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Der israelitische Lehrer · 1868-05-27 · 22 (27.5.1868) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
22 (27.5.1868)
Date
1868-05-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zeitschrift für die gesäumten Interessen des israelitischen LehrcrstandeS. Brgsn für den Verein „Achawa". 22. * Mainz, 27. Mai 1868. 8. Jahrgang. Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher A^onneurentsvreiä 27 kr. — >/, Tflr. Bei srankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich l fl. 21 kr. — 21 Lgr. und den Betrag de« Porto'«. Anzeigen ,u l Szr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Dir Aittenlrhrr drs Iudenthums. (Fortsttzung zu Leite 5 t.) Und doch hat schon das neue Testament angefangen, das alte der Art zn fälschen, daß der einheitliche Gottesbegriff und das Princp der Nächstenliebe nicht jüdisches Ei enthum, sondern erst mit dem Christenthum der Welt bekannt geworden sei? G gen eine solche Verirrung uiid Verdrehung der Völker- und Religionsgeschichte haben wir zunächst anzukämpfe», — und eine derartige Aufgabe hat sich das Buch Grünebauin's gestellt. In der ersten Abtheilung ..Tie heilige Schrift" iiberschrieben, vcrlheidigt der Verfasser den Universalismus des Judenthums, als bereits in seinen ersten Grdndideen gelegen. Tie Beschuldigung, daß das Juuenlhnm dem nationalen Partikularismus huldige, ist so alt, wie das Christenthum und aller Widerlegung znm Trotz noch nicht aufgegeb n. Es ist wie wenn das Christenihum damit sich selbst aufgäbe, da es . so zu sagen nilr vom Raube um Judenthum lebt, und wenn es die dem'Judentum entnommene Wahrheiten an ihre Quelle zurückgibt, für es-selbst kaum etwas übrig bleibt, w-.s nicht innerhalb seiner eigenen Bekenner bestritten wird. Die geflissentlichen Fälschungen und Verdrehungen jüdischer Lehren gehen deßhalb schon von der Bergpredigt, c>er Primitiv-Urkunde des Christenihums, aus. Man würde den Beweis für das Judenthum vielleicht besser aus den Quellen des ChristenthumS führen. Um das Judenthum vollends gegen die Beschuldigung des nationalen Partikularismus zu vertheidigen, dürfte es auch nöthig lein, die national-geketzlichen Beziehungen zu Palästina während deS Aufenthaltes im - heiligen Lande und nach demselben zu erklären und zu rechtst ttgen, denn er läßt sich nicht leugnen, daß diese für den t nicht tieferen Forscher den Scheirr des Particnlarismus abwerse». Der Verfafler bringt sich durch seine gehäuften Beweise für den Universalismus des JubenthumS leicht in die Gefahr, nichts zu beweiien. Denn daß der Schluß der Gesetze: nni^rckaiiai ändeuten solle: weil Gott der Herr der ganzest Welt und aller Menschen sei, darum seien auch die belrcsieuden Gesetze allgemein-menschliche und universal-gültige, erscheint als eine erzwungene und willkürliche Deutung, um sonzehr, als auch sperifisch-israclitsche diesen Schlußsatz tragen, wie z. B. die Vorschrift über Zizith. Auch glauben wir nicht, daß die Sünden gegen Mensil)en darum auch Sünden gegen Gatt genannt werden, nm den betreffenden Gesetzen in gleicher Weise den Charakter als universelle zu geben. In gleicher Weise ist es übertrieben, von den Urim wetlminim den Beweis für den Universalismus des JndenthumS herzuholen, weil der Hohepriester als Vertreter des ganzen JndenthumS die Grundsätze von „Wahrheit und Gerechtigkeit" als allgemein menschliche, symbolisch aus der Brust trage. Auch gehört dahin der von den Asylstädten, welche Moses selbst den Fremden geöffnet habe, nm anzudenten, daß fanatische .und ketzerische Verfolgunqssucht dem Judenlhnm fremd sei. Freilich liegt hierin ein Vorzug für das Jndenthum den geschichtlichen Erscheinungen im Christenthum gegenüber. Aber der Mosaismus wollte wohl nicht in solcher Weise den Universalismus zur Schau tragen, daß aus jedem G setze eine Absichtlichkeit dafür hcrvorleuchte. i Dafür lag von Anfang an kein Bedürfniß vor. Der Universalismus ist einfach Grunvzug des Judenthums, und darum kann kein Gesetz ihm widersprechen. Daraus folgt aber nicht, daß jedes Gesetz ihn predi-l gen will. Die zweite Abtheilung trägt die Ueberschrist: Dei Pharisäismus; sie ist an Umfang und Inhalt die be

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