Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 8 (1868)
- Issue
- 18 (29.4.1868)
- Date
- 1868-04-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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er IsmeMscke Kekrer Zeitschrift für die ffesammteu Interessen des israelitischen Lchrerstaudes. Vrgan tür den Verein ,r\d)auni“. 18.*) Mainz, ^9. April 1868. 8. Jahrgang. Wöchentlich 1 Rumnier. «ierteljährlicher Adonnement4vreis 27 lr. — '•'* I!)lc. B > f:anficttt Zaiead-aiq unter .(treuj&anb jührlich 1 fl. 24 kr. — 24Sgr. und den Betrnq de« Porto'». Anzeigen ,u I Lgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. „Heiligung in nnd für Israels Panier und Schild, Wappen und Westr. Eine S-ibl'rtb-K'doschlm Predigt-Skizze von Tr. Ät. St. ■ Pp 4 t», 2 s. rGoit, Tu bist uns Burg rc.- Ja, es wankte gar oft oer Boren unter unfern Füßen, und Stürme tobten wüthend von allen Griten arge» uns an, doch von Deiner allmächtigen Hand gestützt, von Deiner begeistigenden Lehre ansrecht erhalten, gingen unsere Schritte nicht fehl, ward unsere Kraft nicht gelähmt, und mochte alleuns genommen werden. Du bliebst unser Theil, Deine Verehrung, blieb unser Erbe, (Ewiger Herr der Heerichaaren! re. das. V 8), und so wirst und sollst Du uns. Ewiger! — Burg und Feste, Schirm und Schild bleiben von nun an bis in Ewigke DreiVorznge wurden vondenaltenLehren unsercrNation besonders zugeschrieben, deren Kerne die, daß ste sich durch Mildihäligkeit auüzeichne. Dieselbe soll aber nicht blos an Lebenden geübt, sondern ebensosehr gegen die Hingeschiedenen und das bis in längst vergangene Zeitalter zurück, durch pietätsvolles Andenken, Ohtibud schel emeth (wie dieselben Weisen eS nennen» aufrichtigste Liebe und Treue, bethätigt. Dafür sind diese, zwischen Pesach und Schawuolh liegenden Wochen ein beredtes Zeugniß. Beide Feste äußerlich wie innerlich eng mit einander ver knüpft: äußerlich durch E'strah (weßhalb das zweite bei Rabbinen auch Azere'h, Schlußfeste dem achten Succothtage genannt), innerlich, da Israels Befreiung aus Aegyptens Landen und die dabei voazo- *) Aus Versehen wurde in vor. Bl. vie Nummer zu cofti» giren vergessen; Ntan lese dotier stall Nr. 1«: „Nr. 17.*!. genen Großthaten Gottes seine Offenbarung schon in stich schlossen, und es am Sinai nur der Aussprache «nv Erläuterung dessen bedurfte, was dort durch die That schon deutlich verkündet mar. ft B. M. 4, L2 ff.) Und wie die Natur in dieser Jahreszeit ihre Glanzperiode feiert.(Hohes Lied 2, 11 f.», io hätte diese auch für Israel eine religiöse Freudenzeit sein müffen; aber siehe dal das gerade Gegentheil durch alte Kitte geheiligt, mit Ausnahine weniger Tage (Jerem. 33, 11:» Jubel und Jauchzen selbst einem Brautpaare zu Et,i.>.n vergönnt, so die beiden Wonneseste durch eine düstere Trauerzeit getrennt. Weßhalb dieser absonderlich scheinende Braucht Nur aus liebe- und wehmuthsvoller Nückerinnerttng an die schmerzlichen Trauerfälle, die das Herz unseres Volkes in diesen Wochen schwer verwundet; „zwischen Pes. u. Azer. starben die Jünger des N. Akiba dahin," lautet eine siebzehn Jahr huilderte alte Trauerkunde, und dieser ursprüngliche Grund reiner Pietät leider vor Abschwächung im Laufe der Zeiten bewahrt durch dcks schlimme Zusammentreffen, daß in diesem Jahresabschnitte, wie die Joz'- roth.d irob ihr Klagelied so vielfach rührend anstim men, die schrecklichsten Verfolgungen des jüdischen Stam mes vor etwa acht Säclen ihren Anfang nahmen, seit welcher Epoche die Nolh des Erils in ihrer gan zen Eentnerschwere auf Israels Nacken lastet und erst in uniern Tagen ihr Bleigewicht erleichterte. 'Welche Frage uns denn in dieser ernsten Zeit näher liegend,, als: was hat nnsern Vätern Mnlh und Krair verliehen, die Schmach und Noch, Entbebrnng und Bedrückung, ja selbst den anhaltend gegen sie geführten Vernichtungskampf mit einer Ruhe und Ausdauer odn: Gier chen zu ertragen und siegreich zu überdauern? Man nichfache Anyvorten sind hierauf möglich: wir geben eine zwar minder an der Oberfläche liegende, daruin aber desto gehaltreichere, mit den Amangsworten unseres i