Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 28 (8.7.1868)
- Date
- 1868-07-08
- Page
- Seite 123 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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123 fiffrrTP'<H hnfff sich rack unserer Ansichtgegenwärtig tcr Brickt »m so weniger enlz-chei', als di»- Anstalt in ihre R>rigenisa>icn g,tr>1en, ein neues Slatut nnd eine neue Bc,wal»nugeb.börde. Curalorium. daS bi> j ht noch integrum und für daS Bergang>n.- n ckt verantwortlich ist, crbalien bat. 3l:5rc dieo Etat, t cuddaS d nldar b.ste, so würde eS dennoch werldioS bleiben, w-nn eS nidt nack oll n Seilen hin lbalsächlick gebautbabt wird. Lehn ist aber zu streben, deß der stall, daß cs nur Werte bl.ibe, nickt cirilrel,-, wie di.seS Wilder von nno säen vor n unz hn Jabrcn angcsirebtc» Rrerg.rnisation und dem in stolze rossen cntwoif ne» Programm — Einzelnes au^genomi» n — der F II gew.sen »u sein scheint. Kennt daS Euraiorium dir Mängel, die inner» Mängel nicht — und wie sollten die Mckgli.der, mit Auenahme der Herren Löb »nd B.»m:»f>lr, »e kenne»? — so kann eS sie selbstredend auch nicht beseitigen; kennt cS sie aber — und Jeder sollte' dazu beitragen, t.ß eS sic kirnen lerne — nnd be e tigt sie nicht, so , Wird eS nickt nur für die Ankunft, sonder» auch für die Bergangeuhe t, mit der eS nickt ge.rocken, die er vieluichr durch Nicklbeseiigung ihrer in die G qeriwart hineinragenden Mängel gebilligt hat, vor d»m Reckte» stichle der Geschichte w s ntlick rer.intworlick , und nach ab rmalS zwei D.c nnicn wird die Anstalt, war wir nickt wünschen, da wir stelS au' Liebe zu idr für deren Erisl>»;, wenn auch vielleicht elwiS »ücksteltelor einzclr t n sind, noch imnicr den Todeekeim ihrer Eristenz in sich tragen und in Bezug ders.lben noch da stehen, )vo sie Anfangs gestanden hat und noch j hi siebt. Möchte da' Curalorium in die Lage gebracht w rden, daß rS die Mäng.l alle erkenne und zu beseitigen im Stande ist, damit der von nnS »orauegesehcue Fall nicht eintreten kan,,! Tao ist unser Wunsch. Wahrh.it und Friede» lieb»!! R. Wolfodorf. AnS Preußen. Während in Oesterreich durch die ronf.ssionellen und Staategeundges tze die Glaubens-und Gew si nefr. iheit aller Religion eparlheien hergestellt und ßarantut wird, und die letzten mittelalterlichen Schranken, , welche der voll n Gleichberechtigung der Inden noch entgrgenstanden, vor dem humanen und gereckten Geiste der parlamentarische» Gesetzgel ung Zusammenstürzen, besteh « im norddeutschen Großstaate noch viele antijüdiscke Gesetzeetitel und Paragraphen zu Reckte, die aus längstvergangenen. finstern Zeiten herrühren und nicht bloß i« »ollen Widerspruche mit der gegenwärtigen Dersasiung find, sonder« sogar gegen die einfachsten Principirn der Gerechtigkeit verstoßen. Wir wollen al» Beleg hierfür nickt dir alten Klagen wiederholen, die so häufig schon »bildlich und schriftlick, im Adgeordnetenhause wie in der Lanveepresse bezüglich der Richtonstellung die Juden als kehrrr nnd Offiziere erhoben wurden, wir möchten heute »irlmihr uor auf eiue Verfügung einer Prooinzialb«Hörde Hinweisen, die von Viele» vielleicht al« Kleinigkeit und niät der Rede Werth beze'cknet werden dürft', nickttde» sto.-eniger aber de» B-treff-nden einen G.-wijse i'z vrng auferlegt und somit von peinzipi ll r Wickkigk it un» Be» d. ulung ist. Wir meinen eine h-»te noch gelinge B rsü.zung de» schlesischen Provi» i.r schule-ll.-gium > vo n 2. Jänner 18ck<>, die das S.br ib.n dr jüdrsbn Schüler am Samstage und F-iertage betiisil Die bestimmt, daß sich die Jud n in Hinsilk dcS Scheiben' dr Sbu!- ordnung unbedingt unterwerfen mllss», n d fügt alo q ust Entschuldigung di.ser bart n Maßieg l die böhiiscke» Worte hiizu: . „da die Inden zum B suche der christlich'e» Gymnasi-n nicht aeriölbi t werden, haben sie auch reine Perairlasiang, sich ü'eer G w ss nez vrng zn beschweren, wenn in der Schulordnunr in dieser Hinsiut auf ihre R lia>o»?vo>sckristen keine Rücksicht geno.nmen wird." Ti.se B.stimnrung wurde in.die Statute» aller Gynngsien und Realschulen ausgenonim-n »nd bich.r au» von den meisten Direktoren mit all r Eons q ren; und Schärfe durchgefüdrt. In« Jabre!8si'l wurde, zwar du ch ei» Ministerialreseript vom 6. Mri obige Venüzung. wen» auch nickt ganz aufgehoben, so dob zum Theil beseitigt, luden, der Magistrat ermä.ltigk wurde, Eier» jüdischer Scküler, die um Di'» ns.rkion ihrer Kinder vom Schreiben für Sabbaih und Feiertage nacksn.ben, ti.s tbc zu ertheilen. Da aber neben di-sem Eelajs: die alten Schulordiiiiiigci dem vollen Woitautc «ach in Kraft b stehe» bli.ben, Halle die Mild ru><g jenealten G s he.' kein: allgemeine, durchgreifende Folg-, sondern war oem willkürlichen Ermessen der einzelne» Schulvorstände anheim» gegeben. Ein Fall, der sib unlängst in Bre -lau ereignete, hat die Unrulänglickkeit jene' R.script' völl g dargeihan. Ein Zögling deS Dr. Z. war in die Qairtg der Realschule zum Zwinger aufgeitomiiien ivvrd». Dr. Z. petilioniite beim Magistrat wegen Befreiung sezueS Eleven vom Zeichnen und Schreiben, sie w wde ihm gmch bewilligt. Doch der Rector j ner Austilt bedeutete de» Dr. Z., da« trotz der Di'penf.ation der Schüler an de» in den wistenschaftlichen Stunden unvermeidbaren schriftliche» Aufzeicknungen Theil nehmen muss-; sollet,er sitz weigern, so würde sein Schulbesuch aufhören müsse». Dieses Schreiben überreichte Z. dem Migisteate mit der Bitte um humane Eiledigung. Im vollen Widcispruche mit seiner ersten Verfügung erklärte sich dieser mit de» Auslassungen he» Rektors vollkommen einverst ind n, und — der Knabe mujle die Schule verlafien. Znm G.ülk für die J'rarliten Breolau'S sind nicht alle Anstalte» von so inhnmancn Vorständen geleitet, nur die beide» städtischen Realscknlen nnd daS Magdalenäum sind derartig «»'gezeichnet, während die andern Gynnafien, und darunter selbst daS katholisch-, ihre Schüler auf Verlangen der Eckern von der Sabbatverl tzung deSpenfire». — Darum sollen aber ftädlstche Anstalten, ,» deren Erhaltung doch a»ch die Jude» durch Entrichtung der E»«a munalßrncr beitragen, diese« verschloß«» bleiben? ID V