Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 29 (15.7.1868)
- Date
- 1868-07-15
- Page
- Seite 131 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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131 raelitrn benommen. Ein Thei! Derjenigen, mit welchen ich legmheit zu sprechen hatte, ist ganz entschieden für die Einstellung einer solchen erhöhten Vorbedingung, wie sie von mir beantragt ist, weil sie selbst nicht wollen, daß ihre Eandidaten gegen die christl Eandidaten bevorzugt erscheinen, und weil sie selbst nicht wünschen. daß eine Bestimmung des Gesetzes gerade von ihren ' GlaubcnSgenossen so leicht umgangen werde und ihnen hieraus ein Vorwurf gemacht werde. Die Anderen, die ich zu sprechen Gelegenheit hatte, sind ganz entschieden gegen diele Modifikation, deßhalb, weil sie die Gymnasialbildung nicht für die Rabbinen haben wollen. .Meine Herren! Eine Rothwendigkeit, daß die Rabbinen Gymnasial - Bildung besitzen, also eine Vorschrift, daß sie für - die Folge Gymnasial-Bildung haben müffen, wird nicht herbei- Ät durch meinen Antrag. Sie können ihre Studien wie machen. Aber das wird jcdensalls eintreten, daß sie die bessere Vorbildung für die Folge vorziehen, um dm Vortheil des Gesetzes zu erhaltm. Hier liegt meines Erachtms ein Fottschritt im Interesse der Israeliten selbst, und ich habe daher geglaubt, durch das, was mir von jmer Seite gegm meinen Antrag eingewmdet wurde, mich nicht irre machen lasten zu sollen, und ich ersuche Sie daher, meinen Vorschlag anzunehmen. 1. Präsident: Ich habe zuerst die Unterstützungsfrage zu stellm. Ich ersuche diejmigm Herren, welche die Modifikation unterstützen wollen, sich zu erheben. (Die genügmde Anzahl erhebt sich.) Sie ist unterstützt und'kommt mit den übrigen zur Berathung. Das Wort über ,'ämmttiche Anträge hat zunächst der Herr Referent. lSchluß folgt.) B u t l k» >' a u s k» , I. Oitli. Der 2d>riftfiil;vor der Bersammlung würltembergiscker Lebrer, Herr Eliäßer üi Laupbeim, ist im Augenblick »eihinben, über biefelbe in tiefen Blättern;u referivett- Obne nun den im diefevat, das siäier bald eimressen wird, beeinträchtigen;» wollen, erlaube ich mir beute einstweilen einen Borberickt. Tie Beriaiiiinlnng würiiembergischer Lebrer fand in Folge der Einladung des Ausschusses deö UmerstützungsvereiuS für wiirtt. israel. Lebrer den .‘H Funi in 2tnttgart statt, nnd war es eine Gemigtbnung für alle Besucher, daß sich rast der größte Tbeil dir Miigtieder des Lebrerstaudes. im ganzen .°fci, besonders viele jüngere Herren. dazu einfanden. Tie Bersammlung leitete der Borstand -deö Unterstützungsvereius, Liebmann in Eßlingen. Ten ersten t^egenstand der Berbandlung bildete der Unterstübnugsverein, d>r, trotzdem er bereits mebrere Eollegen unterstützt. ei» Bermögen von 1200 fl. bat. Mebrere (Gemeinten nnd Private leisteten nambafie Beiträge, wäbrend andere indifferent gegen alle Bitten und Anordnungen blieben. Tie Reste einiger Mitglieder und das Beitreiben derselben war Gegenstand längerer Debatte, erhielt aber zuletzt seine Erledigung darin, daß inan alles durch Güte beilegen solle. Biele jüngere Lehrer, die noch nicht Mitglieder des Bereins waren, traten bei. Bei Berathung der Mittel, wie der- Verein weiter zu fördern sei, wurden als solche Stiftungen von Privaten und Spenden beim Aufrufen zur Tbora bezeichnet. DaS letztere, daS sogar >vurch die W. Oberkirchenbebörve angeordnet wurde, scheiterte an der den Lehi reru nicht immer freundlichen Gesinnung einiger Geistlichen und an der Besorgniß der ftirckenvorsteberämteri durch solche Spende» könnte» die Orlscbebrabs beeinträchtigt werde». Ein Antrag, den Unlerstüvmtgsverein zu einem Lebrerwerein mit jährlichen Eonferenzeu über pädagogische Fragen auszudebnen, wurde angenommen, und von mehreren Mitgliedern der Bersammlung bee „Fsrael. Lehrer" als L?rga» und geeignete Heitidmrt für die israel. Lebrev eiiivfoblen. Ter Ausschuß' des linterstüvungsvereins wird mm zugleich auch den Ausschuß für die Lebrereouferen; bilden. ~ Bom 2 ti»viftfübrer des Vereins wurde eine Zuschrift des Redakteurs dieses Blattes verlesen und mit vieler Freude aufgenonimeii. Ter' „Zsrael. Lebrer" wirk nun auch in Württemberg mebr Leier nnden. als er wvbl bis' l>er bier fand. - Bon einem ebemaligeu Lehrer iu -Lguvbeim, Stern, lief eine Bitte an die Bersammlung ein, dem bebräiscken Unterrichte mebr Aufmerlsamkeii zu schenken-, welches Schreiben verschiedene Eindrücke auf die Zubörer machte. '(anfmann Stern borg iu Ulm begrüßte lelegrapbifck die Bersammlung- . Es wurden nun verschiedene 'Wünsche und ftlage» - emzeluer Mitglieder zur Abbülfe vorgelragen, io über die besondere Belobnnug des Lebrers als Borbeier, die-durch de» Ausschuß den zuständigen Beböide» werden vorgelegt werken. I Te» zweite» Gegenstand der Berbandlung bildete der Lebrpla» für die israelitische schule, worüber Alex. Eliäßer referirie, de», wie bekannt, vom ft. Ministerium des ftirchen- und Schulwesens mit der Ausarbeitung eines solche» belraui ist- Die Fächer, welche die israel. Schule mit der christlichen' gemeinschaftlich bai. konnten wegen Mangel an Zeit nicht beratben werde», und wurde daber bloß der Religionsunterricht beratben. Wo ei» Rabbiner ist. besorgt dieser gesetzlich in wöchentlich »'< batben Stunden den systematische» Religionsunterricht. die Bibelkuude und das llebenepen der Psalmen Mi Geberbucke. Mit dem Hie» Scbuliabre soll erst der Unterricht in. Hebräischen (Leien beginne». Mit dem Uebersetzen solle» grammatische Regeln eingeübi werden, besonders die Sussira und die Eonjugalion des regulären Zeitworts. Ter Lebrgang und die AuSwabl des Stoffs beim Uebersetzen des Penlaieucks wird dem Belieben jedes Lebrers anbeimgestelll. Gegen das Memoriren der Lieder im Gesangbucke sprachen sich viele Redner ans, daher aus Reduktion des Memorirstoffes gedrungen wurde- Dem systematischen Religionsunterricht soll weniger Zeit als bisher zugewendet werden, dafür »nehr dem Uebersetzen. Die jüdische (nachexiliscke) Geschichte so» sckou durch das Lese- /