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Der israelitische Lehrer · 1868-07-29 · 31 (29.7.1868) · p. Seite 146

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
31 (29.7.1868)
Date
1868-07-29
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
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146 leidende jüdische Familie in New-Orleans befindet. . Cincinnati. Freitag, den f>. Juni, wurde der Grundstkin zum neuen Tempel Bene Israel in Cincinnati gelegt.. Die Feierlichkeit war großartig und in allen Theilen gelungen, die Tbeilnahme war allgemein unter Israeliten und sehr lebhaft unter Nichtisraeliten. Alle Klassen waren wobl vertreten, und die TageSpresie schenkte dem Creigniß volle Aufmerksamkeit. Die Feierlichkeit ist im- „JSraelite" vollständig beschrieben und die. Rede in extenso mitgetheilt. Der Tempel wird ein großer und prachtvoller Bau, in einem schonen Stadttheile. In einem Iabre oder dych nächsten Sommer soll der Bau vollendet werden. Tie Gemeinde ist in jeder Beziehung opferwillig und wird das schöne Werk schnell durchführen. Cö wird dieses Gotteshaus eine neue Zierde für Cincinnati und ein herrliches Monument des regen religiöskit Sinnes iein,~ der sich in Cincinnati ganz besonders in den schönsten Fermen und in der ausgesprochensten Opferwilligkeil kund gibt. Gott gebe Gedeihen. «Tcborah.)- . Schulprogramme. (Schluß.) Cs in eben nur eine andere Seile der Menschennalur, die dort ück enthüllt, ein anderer Keim, der dort die edelste Entfaltung gefunden hat. Alles, was den Menschen gleichsam über den Menschen erbebt, was ibn über das Leid und das Wehe seines Lebens, da§ sittliche sowobl wie das materielle, hinaus tragt. waS ibn von der Macht des Geschickes außer ibm, unk was ibn von der Macht der Leidenschaften in ibmunabhängig machen kann. Alles, -wonach der Mensch in Ewigkeit sich sebnt, und was er in Ewigkeit nicht erreicht, — das bat der Genius des alten Hebräervolkes der Menschenseele abgelauscht, das har er mit unverlöscblicher Flammenschrift für die Menschensecle ausgezeichnet. So hoch wie er hat sich kein anderer VolkSgeniuszum Himmel emporge-- schwungen, so tief wie er hat. sich kein anderer in den Grund des Menichengemüthes hinabgesenkt, an Erhabenheit und Tstue, an kühnem Schwünge und süßer Innigkeit steht er unvergleichlich da. Ob der Psalmist in Lob und Tank zu Gott, dem Herrn der Welt und dem Leiter der Menschengeschicke, emporjauchzt. ob er sündenzerknirscht vor Gott, dem heiy ligen, seinen Jammer ausweint, ob er nothbedrängt vor Gott, dem allliebenden, seine Wehklage ertönen läßt; .ob der Prophet sein „Heilig , heilig" oo» Gott verkündet, und sein „Heilig, heilig,, mahnend und strafend in die Herzen des Volkes hineinruft, voll der begeisterten Zuversicht, daß dereinst „in der späte« Zukunft der Tage" das ganze Menschengeschlecht den Ruf vernehmen und zur Wahrheit machen werde; ob Hiob zerrisienen Herzens die Schäden der sittlichen Weltordnung, ob Kohelet mit verzweiflungsvoller Gemüthöskeptik die Hinfälligkeit und Nichtigkeit menschlichen StrebenS und Mähens bloslegt: alle diese Stimmen^klingen über die Jahrtausende hinweg in unsere Seele hinein, finden in unserem Gemüthe einen mächtigen Wiederhall; denn sie haben vor Jahrtausenden hinausgerufen, was in uns noch heute lebt 1 und webt, noch beute — jauchzt und jammert. Und darum beten noch beute, nickt bloß die Juden, sondern alle Eulturvölker die,Gebete, der alten Hebräer, fühlen wir Alle noch heute von der Gedankenfluß und der GemüthSströmung uns fortgerissen, die auS jenen alten Büchern hcrvorguillt. Wie wir in dem klassischen Alterthum mit unserer Kunst und Wissenschaft, so wurzeln wir, und zwar wiederum nicht bloß die Juden, in dem hebräischen- Alterthnm mit unserem Gottesbewußtsein und unserer Ethik. Wenn aber diese Seile der Menschlichkeit in jener alten Literatur ibren mustergiltigen Ausdruck gefunden, ' wenn wir noch heute 'in unserer Erziehung auf sie zuiückgreifen müssen, wenn wir die edelsten und tiefsten Anregungen auS ihr schöpfen können, so ist die Forderung berechtigt, daß jene wissenschaftliche und ästhetische Ausbildung auch hier unvermittelt an die Quellen sich halten müsie. Ja mßr als in der griechischen und römischen Literatur, ist hier daS Quellenstudium eine Nothwendigkeit., weil, wie jeder Sachverständige weiß, das hebräische Original weit größere, für den geschicktesten Ueberießer gradezu unüberwindliche Schwierigkeiten bietet. Alle diese Gründe möchten vielleicht dafür sprechen, daß sogar unsere Gymnasien in den Kreis ibrer Sprachstudien daö Hebräische und seine Literatur als obligatorisch und mit größerem Zeitaufwands aufnehmen müßten. Aber wir haben es hier vorläufig mit unserer jüdischen * Jugend zu thun, in Betreff deren der Unterricht im Hebräischen für das unmittelbare und tiefere Ver- ^tändniß seiner Literatur eine unbedingt größere, hier nicht weiter nachzuweisende Berechtigung hat." Nr. 5 enthält: l) Eine Biographie deS Stifters. j 2) Geschichte der Anstalt von ihrer Gründung, bis auf die neuere Zeit (letztcre vorzüglich sehr interessant). 3) Gegenwärtiger Zustand der Anstalt und 4) Lehrplan. Bekanntlich besuchten und besuchen noch viele christliche Schüler diese vorzügliche Schule und wird denselbm auck der christliche Religionsunterricht in dieserertheilt. Die jüdischen Schüler erhalten diesen I

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