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Der israelitische Lehrer · 1868-04-01 · 14 (1.4.1868) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
8 (1868)
Issue
14 (1.4.1868)
Date
1868-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zeitschrist für die gefammten Jutercsfcn des israelitischen Lehrcrstaudes. Drgan sür den Verein „Achawa". m K'iMi;litiscke i^ehrer 14. Mainz, l. April 1868. 8. Jahrgang. Wöchentlich I Rumnier. Bierteljährlicher AbonnementSvreiS 27 kr. -- '/, Thlr. Bei srankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich l fl. 24 kr. — 24 Sgr. und den Betrag de» Porto'«. Anzeigen zu I Sgr. di« Petitzcile. Bestellungen nehmen all« Postämter und Buchhandlungen an. Ist der Anschauungsunterricht ein Lohrobject oder ist er ein Prinzip? Ein Confercnz- Referat von Lehrer Q. A. Schäffer in Alzez.^j „In den ersten Lebenöwocben hat bai Kind nur Empfindungen von 'seiner Umgebung, aber noch keine Wahrnehmungen. Wird die gleiche sinnliche Empfindung, von einer Farbe, von ei» und derselben Gestalt, demselben Ton, wiederholt; so bleiben von jeder dieser Bildungen Spuren im Innern der Seele zurück. Diese Spuren fließen dann zu den später?, gleichartige» Empfindungen hinzu, aus welche Weise die Stärke derselben stetig wächst. Durch die vielfache Ansammlung gleichartiger Spuren wird dann au) der dunklen Empfindung «ine bewußte, eine Wahrnehmung. Angeboren ist der menschlichen,Seele nicht-;, als rin gewisser Grad von Reizempfänglichkeil, Kräftigkeit und Lebendigkeit." AuS ihren verschiedenen Mischungsverhältnissen und dem Eirlfluß der Außenwelt in ihren unendlich verschiedenen Leben.Verhältnissen gehen alle Erscheinungen auf d'esem Gebiete hervor und finden in diesen Faktoren ihre Lösung. Alle übrigen Anlagen der auSgedildeten Seele müssen erst entstehen, und sie entstehen nach dem allgemeinen Grundgesetze, daß von allen Empfindungen und Wahr¬ *) vorliegende» interessante Referat wurde un» aus unser diesbezügliches Ancrbnt n von dem g«ehrten Herrn Verfasser, unserem Freunde und Lollegen, dem an der Lommunalschnle zu Alzey wirkenden protenantischeu Lehrer Schäffer, beziehungsweise von der Kreislehrerconserenz dorten, sreundlichst zur Veröffentlichung übertragen. Wir ergriffen mit Vergnügen diese Gelegenheit, um zu constatiren, daß die Vertreter de» Fortschritt« in der Pädagogik aus di-sem Gebiet« übereinstimmen, und dost eS jedenfalls nicht auS dem vekeantnist herrührende differenten sind, wenn wir zier auleinandergehen. ES mag die« auch al« Beweis dienen, daß wir praktisch miteinander in cin;«t Schul« wirken können. — Unsere geschätzten Leser ater «erden sich gewiß von de« in schwungvoller und gehobener. Sprache »orgetragenen Gegenstand angrzogen fühlen. Siedaction nehmungen, welche mit einiger Vollkommenheit gebildet worden sind, auch wenn sie für eine Zeit aus dem Bewußtsein entschwinden, eine Spur zurückbleibt im Innern der Seele, welche dann als Angelegtes, als Anlage oder Kraft in die späteren Entwickelungen der Seele eingchen kann. — Der Mensch kann Begriffe bilden, vermöge der höher« Kräftigkeit seiner Srelevermözen, mit welchen er die Reize in sich aufnimmt u. festhält. Ein Mensch ist von Natur dumm, wenn eS ihm verhältnißmäßiz schwer fällt, Begriff: zu bilden. Begriffe bildet man aber, wenn man von unwesentlichen Merkmalen der Dinge abnrahirt und die wesentlichen zu einem Gesammtbilde zusammensaßt. Zunächst handelt esich bei solcher Thätigkeit darum, die Merkmale aufzusuchcn, dann sie zu sondern, u. zuletzt die al» wesentlich auSgeschiedenen zu einer Totalität zu vereinen. Rach allen diesen drei Seiten hin ist der Dumme bumm.* Energie- und kraflloZ die Reize in sich ausnehmend, matt, unvollständig, muß der Unterricht ihn aus -die Einzelheiten de» zu betrachtenden Gegenstände» förmlich mit der Nase stoßen. Und hat er endlich Vorstellungen gefaßt, so haften sie mangelhaft und schwer. Hier ist eS besonder», wo dadurch Pestallozzi in die Well gekommene Princip der Anschaulichkeit de» Unterricht» seine Heil»boffchaft bekundet, eine geistige Erlösung und Freimachung jener Armen, Dumme genannt. Durch dasselbe lernt der Dumme sehen, bemerken und beobachten. Und gerade so schwerfällig, wie im Sehen, ist der Dumme im Sondern und Unterscheiden und endlich im Zusamm me »fassen de» Wesentlichen. Bei ihm ist Alle», wal fliegt, Vögel und Mücken, «a» einen Stamm und Aest« und Blätter hat, Bäume. Und wie e» ihm Mühe macht, im Ganzen da» Einzelne, im Allgemeinen da» B.fondere zn entdecken; so wird «4 ihm wiederum schwer, da» Allgemeine i« Einzelnen wahrznnchmen. Er bleibt daher arm au Be» griffe» und somit arm im Urtheilen und Schließen.

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