Unterstützungen, die er an unsere Glaubensgenoffen zu Tetuari vertheilt hat. Beschlossen: es sei ihm eine Summe von 1500 Frcs. auS dem Reste der maroccanisch-tunesischeN Sammlung zu übermachen. Hr. Gogman berichtet von beleidigenden Reden, welche ein Agent des spanischen Consulats zu Tetuan gegen die Israeliten verlautbart habe. Hr. Albert Cohn übernimmt es, diese Thatsache zur Kennmiß des spanischen Gesandten in Tanger zu bringen. Hr Azulay aus TeMan zeigt an, daß er von der marokkanischen Regierung eine Entschädigung von 25,000 Francs erhalten habe; da [er aber aus der Liste der französischen Schutzgenoffen gestrichen worden sei, so entbehre er der nöthigen Sicherheit, um ferner in Tetzzan wohnen zu bleiben. Diese Bitte wird Hni. Leonce Lehmann zugesandt, und derselbe beauftragt, für Azulay französischen Schutz nachzusuchen. (Fortsetzung folgt.) Wochenbericht. Alzey. Schon Steinschneider erwähnt in seinem leider eingegangenen „Hamaskir" des ältesten Talmud- ManuscriptS. Dasselbe befindet sich in der König!. National Bibliothek zu Florenz und trägt die Jahreszahl 4956 (1174). Diese Angabe Steinschneiders ist irrig, schon deßhalb, weil die Zahlen nicht correspondiren. Die Arebivos israolites theilen darüber einen Brief F. Lastnio'S, ProfefiorS an der Univerfität Pisa, mit. Danach trägt das Manuskript das Datum 22. Elul 936 (1176). Das Mrnuscript ist indeß nicht vollständig, sondern enthält nur einzelne Traktate. Die Bibliothek enthält aber auch noch andere talmudische Manuskripte, welche für die TexteS-Kritik von Bedeutung sein dürften. . Der Professor macht noch darauf aufmerksam, daß Steinschneider das italienische xuardia irrig mit custos wiedergegeben habe. Es soll vielmehr damit angedeutet werden, daß die Blätter „lose" sind und der besondern „Beachtung" bedürfen (gante! fly-leaf). R. Alzey. Der in St. Franzisko erscheinende „Hebr. Observer" theilt mit, daß sich in dem Museum der Ostindischen Company eine von den Ausgrabungen Rawlinson'S in Ninive herrührende Antiquität von besonderem Interesse finde, nämlich die goldene Todten-Maske, welche das Antlitz des einbalsamirten Leichnams des Königs Nebukadnrzär von Babel bedeckt habe. Man habe diesen Leichnam vollständig erhalten gefunden und an den darauf befindlichen Inschriften erkannt. Wir fragen: Warum hat Man nicht die ganze Mumie dem Museum übergeben? ferner: Ist das benannte Museum eine Abtheilung deS British Museum in London? — und wenn, wie kommen die Babylonischen Antiquitäten in -diese Abtheilung; wenn nicht, wie konnte Rawlinson seine Ausgrabungen der ostindischen Company übergeben, da er dych im Aufträge der Regierung forschte? R. Bad E m S, 30. Juli. Seit meinem zweiwöchentlichen hiesigen Aufenthalte verkehrte ich viel mit einer Anzahl lieber College», tüchtiger Lehrer und auch gebildeter, in der rabbinischen Literatur erfahrenen Laien, aus den verschiedensten Ländern Daß die jüdischen, vorzüglich religiösen Angelegenheiten einen Hauptlhril unserer Diskussion bilden, versteht sich von selbst, trotz der scharfsinnigen Bemerkung eines Kollegen: „wir wollen und sollen hier ruhen, und somit sollten wir auch jene ruhen lassen." Bei den besten Vorsätzen, unö nicht in Gesprächen hierüber ein- und auSzulassen, da sie aufregend sind und der Cur schaden, sind wir nicht im Stande, solche auszusühren. Stehen wir ja während des ganzen Jahres - fast isolirt da; wie sollten wir es vermögen, dem Reiz der anregenden Unterhaltung uno Unterredung mit den vielen Kollegen rc. zu widerstehen! Dazu kömmt noch in diesem Jahre die noch bevorstehende Rabbiner-Versammlung, die selbstverständlich häufig besprochen wird. Die Ansichten hierüber sind in unserm engen Kreise - schon sehr getheilt, wie werden diese in weiteren Kreisen erst sein müssen! Manche sind auch der Ansicht des Hrn. R. in Nr. 15 des „JSr. L.", daß Synoden unter Laien-Betheiligung und nicht Rabbiner- Versammlungen berufen werden sollten. Dieselbe

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